Der Lavendel

Du hast geglaubt, Lavendel sei ein allein dekoratives Gewächs? Zugegeben, das habe ich bis vor Kurzem auch. Jetzt aber wird es Zeit, dass du dich von dem Allround-Talent genauso überzeugen lässt wie ich. Denn Lavendel solltest du nicht nur für Bienen und andere Insekten in deinem Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon einziehen lassen. Legst du dir eine ‘echte’ Sorte zu, kannst auch du von dem Gewächs profitieren.

Tatsächlich gibt es so einige Lavendelpflanzen, die nur zur Dekoration in den Garten gesetzt werden können. Auch diese haben als Bienen- und Insektenmagnet sicher eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.

Viel mehr Möglichkeiten bietet dir aber der sogenannte ‘echte -’, oder ‘ursprüngliche Lavendel’. Du erkennst ihn an seinen kleinen, schmalen, graugrünen und leicht behaarten Blättern. Dieser ist nämlich nicht nur zum Verzehr geeignet, sondern macht sich auch noch gut in deiner kleinen Naturheilapotheke. Sein Geschmack variiert je nachdem, wie du ihn anmachst und bringt deinem Essen, dem Tee oder einem selbstgemachtes Öl eine süßliche bis bittere Note. Unser Bloomify-Lavendel etwa ist so eine echte Sorte.

Standort und Boden

Der Lavendel kommt ursprünglich aus mediterranen und damit sehr warmen Gefilden. Ein sonniger und warmer Standort ist für die Pflanze daher unerlässlich.

Da sie sich in ihrer natürlichen Umgebung vor Allem an - und zwischen Felsen ansiedelt, braucht sie anders als wahrscheinlich viele der Pflanzen in deinem Garten einen sehr trockenen Standort. Das bedeutet, dass sie besonders gut mit steinig-sandigem Boden auskommt - dort, wo die meisten deiner Pflanzen sonst kaum überleben werden.

Unbedingt aber sollte der Boden am neuen Standort des Lavendels locker genug sein, dass Regen- wie Gießwasser gut ablaufen kann. Du kannst dem auch etwas nachhelfen: hebe beim Einsetzen der Pflanze einfach etwas Sand oder Kies in den Boden.

Ein guter Wasserabfluss ist besonders wichtig, möchtest du den Lavendel im Topf auf der Terrasse oder dem Balkon anpflanzen. Denn Staunässe im Boden des Topfes verträgt die Pflanze gar nicht. Du kannst dies verhindern, indem du vor dem Einsetzen eine Schicht Kies oder Steine am Grund des Kübels verteilst, oder eine Tonscherbe in das Bodenloch steckst. So verstopft dieses nicht mit zu fester Erde.

Ideale Nachbar*innen für den Lavendel im Freiland sind Thymian, Salbei oder Currykraut. Denn auch die mögen ihren Standort trocken und sandig. Oft wird die Pflanze deshalb mit in ein Kräuterbeet gesetzt.

Standort: sonnig, sandig, trocken
Gute Nachbar*innen: Thymian, Salbei, Currykraut

Pflanzung

Die ideale Zeit, eine junge Lavendelpflanze ins Freiland zu setzen ist das Frühjahr - etwa ab Mitte Mai, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.

Dann nämlich hat die Pflanze die beste Chance, ihren ersten kalten Winter zu überstehen. Denn sie hat zuvor genügend Zeit, sich über den Sommer hinweg an ihrem neuen Standort zu verwurzeln. Ein Aussetzen im Herbst ist auch möglich, erschwert aber das Überwintern.

Lasse dem Gewächs in jede Richtung gut 30 Zentimeter Platz zum wachsen. Dies gilt auch, wenn du mehrere Lavendelpflanzen nebeneinander setzen willst. Nur so bekommen sie genügend Luft und Licht zum ausbreiten.

Auch in einem Topf sollte dies der Raum sein, den die Pflanze bekommt.

Möchtest du deine Pflanze selbst vorziehen, solltest du damit im März beginnen. Hast du schon einen echten Lavendel im Garten stehen, brauchst du hierfür nicht einmal Saat kaufen, sondern kannst die kleinen Nüsschen nutzen, die an deiner Lavendelpflanze im Sommer zu entdecken sind. Diese sind nicht zum Verzehr, aber zur Vermehrung der Pflanze geeignet.

Deine Anzucht benötigt einen warmen Platz, etwa auf der Fensterbank oder in einem Gewächshaus. Streue die Samen auf die Oberfläche der Erde und drücke sie nur leicht an, damit sie genügend Licht zum Keimen bekommen. Halte sie nun regelmäßig feucht, ohne dabei zu Überwässern. Nach etwa vier Wochen werden kleine grüne Köpfe aus den Samen schauen. Am besten eignet sich für die Anzucht nährstoffarme Erde, etwa solche die auch für Kräuter verwendet wird. Auch deine selbstgezogene Jungpflanze kann im Mai ins Freiland ziehen.

Aussaat

Möchtest du den Lavendel unmittelbar ins Freiland säen, solltest du damit bis Ende Mai oder Anfang Juni warten. Denn erst dann kannst du wirklich sicher sein, dass die Keime bei einem späten Frost nicht kaputt gehen.

Auch hier solltest du die Samen nicht zu tief in die Erde setzen sondern nur leicht auf dem Boden andrücken. So bekommen sie genügend Licht zum austreiben.

Schnellüberblick

Aussaat im Haus: ab März
Aussaat im Freiland: Mai bis August
Standort: sonnig, sandig, trocken
Aussaattiefe: aufliegend
Pflanzabstand: 30cm
Dauer Keimung: 1-2 Wochen
Monate Ernte: Mai bis Juni

Pflege und Wässern

Vor allem der junge Lavendel sollte in den ersten Wochen gut und regelmäßig gegossen werden. Bedenke jedoch: die Pflanze hat, wie schon erwähnt, nicht gerne nasse Füße. Es sollten sich also keine Pfützen oder Staunässe bilden. Gieße also nur so viel, dass das Wasser direkt abfließen kann.

Einen Lavendel im Topf musst du dauerhaft gießen, da dieser sich mit seinen Wurzeln keine Feuchtigkeit aus der Umgebung ziehen kann.

Ein Lavendel, der sich einige Wochen an seinen Standort im Freiland gewöhnt hat, braucht kaum noch gegossen werden. Lediglich in langen Trockenperioden kann etwas zusätzliches Wasser der Pflanze nicht schaden. Ihre Wurzeln reichen sonst, unter normalen Bedingungen, so tief in die Erde, dass sich die Pflanze selbstständig mit Flüssigkeit versorgen kann.

Die Pflege betreffend ist der Lavendel darüber hinaus eher anspruchslos. Das Düngen der Pflanze etwa hilft ihr nicht, sondern schadet ihr im Gegenteil. Denn eine Überversorgung mit Nährstoffen lässt die Pflanze an Standfestigkeit verlieren und beeinflussen ihr Wachstum negativ.

Wichtig ist für den Lavendel lediglich ein regelmäßiger Rückschnitt. Denn ohne diesen wird er schon bald keine Blüten mehr tragen. Zwei Mal im Jahr solltest du für einen Schnitt zur Schere greifen: ein erstes Mal, ist die Pflanze im späten Sommer ausgeblüht und ein zweites Mal zu Beginn des Frühjahrs, also etwa zwischen Februar und März.

Der erste Schnitt im Spätsommer sollte die Pflanze etwa um ein Drittel verkleinern. Dabei gibt es, anders als bei vielen Obst und Gemüsesorten, keine Regel welche Triebe geschnitten werden müssen und welche nicht. Die Pflanze wird einfach als Ganze gekürzt.

Der zweite Schnitt zu Beginn des Frühjahrs kürzt dann den schon jetzt recht kleinen, übrig gebliebenen Busch noch einmal um gut zwei Drittel der bestehenden Größe ein. Dein Lavendel ist nun sehr klein - und das ist gut so. Er wird im Frühjahr in aller Schnelle seine gewohnte Größe zurückgewinnen und sich mit zahlreichen Blüten bei dir bedanken.

Ernte und Verarbeitung

Der Lavendel hat seine Blütezeit zwischen Juli und August. Für eine Ernte bist du in dieser Zeit aber schon zu spät dran. Siehst du an der Pflanze ungeöffnete Blüten ist es an der Zeit, diese zu pflücken. In der Regel werden sie dazu mit samt ihrem Stiel abgeschnitten - denn so können sie ideal getrocknet oder verarbeitet werden.

Frisch in Suppen und anderen Gerichten oder getrocknet in einer selbstgemachten Kräutermischung a lá ‘Kräuter der Provence’ macht sich der Lavendel hervorragend als Gewürz. Getrocknet eignet sich die Pflanze außerdem ideal zur Aufbewahrung - solange, bis im kommenden Jahr die nächste Ernte wartet.

Und auch als Heilpflanze eignet sich der echte Lavendel. Aufgegossen als Tee oder Bad, oder aber zu einem Öl verarbeitet hilft er gegen Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen oder innere Unruhe.

Sei beim Verzehr der Pflanze unbedingt vorsichtig. Denn ausschließlich die echten Lavendelsorten sind zum Einnehmen und Würzen geeignet. Achte auf dieses wichtige Detail schon bei der Auswahl deiner Pflanze.

Überwinterung

Lavendelpflanzen sind, haben sie erst einmal eine Sommersaison im Freiland verbracht, winterhart. Du solltest zur Unterstützung im Winter die Erde rund um die Pflanze mit einem Gartenvlies oder etwas Rindenmulch abdecken, sodass der Frost etwas abgefedert und die Wurzeln der Pflanze geschützt sind.

Krankheiten und Schädlinge

Nicht nur menschlichen Krankheiten können die Inhaltsstoffe des Lavendels vorbeugen - seine ätherischen Öle halten auch ihn selbst frei von Schädlinge und Krankheiten.

Nährwerte

Der Lavendel ist vielleicht ein noch ungewöhnlicher Begleiter in deiner Küche - in vielen Ländern rund um das Mittelmeer gehört er beim Würzen bereits seit Langem zum Alltag. Auch du wirst ihn auf Grund seiner wertvollen ätherischen Öle, seiner beruhigenden Wirkung sowie seines Geschmacks sicher schon bald nicht mehr missen wollen.

Nährwerte je 100g

Kalorien 284kcal
Fett 2,1g
Kohlenhydrate 37,6g

Fragen & Antworten zu unserem Lavendel

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