Früher gärtnern mit Frühbeeten: So funktioniert’s!

Frühbeete sind eine klasse Möglichkeit, um mit dem Gärtnern schon zu beginnen, obwohl das Wetter eigentlich noch nicht so richtig mitspielt. Unter dem Schutz von Glas, Vlies oder Kunststoffplatten haben es frühe Aussaaten schön kuschelig warm. So schaffst du einen Übergang zwischen Winter und Frühling und kannst eher mit dem Gärtnern und Ernten loslegen!

Was ist ein Frühbeet und wie funktioniert es?

Der Name ist Programm: Frühbeete sind dazu da, um Beete schon so früh wie möglich, also bereits im Spätwinter, nutzen zu können. Durch Abdeckungen wird die Frostgefahr gemindert, ein Windschutz geschaffen und die Bodentemperaturen angehoben. Während es im Freiland für viele Saaten und Jungpflanzen erst ab April oder sogar Mai warm genug ist, fangen Frühbeete die ersten Sonnenstrahlen des nahenden Frühlings auf und schaffen ein angenehmes Klima. Sie funktionieren im Prinzip wie ein Gewächshaus, nur in kleinerem Maßstab: Sonne gelangt hinein, die warme Luft bleibt drin.

Genau genommen sind Frühbeete auch gleichzeitig “Spätbeete”, mit denen die Gartensaison ab Oktober noch deutlich verlängert werden kann.

Samenkörner haben eine gewisse Keimtemperatur, die mindestens gegeben sein muss, damit sie aus ihrem “Winterschlaf” aufwachen und keimen. Je nach Pflanze können diese Temperaturen ganz unterschiedlich sein. In einem Frühbeet wirst du leider keine 25 Grad erzielen, um zum Beispiel Paprikasamen keimen zu lassen, aber es gibt viele Gemüsesorten, deren Mindestkeimtemperatur um einiges niedriger liegt und die außerdem eine geringe Kulturdauer haben - das sind die perfekten Kandidaten fürs Frühbeet.

Das Frühbeet kann aber auch genutzt werden, um Gemüsesorten mit längerer Kulturdauer vorzuziehen, die dann später in andere Beete umziehen, zum Beispiel verschiedene Kohlsorten.

Ganz wichtig bei allen Frühbeeten: An sonnigen Tagen regelmäßig tagsüber einige Stunden lüften! Unter der Abdeckung kann es ganz schön feucht-warm werden. Das ist vor allem wichtig, wenn die Pflanzen gekeimt sind und im Wachstum etwas gebremst werden müssen, um nicht instabil in die Höhe zu schießen. Es gilt aber auch: Gießen nicht vergessen!

Der ideale Standort & Zeitpunkt

Jungpflanzen brauchen Wärme und ganz viel Licht. Das Frühbeet muss also an einem sonnigen Platz aufgestellt werden. Im Februar und März haben Bäume und viele Sträucher noch kein Laub, sodass auch Orte, die im Sommer eher halbschattig liegen, in Betracht kommen. Achte auch auf ein windgeschütztes Plätzchen, dann kann sich das Beet noch besser aufwärmen.

Alle Frühbeete brauchen ein abgeschrägtes Dach, damit Regenwasser schnell abfließen kann. Diese schräge Seite sollte nach Süden ausgerichtet sein.

Wann genau du mit der Aussaat oder Bepflanzung starten kannst, hängt von den klimatischen Bedingungen an deinem Wohnort und vom Wetter ab. Wenn es noch sehr kalt ist, stark friert oder eventuell sogar schneit, solltest du dich mit dem Frühbeet-Start noch etwas gedulden. Benutzt zu dein Frühbeet bereits und plötzlich sind wieder sehr frostige Nächte angekündigt? Dann kannst du, je nach Bauweise, die Abdeckung zusätzlich mit Vlies, Jutesäcken oder Matten aller Art abdecken, um die Wärme zu speichern.

Monatsangaben sind daher immer Richtwerte zur Orientierung. In den meisten Fällen kann es Ende Februar oder Anfang März mit der ersten Aussaat losgehen.

Über das schräge Dach kann Regenwasser gut ablaufen.

Welche Pflanzen können in einem Frühbeet wachsen?

 

Radieschen, Kohlrabi, frühe Salate, Rucola, Möhren, aber auch Kräuter wie Dill oder Kresse können als erstes ins Frühbeet gesät werden.

Im Laufe des März bzw. dann, wenn es etwas wärmer wird, können im Haus vorgezogene Jungpflanzen ins Beet gepflanzt werden, zum Beispiel verschiedene Salat oder frühe Kohlsorten. Diese können aber auch etwas später direkt im Frühbeet ausgesät werden, wenn du sie nicht drinnen vorziehst.

Je nach Bauweise können ab April auch Gurken oder buschig wachsende Tomaten gesät oder später gepflanzt werden, die dauerhaft im Frühbeet verbleiben können. Bei höheren “Dächern” der Beete ist ausreichend Platz, um die Pflanzen die ganze Saison über zu beherbergen.

Später im Jahr kannst du das Beet dann als “Spätbeet” nutzen und Wintergemüse darin anbauen, zum Beispiel Feldsalat, Spinat, verschiedene Kohlsorten und Lauch.

Ganz früh kann es übrigens in sogenannten Mistbeeten losgehen. Das sind Frühbeete mit natürlicher Fußbodenheizung. Dazu wird die Erde tiefer ausgehoben und unter die eigentliche Pflanzerde noch eine dicke Schicht Stallmist ausgebracht. Das Loch sollte etwa 40 - 50 cm tief sein, mit einer 20 - 30 cm dicken Schicht Mist und darüber 20 cm Erde.

Mist erzeugt Wärme - daher dampfen Misthaufen auch oft. Das ist natürlich einerseits super, andererseits bedeuten Mist und ggf. Komposterde auch eine Menge an Nährstoffen. Daher ist so ein warmes Mistbeet eher für starkzehrende Gemüsepflanzen wie Tomaten, Zucchini oder Kürbisse zu empfehlen, die eine längere Kulturdauer haben. Werden sie größer, können sie - je nach Bauweise des Beetes - entweder ausgepflanzt werden oder der Beetaufsatz wird abgenommen.

Die Anzucht in Mistbeeten ist anspruchsvoller als in kalten Frühbeeten und eher etwas für Garten-Profis.

5 Ideen für ein praktisches Frühbeet

Es gibt viele verschiedene Bauweisen für Frühbeete. Sie alle haben folgende Grundfunktionen gemeinsam:

  • Eine Abdeckung sorgt dafür, dass Sonnenlicht an die Erde gelangt. Diese wärmt sich auf und die Wärme bleibt unter der Abdeckung “gefangen”.
  • Die Abdeckungen können leicht geöffnet werden, um das Beet, vor allem nach der Keimung, tagsüber zu lüften.
  • Die Abdeckung sind abgeschrägt oder abgerundet, damit Regenwasser abfließen kann.
  • Die Abdeckungen können später, wenn es richtig schön frühlingshaft-warm und sonnig wird, auch tagsüber ganz abgenommen bzw. sehr weit geöffnet werden.
  • Je nach Modell kann das Frühbeet etwa ab Mitte Mai auch ohne Abdeckung als normales Beet genutzt werden.

 

1. Frühbeetkasten mit Abdeckung

 

 

Ein eckiger Rahmen mit einem klapp- oder abnehmbaren “Deckel” ist der Klassiker unter den Frühbeeten. Dazu wird meist ein passgenaues Stück Rasenfläche ausgehoben, in das der Rahmen dann eingesetzt wird. Er kann aber auch ebenerdig auf ein bereits existierendes Beet gelegt werden. Auf dem Foto ist zu erkennen, dass es auf eine Art Hügelbeet aus Stroh und lehmiger Erde gesetzt wurde.

Frühbeetkästen kannst du fix und fertig kaufen, aber sie selber zu bauen, kann auch Spaß machen.

So ein Rahmen ist meistens aus Holz gefertigt, es gibt jedoch auch die Möglichkeit, eine Umrandung aus Steinen zu bauen. Bei Steinen ist es etwas schwieriger, die beiden Seitenwände mit einer leichten Steigung anzulegen.

 

Die Seitenteile bestehen bei diesem Holzkasten aus zwei Teilen, einer ist schräg gesägt.

 

Als Abdeckung eignen sich alte Fensterscheiben oder selbstgebaute Holzrahmen mit Einsätzen, zum Beispiel aus Hohlkammerplatten oder Plexiglas. Holzrahmen können aber auch mit reißfester Folie bespannt werden, die auch für den Gewächshausbau zum Einsatz kommen kann.

 

Die Folie lässt sich einfach von innen an den Rahmen tackern.

 

Die Abdeckung kann entweder mit Scharnieren am Rahmen befestigt werden oder lose aufgelegt werden. Wenn der Deckel sehr leicht ist, droht die Gefahr, dass er von einer Windböe erfasst wird, daher solltest du ihn in so einem Fall beschweren, zum Beispiel mit einem großen Stein.

Hast du dir einen Frühbeetkasten angeschafft oder selbst einen gebaut, kannst du dir den besten Standort in deinem Garten suchen und ggf. einen Spaten zur Hand nehmen. Die Maße für das Loch gibt der Kasten vor.

Buddle nun also die entsprechende rechteckige Fläche aus, eventuell musst du Grassoden ausstechen und die Erde gut von Unkraut und Wurzeln befreien. Die Tiefe des Lochs hängt davon ab, wie hoch die Ränder deines Kastens sind. Du solltest den Kasten nicht zu tief und nicht zu flach einsetzen, ideal sind zum Beispiel 10 cm vorne und 20 - 30 cm hinten - je nachdem, wie groß der Kasten ist und wie stark die Neigung der Abdeckung. Der Kasten wird dann wieder mit dem Erdaushub aufgefüllt. Mische ihn am besten mit ordentlich Komposterde. Hast du sehr lehmigen Boden, schadet auch etwas Sand nicht.

Möchtest du den Kasten nur oberirdisch verwendet, entfällt die Buddelei. Bereite stattdessen das Beet vor und sorge für eine möglichst ebene Fläche. Da du bei dieser Variante nicht über ausgebuddelte Erde verfügst, füllst du den Kasten mit Komposterde oder einem Gemisch aus Kompost- und Pflanzerde auf. Die Schicht aus lockerer Erde sollte mindestens 30 cm hoch sein. Solche ebenerdigen Beete können zur zusätzlichen Isolierung rundum mit Laub oder anderem Mulchmaterial umrandet werden.

Eine tolle Abwandlung ist ein Frühbeetkasten mit Spitzdach. Wenn du es selbst baust, kannst du die Höhe bestimmen und es hoch genug machen, um im Sommer zum Beispiel gut geschützt Gurken darunter anbauen zu können. Somit hast du schon fast ein richtiges Gewächshaus im Garten.


 

 

2: Frühbeet-Aufsatz für's Hochbeet

 

 

Bei dieser Idee macht man es sich zu Nutze, dass sich die Erde in Hochbeeten im Frühjahr schneller erwärmt als in ebenerdigen Beeten - perfekt für frühe Aussaaten.

Je nachdem, um was für ein Hochbeet es sich handelt, kannst du fertige Aufsätze kaufen. Unser Hochbeet war mal eine Apfelkiste, daher haben wir den Rahmen selber gebaut. Es handelt sich um eine mobile Holzkonstruktion mit einem abnehmbaren Deckel, der mit einer stabilen Folie bespannt ist. Aber auch hier wäre es möglich, andere Dachformen und Materialien zu verwenden.

 

 

3: Mini-Gewächshaus zum Zusammenbauen

 

 

Ein Frühbeet mit Spitzdach gibt es auch in mobiler und platzsparender Form: Ähnlich einem Balkon-Gewächshaus wird ein Gerüst aus Metallstreben zusammengesteckt, über das dann eine stabile Folie wie ein Zelt gestülpt wird. Praktisch sind die Reißverschlüsse zum Lüften, die Größe und die Möglichkeit, das Häuschen ganz einfach wieder zu verstauen, wenn es nicht mehr benötigt wird.

So ein Mini-Gewächshaus kann außerdem später im Jahr über frisch ausgepflanzte Jungpflanzen gestellt werden, um sie zum Beispiel nachts vor noch frischen Temperaturen oder Schnecken zu schützen.

 

 

4: Folien- oder Vliestunnel

 

 

Solche Tunnel gibt es in vielen verschiedenen Größen. Sie können mitunter so hoch sein, dass man bequem darin stehen kann. In geringer Höhe ergeben sie praktische Frühbeete. Sie decken eine große Fläche ab und sind günstiger als fertige Frühbeetkästen.

Die Tunnel werden errichtet, indem Metallbögen in die Erde gesteckt werden. Diese werden anschließend mit Folie oder Vlies bespannt. Ganz wichtig ist, dass das Material dick und stabil genug ist, um nicht wegzuwehen oder zu reißen. Das Material wird zum Lüften aufgerollt, also viel bewegt und muss dementsprechend etwas aushalten. Außerdem isoliert dickeres Material auch besser - das freut die Keimlinge und Jungpflanzen.



5: Gewächshaus

 

Ein Gewächshaus ist ein Gewächshaus und kein Frühbeet! Oder? Naja, wer sein Gewächshaus erst Mitte Mai mit Tomaten bestückt, könnte dieser Meinung sein. Es ist aber sehr schade um den ganzen Platz, wenn man sein Gewächshaus nicht schon viel früher im Jahr nutzt. Durch die Größe und die Menge an Luft, die erstmal durch die Sonne aufgeheizt werden muss, ist es in Gewächshäusern im frühen Frühling allerdings tendenziell kühler als in kleinen, flachen Frühbeetkästen. Gewächshäuser sind jedoch ideal geeignet, um mit im Haus vorgezogenen Salaten bestückt zu werden. Bis die Tomaten, Paprikas oder Chilis einziehen, sind die grünen Köpfe längst erntereif.

Bei der Auswahl an Modellen hast du die freie Wahl. Es gibt kleine, kostengünstige Modelle, auch für Balkon oder Terrasse. Für den Garten ist die Preisgrenze nach oben hin offen, aber für weniger Geld gibt es manchmal gebrauchte Gewächshäuser in der Nähe zu ergattern. Wenn du viel Zeit und Kraft investieren willst, kannst du auch ein Gewächshaus aus alten Fensterscheiben bauen. Aus Gewichtsgründen kann das Dach mit Folie bespannt werden. Es ist natürlich auch denkbar, das Häuschen rundum mit Folie zu bespannen.

Bevor im Mai die Tomaten ins Gewächshaus ziehen, kann es schon mindestens zwei Monate als Frühbeet genutzt werden.

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