Die Minze

Die Minze ist eine Pflanze mit vielen Facetten: du kennst sie sicher vor Allem als Pfefferminze, doch hat sie zahlreiche weitere Geschmäcker als bloß den klassischen Zahnpasta-Liebling zu bieten. Die reichen von fruchtigen Minzsorten wie der Zitronen- oder Ananasminze bis hin zu deutlich herberen Aromen. In ihrem Anbau unterscheiden sich die verschiedenen Sorten aber nicht. Deshalb erfährst du hier alles, was du für deine eigene Minzanzucht (welche Sorte es nun auch immer sein darf) brauchst.

Wie bei den meisten Kräutersorten üblich werden auch von der Minze nur die Blätter verwertet. Denn sie tragen den einzigartigen Geschmack der Pflanze in sich. Ein absolutes Muss für dein Kräuterbeet, den Balkon oder die Terrasse.

Standort und Boden

Bei der Auswahl des Standortes deiner Minze kannst du kaum etwas falsch machen. Die Pflanze steht gerne sonnig, jedoch nicht in der prallen Mittagssonne. Sie gewöhnt sich aber auch an Schatten- oder Halbschattenplätze und lässt sich damit in jeden Garten integrieren.

Auch die Beschaffenheit des Bodens schert die Pflanze wenig. Luftig und durchlässig darf es sein, was du mit einem Auflockern der Erde vor dem Einsetzen der Pflanze selbst ermöglichen kannst. Darüber hinaus ist die Minze mit dem zufrieden, was sie eben bekommen kann.

Ähnlich einfach verhält es sich bei der Wahl ihrer Beetnachbar*innen. Salate, Kartoffeln und sogar Tomaten halten es gut neben der Pflanze aus. Gar nicht gerne steht die Pflanze lediglich neben der Kamille. Ansonsten ist sie eine überaus unkomplizierte Standortgenossin.

Standort: Sonne / Schatten / Halbschatten / luftig
Gute Nachbar*innen: Salat, Kartoffeln, Tomate, Kräuter
Schlechte Nachbar*innen: Kamille

 

Pflanzung

Die perfekte Zeit um deine Minze in den Garten zu setzen ist das späte Frühjahr - etwa ab Mitte Mai. Dann kann sich die junge Pflanze frostfrei an ihren neuen Standort gewöhnen und wird fürs erste nicht mit Herausforderungen wie kalten Temperaturen konfrontiert.

Möchtest du deine Minze selbst anziehen, kannst du damit bereits im März beginnen.
Da die Pflanze eine sogenannte Lichtkeimerin ist, also direkte Sonneneinstrahlung zum Austreiben benötigt, drückst du ihre Saat im Topf nur sachte auf der Oberfläche der Erde an. Dann stellst du deinen Topf an einen rund 20 Grad warmen Ort.

Hältst du die Saat dauerhaft feucht (achte dabei beim gießen darauf, dass die Samen nicht ausschwemmen) wird sie schon innerhalb von zwei Wochen keimen.

Die Minze ist darüber hinaus das ideale Gewächs für die Topfkultur. Du kannst sie also problemlos auf dem Balkon oder der Terrasse anpflanzen - denn sie wird ihre Größe an den Raum anpassen, den du ihr zum Wachsen im Topf gibst.

Ist dir deine Pflanze zu klein, hilft es sie in ein größeres Gefäß umzutopfen!

Eine räumliche Begrenzung durch einen Topf kann für die Kultur deiner Pflanze sogar sinnvoll sein. Denn Minze neigt zu ausuferndem Wachstum im Freiland. Nur ein beherzter Schnitt oder aber das Aussetzen in einem Topf kann dem entgegenwirken.

Aussaat

Etwa ab Mitte Mai, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, kannst du die Pflanze auch direkt im Freiland aussäen. Aufgrund der geringen Ansprüche, die die Pflanze an Boden und Standort stellt, wird sie auch hier schnell austreiben. Wie bei der Anzucht im Topf dürfen die Samen der Lichtkeimerin aber nicht in die Erde gesetzt sondern lediglich leicht auf der Oberfläche angedrückt werden um in den unmittelbaren Genuss des Sonnenscheins zu gelangen.

Schnellüberblick

Aussaat im Haus: ab März
Aussaat im Freiland: ab Mai
Standort: Sonne / Schatten / Halbschatten / luftig
Aussaattiefe: aufliegend
Pflanzabstand: 15cm
Dauer Keimung: 2 Wochen
Monate Ernte: ganzjährig

Pflege und Wässern

Die Minze steht gern feucht, allerdings nicht in einer Pfütze. Du solltest den Wasserhaushalt der Pflanze ruhig täglich kontrollieren und bei Bedarf nachgießen - die Erde rund um die Pflanze sollte nie völlig austrocknen.

Die Minze in meinem Garten habe ich, seit sie vor zwei Jahren an ihren Platz gezogen ist, noch nicht gedüngt. Der Boden trägt genügend Nährstoffe, die sich die Pflanze zu eigen machen kann. Eine zusätzliche Versorgung kann ihr dann bloß schaden - das Wachstum nimmt dadurch nämlich so rasant zu, dass die Ausbildung des Aromas der Blätter auf der Strecke bleibt.
Hast du einen nährstoffarmen Boden, kann eine Portion Dünger aber gut tun - ein einmaliges Düngen im Jahr sollte da auch schon ausreichen.

Zur Pflege kannst du die Pflanze über dies hinaus lediglich gut zurückschneiden.

Dies erhöht den Ertrag der Pflanze sowie das Aroma der Blätter. Darüber hinaus hält es das wuchernde Gewächs in Schacht - schneidest du die Minze nicht zurück, wird sie deinen Garten schon bald dominieren.

Zweimal jährlich solltest du einen Schnitt deiner Pflanze ansetzen. Der Zeitpunkt ist dabei erstmal egal - du kannst ihn gegebenenfalls an die Blütezeiten der Minze anpassen, das ist allerdings etwas für Profis und soll einmal an anderer Stelle ausgeführt werden.

Ein erster Schnitt wird sicherlich zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr stattfinden. Er sollte von der Pflanze lediglich ein bis zwei Zentimeter des Stammes übrig lassen - so viel, dass genau ein Blattpaar bestehen bleibt. Die Pflanze wird so am schnellsten wieder austreiben.

Den zweiten Schnitt gegen Ende des Jahres kannst du dann ganz mutig kurz über dem Boden ansetzen. Schneide bei beiden Schnitten den kompletten Busch und nicht bloß einzelne Pflanzenteile zurück.

Ernte und Verarbeitung

Die Minze kann das ganze Jahr über geerntet werden - oder besser: die ganze Gartensaison, denn im Winter wird deine Pflanze sowieso keine Blätter tragen.

Am intensivsten ist ihr Geschmack allerdings kurz vor der Blüte - das ist etwa im frühen Sommer und daran zu erkennen, dass sich Blüten bilden, diese aber noch geschlossen sind.

Verarbeiten kannst du die Minze in vielen verschiedenen Gerichten und darüber hinaus in deiner Naturheilapotheke. Getrocknet oder eingefroren lässt sie sich außerdem besonders gut haltbar machen. Nutze dafür ganze Zweige der Pflanze und nicht bloß ihre Blätter.

Je nach ihrer Sorte macht sich deine Ernte nun nicht nur gut zum würzen oder in Desserts sondern kann, etwa zu Tee oder Öl verarbeitet, Magenbeschwerden sowie Erkältungen lindern. Einige der neueren Minzsorten sind auch Insektenschrecke und halten Mücken und andere lästige Abend- und Nachtbegleiter*innen fern.

Überwinterung

Auch, wenn deine Minze zum Winter hin plötzlich etwas traurig ausschaut und all ihre Blätter abwirft, wird sie es problemlos über den Winter schaffen. Der unterirdische Teil der Pflanze hält der Kälte stand und treibt im Frühjahr frisch aus.

Trotzdem kannst du ihr dabei ein wenig unter die Arme greifen:

Im Freiland solltest du den Wurzelraum der Pflanze mit Reisig oder Stroh abdecken, sodass etwas Wärme im Boden gehalten werden kann.

Bei einer Topfkultur kannst du die Pflanze ganz einfach in ein frostfreies Gefilde umziehen lassen. Sommerliche Temperaturen braucht es dort nicht - lediglich der Schutz vor unmittelbarem Frost hilft der Pflanze, den Winter zu meistern.

Krankheiten und Schädlinge

Die Minze ist ein echtes Ass in Sachen Selbstverteidigung. Sie wird so gut wie nie von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Solltest du doch einmal ungewöhnliche Flecken an den Blättern deiner Pflanze entdecken, solltest du diese einfach vollständig entfernen. Die neuen Triebe werden zumeist nicht wieder von Schädlingen befallen sein.

Nährwerte

Als Heilpflanze ist die Minze mit ihren Inhaltsstoffen eine klassische Gesundmacherin. Nicht nur Magenbeschwerden und Erkältungen kann die Pflanze lindern, auch äußerlichen Wunden hilft ein Umschlag aus eingekochter Minze bei der Heilung.

Nährwerte je 100g

Kalorien 44kcal
Fett 4g
Kohlenhydrate 5,3g
Eiweiß 4g

Fragen & Antworten zu unserer Minze

Stelle eine Frage zum Produkt

Aktualisiert am