Die Olive

Mit einem Olivenbaum auf dem Balkon oder im Garten ist das Mittelmeer nur noch einen kleinen Gedankensprung entfernt. Die mediterrane Pflanze liebt Licht und Wärme und ist pflegeleichter als ihr Ruf es vermuten lässt. Schützt man das Bäumchen vor Kälte und zu viel Feuchtigkeit kann es sowohl als Zier- als auch als Nutzpflanze deinen Garten bereichern.

Der immergrüne Olivenbaum (olea europea) gehört zur Familie der Ölbaumgewächse. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Asien, mittlerweile verbinden wir die Olive aber vor allem mit dem Mittelmeerraum. Der Baum zeichnet sich durch seinen knorrigen Stamm und den silbergrauen, wechselständigen Blättern aus. Im Mai wird er dann noch durch kleine gelbweiße Blüten geschmückt. Die meisten Bäume blühen allerdings erst ab dem vierten Standjahr. Die mediterrane Pflanze kann in ihrer Heimat bis zu 20 Meter hoch und mehrere hundert Jahre alt werden. In hiesiger Kübelhaltung wächst das Bäumchen in der Regel nicht höher als 1,50 Meter.

Standort und Boden

Der sonnenliebende Olivenbaum hat vor allem einen Anspruch an seine Umgebung und das ist reichlich Wärme! 15 bis 20 Grad Jahresdurchschnittstemperatur sind optimal für ihn aber nicht zwingend notwendig. Auch in hiesigen Gärten, auf dem Balkon oder der Terrasse, lassen sich geeignete Plätze finden. Der auserwählte Standort sollte unbedingt windgeschützt sein. Steht der Baum südlich einer Mauer, kann er bestmöglich von der abstrahlenden Wärme profitieren. In reiner Zimmerhaltung fühlt sich der Baum nicht wohl und verliert schnell seine Blätter. In einem zeitweise beheizten Wintergarten hingegen, gelten optimale sommerliche Bedingungen. Das Substrat sollte luft- und wasserdurchlässig sein, damit sich keine Nässe staut. Kalkhaltige und nährstoffarme Böden gefallen der Olive besonders gut.

Pflanzung

Am meisten Energie um Wurzeln zu schlagen, hat der Ölbaum im Frühling. Außerdem wärmt sich die Erde im Frühjahr langsam auf. Es handelt sich also um den optimalen Zeitpunkt für die Pflanzung. Hebe ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Wichtig ist, dass das Wasser gut ablaufen kann. Stößt du beim Ausheben also beispielsweise auf eine Lehmschicht, muss diese unbedingt gelockert werden. Abgestorbene Wurzeln solltest du vor dem Einsetzen entfernen und den Wurzelballen aufrauhen. So fällt dem jungen Bäumchen die Eingewöhnung in seine Umgebung leichter. Arbeitest du eine Drainage aus Kies oder Blähton ein, ist das Bäumchen bestmöglich vor Staunässe geschützt. Richte den Baum gerade aus und achte darauf, dass der gesamte Wurzelballen mit Erde bedeckt ist. Den sicheren Stand kannst du mit einem Haltepfosten unterstützen.


Auch im Topf ist eine Drainageschicht als unterste Schicht wichtig. Hierfür eignet sich ebenfalls Blähton oder auch Kies. Nimm entweder Erde speziell für Zitruspflanzen oder mediterrane Pflanzen oder herkömmliche Blumenerde, die zu einem Drittel mit Sand durchmischt wird. Als goldene Faustregel kann man sich merken, dass der Topf immer etwa den gleichen Umfang haben sollte, wie die Krone des Baumes. Wichtig für den Abfluss, sind die Löcher am Boden des Kübels.

Pflege

Der Olivenbaum hat sehr lange Wurzeln und holt sich damit das Wasser, das er braucht, tief aus der Erde. Stehendes Wasser ist für die Pflanze ein K.O.-Kriterium. Falls du dir unsicher bist, ob deine Olive etwas Wasser vertragen kann, kannst du dies ganz einfach mit einem kleinen Fingertest prüfen. Stecke einen Finger vollständig in das Substrat. Ist dieser Teil der Erde vollständig trocken, ist es Zeit das Bäumchen zu gießen. Steht dein Baum im Freien, solltest du darauf achten, dass sich kein Wasser in möglichen Vertiefungen im Stamm sammelt. Ansonsten kann es zu Fäulnis kommen.

Für Freiland-Oliven ist eine Nährstoffzufuhr nur selten nötig. In den ersten drei Standjahren, solltest du vollständig auf jegliche Düngung verzichten. Ab dem vierten Jahr ist  zwischen April und September eine leichte Düngung mit Kompost möglich.

Kübelpflanzen können in den ersten Monaten nach dem Einpflanzen sowie auch nach dem Umtopfen genügend Nährstoffe aus der Erde ziehen. Nach etwa zwei Monaten ist es dann aber ratsam Nährstoffe durch Düngung hinzuzufügen. Alle drei Wochen verträgt die Olive etwas Dünger. Dafür eignet sich Spezialdünger für mediterrane Pflanzen oder Zitrusdünger. Achte bei der Dosierung auf die Angaben auf der Packung, um das Bäumchen nicht zu überdüngen.  

Schnitt

Eine gute Nachricht vorweg: Der Olivenbaum ist in Bezug auf den Schnitt sehr robust. Der ideale Zeitpunkt dafür ist im Frühling, bevor sich die Blüte bildet und kein Frost mehr zu erwarten ist. Die Knospen werden bereits im Vorjahr gebildet. Je mehr junge Triebe du also zurück schneidest, desto weniger Blüten sind zu erwarten. Man kann grundsätzlich zwischen Erhaltungsschnitt und Erziehungsschnitt unterscheiden.

Der Erhaltungsschnitt sorgt für einen gesunden, gleichmäßigen Wachstum. Hier werden alle Pflanzenteile abgetrennt, die über den Winter vertrocknet sind, die Krankheiten aufweisen oder am Stamm oder im Wurzelbereich nachwachsen.

Beim Erziehungsschnitt geht es darum die Krone zu formen. Damit diese möglichst lichtdurchlässig bleibt, werden jeweils die schwächeren der sich im inneren der Krone  kreuzenden Triebe abgeschnitten. Daraufhin werden lange Triebe gekürzt, um eine runde oder eine V-förmige Krone zu erhalten. Die Haupt- und Seitenäste werden jährlich gestutzt und die Triebe, die im Vorjahr getragen haben entfernt, so können genügend Neutriebe nachwachsen.

Ernte und Vermehrung

Olivenbäume sind in der Regel einhäusig, tragen also sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Dennoch wird ein weiterer Baum zur Bestäubung benötigt, da sich Bäume mit unterschiedlicher DNA deutlich besser gegenseitig befruchten. Da sich der Pollen mit dem Wind verbreitet, muss der zweite Baum jedoch nicht in unmittelbarer Nähe stehen. Auch ein alleinstehender Baum wird in der Regel problemlos bestäubt und trägt Blüten und Früchte. Über den Herbst hinweg reifen die Früchte, so dass sie ab November schließlich geerntet werden können. Ob du schwarze oder grüne Oliven erntest hat übrigens nichts mit der Sorte des Baumes zu tun. Die Farbe der Olive beschreibt lediglich ihren Reifegrad. Wann der optimale Erntezeitpunkt ist, hängt also ganz von deinem Geschmack ab. Die grünen Oliven, also die eigentlich noch unreifen, haben einen geringen Ölgehalt und sind dementsprechend kalorienarmer. Sie haben außerdem ein festeres Fruchtfleisch. Die schwarzen Oliven schmecken deutlich herber, sind dafür aber reicher an ungesättigten Fettsäuren. Ab November kann man mit der Ernte beginnen.

Vermehren lässt sich der Olivenbaum zum Beispiel über Stecklinge. Hierfür wird ein kleiner Topf mit Anzuchterde befüllt. Also mit feiner und vor allem keimfreier Erde, da Jungpflanzen noch besonders anfällig für Bakterien, Schädlinge oder Pilzkrankheiten sind. Hier wird der Ableger hineingesteckt. Als Ableger dienen junge, nicht verholzte Triebe mit einer Länge von etwa fünf bis zehn Zentimetern. Drücke die Erde um das Bäumchen leicht an und gieße die Pflanze. Die optimalen Temperaturen zum Wurzeln schlagen, hat der junge Steckling bei 20 bis 25 Grad.

Überwinterung

Ab etwa -5 Grad treten bei den meisten Sorten Frostschäden auf. Kübelpflanzen müssen im Winter gut gelagert werden. Das Winterquartier sollte zwar kühl, muss aber frostfrei sein. Außerdem braucht das Bäumchen auch während der kalten Monate ausreichend Helligkeit. Das Auspflanzen der Olive bietet sich in Regionen mit milden Wintern an. Küstennahe Gebiete oder das warme Rheintal kommen hierfür in Frage. Olivenbäume wollen im Winter schön warm eingepackt werden. Für den Stamm eignet sich luft- und lichtdurchlässiges Wintervlies. Mit Laub, Mulch oder Reisig beispielsweise, wird die Wurzelscheibe bedeckt.

Den Winter nutzt das Bäumchen als Erholungspause. Auf Düngung sollte dementsprechend verzichtet werden und auch das Gießen wird zu einer seltenen Angelegenheit.

Achte im Winter ganz besonders darauf, dass sich kein Wasser staut.

Temperaturen um 0 Grad sind ideal zum Überwintern. Diese braucht der Baum um im Winter eine Erholungspause einzulegen, um dann im Frühjahr genug Energie für neue Triebe zu haben. Auf Düngung während der Winterpause, sollte also unbedingt verzichtet werden.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten oder Schädlinge sind vor allem auf falsche Pflege, zu viel Nässe oder missglückte Überwinterung zurückzuführen. Schild- oder Wollläuse beispielsweise, befallen vor allem geschwächte Pflanzen, die im Winter zu warm gelagert werden. Achte darauf, dass die Erde zum Einpflanzen steril ist, um beispielsweise Spinnmilben und Blattläusen vorzubeugen.

Nährwerte

Oliven haben einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Sie wirken beispielsweise entzündungshemmend und senken nicht nur den Cholesterinspiegel sondern auch das Risiko an Herzkreislauferkrankungen zu erkranken. Außerdem stecken sie voller Antioxidantien, die unserem Körper beim Abbau von freien Radikalen helfen.

Nährwerte je 100g

Kalorien 143kcal
Fett 14g
Kohlenhydrate 2g
Eiweiß 1,4g

Haltbarmachung und Verzehr

Um die eigenen Oliven verzehren zu können, müssen sie weiterverarbeitet werden. Andernfalls schmecken sie bitter und ungenießbar. Da die Erträge für eigenes Olivenöl nicht reichen werden, bietet es sich an die geernteten Oliven einzulegen.

Die Oliven werden zunächst am schmalen Ende eingeritzt und dann in Wasser gelegt, so dass sie vollständig bedeckt sind. Alle zwei bis drei Tage sollte man das Wasser durch frisches ersetzen. Ein paar Wochen später sollten die Früchte ihre Bitterstoffe verloren haben. Dies kannst du einfach anhand eines Geschmackstests probieren. Schmeckt die Olive nicht mehr bitter, werden die Steinfrüchte für eine Woche in eine Salzlake eingelegt. Gebe hierfür 7 Esslöffel Salz in einen Liter Wasser hinzu. Anschließend kannst du die Oliven frei nach deinem eigenen Geschmack einlegen und dir deine eigene Ernte schmecken lassen. Auf diese Weise bleiben die Früchte über viele Monate haltbar.

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