Unser Bloomify-Einmaleins: Kräuter richtig trocknen

Richtig geerntet und haltbar gemacht, kannst du das ganze Jahr lang Kräuter aus eigenem Anbau genießen. Eine besonders schonende und einfache Möglichkeit dafür ist das Eintrocknen. Getrocknete Kräuter sind nicht nur lange haltbar; du kannst sie hervorragend als Gewürz in der Küche verwenden, herrlich aromatische Tees aus ihnen zaubern oder sogar als wohltuende und duftende Badezusätze nutzen.

Geeignete Sorten

Manche Kräuter lassen sich besonders gut eintrocknen, ohne ihr Aroma zu verlieren. Hierzu zählen beispielsweise Lavendel, Minze, Melisse, Kamille, Salbei, Thymian und Rosmarin. Es gibt jedoch auch Sorten, die für diese Art der Haltbarmachung weniger geeignet sind, denn sie verlieren während des Trocknungsprozesses mit der Feuchtigkeit ihre ätherischen Öle. Solche Kräuter solltest du deshalb am besten direkt nach der Ernte einfrieren oder frisch zubereiten und verzehren. Dazu zählen unter anderem Dill, Petersilie, Kresse, Schnittlauch und Estragon.

Getrockneter Thymian darf in keiner italienischen Gewürzmischung fehlen.

Der richtige Zeitpunkt - ausschlaggebend für ein optimales Ergebnis

Für eine erfolgreiche Ernte spielen neben der Jahreszeit auch die Vegetationsperiode deiner Pflanzen, die Tageszeit und das Wetter eine entscheidende Rolle. Generell solltest du die Kräuter schneiden, bevor sie zu blühen beginnen. Dann sind in den Blättern die meisten ätherischen Öle enthalten. Während der Blüte und danach ist das Aroma deutlich schwächer, da die Pflanzen ihre ganze Energie in die Blüten lenken.

Die meisten Kräuter kannst du tatsächlich zweimal pro Saison ernten; nach dem ersten Schnitt im Hochsommer (Juni, Juli) treiben Melisse, Pfefferminze und Co. erneut kräftig aus, sodass du dich im Spätsommer (August, September) über Nachschub freuen kannst. Bei warmem Sonnenschein und in der ersten Tageshälfte sind außerdem besonders viele Aromen in den Kräutern enthalten, Regen hingegen behindert die Trocknung und schwächt den Geschmack. Der perfekte Erntezeitpunkt ist also ein trockener, warmer und im Idealfall sonniger Vormittag.

Vorbereitung und Ernte

Die Ernte läuft sehr einfach ab. Du brauchst nur eine Schere oder ein scharfes Messer, eine Schüssel, zum Trocknen später dann kleine Haushaltsgummis oder Schnüre und dunkle, luftdichte Behälter. Jetzt ist eine gute Gelegenheit, deine Pflanzen vor dem kommenden Herbst noch einmal auf Krankheiten und Schädlinge wie Mehltau oder Blattläuse zu untersuchen.

Sind alle Pflanzenteile gesund, kann es auch schon losgehen! Schneide die Kräuter deiner Wahl großzügig etwa 5 bis 10 cm über dem Boden ab. Sofern du keine Pflanzenschutzmittel benutzt und die Blätter nicht stark verschmutzt sind, reicht es völlig aus, sie kräftig auszuschütteln. Kräuter und deren Aromen sind empfindlich; durch das Ausspülen unterm Wasserhahn können Geschmack und Wirkung tatsächlich geschmälert werden. Solltest du sie doch waschen müssen, so reicht ein möglichst kurzes Abspülen unter kaltem(!) Wasser völlig aus. Danach solltest du nicht direkt mit der Trocknung beginnen, sondern die Kräuter zuerst auf einem Geschirr- oder Küchentuch ausbreiten und ganz vorsichtig abtupfen.

Rosmarin bildet lange Stängel, die man auch mit einer Schere abschneiden kann.

Richtig trocknen - verschiedene Methoden

Es gibt verschiedene Mittel und Wege, mit denen du deine Kräuter trocknen kannst. Neben dem Trocknen an der Luft und im Backofen gibt es auch die Möglichkeit, mit der Mikrowelle oder sogar einer Dörrmaschine zu arbeiten. Besitzt du so eine Maschine, steht einer schonenden Trocknung natürlich nichts im Wege. Von der Mikrowelle raten wir jedoch ab, denn dabei werden viele Aromen und Wirkstoffe zerstört. An der Luft oder im Backofen kann dagegen kaum etwas schief gehen und so ziemlich jeder kann beide Methoden ganz einfach zuhause umsetzen.

Trocknen an der Luft

An der Luft ist das Eintrocknen wirklich ein Kinderspiel. Binde die entsprechenden Kräuter mit den Gummis zu kleinen Sträußen zusammen. Damit Schimmel keine Chance hat, solltest du sie außerdem nicht zu dicht bündeln; 6 bis 7 Zweige reichen, je nachdem wie dicht das jeweilige Kraut gewachsen ist, aus. Danach werden sie kopfüber an einem möglichst trockenen, dunklen und kühlen Ort, zum Beispiel in deiner Abstellkammer, aufgehängt. Du kannst auch mehrere Sträußchen an einer Schnur befestigen und sie so über die ganze Wandbreite spannen. Schaue zwischenzeitlich nach dem Rechten: Bei schwarzen Flecken oder Schimmel ist es zu feucht oder die Sträußchen zu dicht gebunden, und die Kräuter sind ungenießbar geworden. Nach wenigen Tagen sollten sie so weit getrocknet sein, dass es raschelt, wenn du sie vorsichtig schüttelst oder es knistert, wenn du sie zwischen den Fingern zerreibst. Jetzt kannst du die Blätter von den Stängeln abstreifen und in das dafür vorgesehene Gefäß füllen. Deckel zuschrauben, beschriften nicht vergessen und schon bist du fertig!

Dieser Thymian wurde samt Blüten in der Sonne getrocknet und hat Farbe und Aroma eingebüßt.

 

Trocknen im Backofen

Im Backofen lässt sich die Prozedur deutlich beschleunigen. Zwar ist diese Variante nicht ganz so schonend wie das Trocknen an der Luft, empfiehlt sich jedoch, wenn du keinen geeigneten Platz zum Lufttrocknen hast oder es besonders schnell gehen soll. Heize dazu deinen Ofen auf mindestens 30 bis maximal 50 Grad vor. In der Zwischenzeit breitest du die Kräuter gleichmäßig und nicht zu dicht auf einem sauberen Backblech aus. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, kannst du das Blech in den Ofen schieben und einen Holzlöffel oder ähnliches in die Tür klemmen, damit sie einen Spalt breit offen bleibt und Feuchtigkeit schneller entweichen kann. Nach etwa 2 bis 5 Stunden sollten die Kräuter soweit getrocknet sein, dass du die Blätter nach dem Auskühlen von den Stängeln abstreifen und abfüllen kannst.

An Fäden können die kleinen Kräutersträuße aufgehängt werden.

Die richtige Lagerung - für einen langen Kräutergenuss

Richtig und gewissenhaft verarbeitet, hast du ungefähr ein ganzes Jahr lang Freude an deiner Ausbeute. Neben der schonenden Trocknung, ist vor allem die korrekte Lagerung ausschlaggebend für eine gute Haltbarkeit. UV-Licht, Wärme und Feuchtigkeit sorgen dafür, dass sich die wertvollen Aromen und ätherischen Öle schneller verflüchtigen, weshalb auch jetzt die drei Zauberworte kühl, trocken und dunkel lauten. Fülle deine Kräuter dazu in luftdichte und lichtundurchlässige Gefäße ab, dunkel getönte Einmach- oder Apothekengläser beispielsweise sind eine gute Wahl. Verfügst du nur über transparente Behälter, kannst du diese auch in einer Schublade oder einem verschließbaren Schrank aufbewahren.

Transparente Gläser sollten dunkel gelagert werden.

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