Der Majoran

Für die Kultivierung des würzigen Majorans im eigenen Grün sprechen nicht nur sein intensiver Geschmack und der pflegeleichte Anbau. Durch die verschiedenen Möglichkeiten der Haltbarmachung können die süßlich-herben Blätter noch Monate nach der Ernte jede deftige Mahlzeit aufpeppen. Nicht umsonst kennt man das Küchenkraut auch unter dem Namen Wurstkraut oder Bratenkräutel.    

Das Lippenblütengewächs Majoran (Origanum majorana) gehört wie sein naher Verwandter namens Oregano zur Gattung Dost. Die Pflanze wächst bis zu 60 Zentimeter in die Höhe und wird in den Sommermonaten von weißen bis leicht rosafarbenen Blüten geziert. Ursprünglich ließ sich das Kraut vor allem in Vorderasien, beispielsweise der Türkei oder Zypern finden. Heute wird es gerade wegen seiner Anspruchslosigkeit an die Umgebung auch gerne in hiesigen Kräuterbeeten kultiviert.

Standort und Boden

Um geschmacklich die volle Intensität zu erreichen, sollte die Pflanze an einem vollsonnigen Platz stehen. Ein durchlässiger und nährstoffreicher Boden ist optimal für sie. Auf kalkhaltigen Böden fühlt sich die Majoran Pflanze sehr wohl, auf reinen Sandböden hingegen gar nicht.

Grundsätzlich sollten die Nachbarkräuter natürlich ebenfalls sonnenverliebt und einjährig sein, damit sie mit der Majoran Pflanze harmonieren. Kamille ist als “Kraut von Nebenan” nicht nur unbedenklich, es fördert sogar den Wachstum des Majorans. Pflanzen die sich eher auf nährstoffarmen Böden wohl fühlen, eignen sich nicht als Nachbar.  

Standort: sonnig
Gute Nachbar*innen:
Dill, Petersilie, Lavendel, Kresse, Kerbel und Kamille
Schlechte Nachbar*innen:
Thymian

Pflanzung

Sobald keine Frostperioden mehr zu erwarten sind, kann das Kraut in einem Abstand von 25 x 25 cm nach draußen gepflanzt werden. Pro Pflanzstelle kannst du zwei Pflanzen einsetzen. Hast du gefallen an der Pflanze gefunden, kannst du dich schonmal nach einem neuen sonnigen Standort fürs nächste Jahr umsehen. Majoran gehört zu den selbstunverträglichen Kräutern und sollte erst nach vier Jahren wieder an den einen vorher schonmal belegten Platz.

Aussaat

Ab Mitte März können die Samen im Frühbeetkasten oder auf deiner Fensterbank vorgezogen werden. Erst ab etwa Mitte Mai kannst du die Samen auch direkt ins Freiland aussäen, denn die Samen des Majorans brauchen eine Durchschnittstemperatur von 15 Grad, idealerweise bis 20 Grad. Außerdem brauchen die Samen genügend Licht zum Keimen, sie sollten also höchstens mit etwas Sand übersiebt werden. Bei den richtigen Bedingungen keimt Majoran nach etwa zwanzig Tagen. Pro Pflanzstelle solltest du etwa drei bis fünf Samen einplanen. Die kleinen Grüppchen sollten dabei mit einem Abstand von 20 bis 30 cm eingepflanzt werden, dies gilt auch für eine Anzucht in Anzuchttöpfen. Zwischen den verschiedenen Reihen sollte rund 15 cm Platz sein. Halte die Samen nach dem setzen feucht, bestenfalls mit einer Sprühflasche, damit sie vom Wind nicht davon geweht werden. Sind die Jungpflanzen groß genug (zwischen 5 und 10 cm) werden die schwächeren aussortiert. Ein bis drei Pflanzen sollen dabei übrig bleiben.

Schnellüberblick

Aussaat im Haus: ab März
Aussaat im Freiland: ab April
Standort: sonnig
Aussaattiefe: max. 0,5cm
Pflanzabstand: 20-30cm
Dauer Keimung: 2-3 Wochen
Monate Ernte: ganzjährig

Pflege und Wässern

Majoran kommt in der Regel ganz ohne Düngung aus. Wird durch die Zugabe von Dünger der Stickstoffgehalt im Substrat erhöht kann das sogar schädlich sein und zu einem Blattlausbefall führen. Es reicht vollkommen aus, wenn du vor der Aussaat etwas Kompost in das Substrat einarbeitest.

Während der Anzucht solltest du das Jungkraut immer schön feucht halten, damit es sich gut in die Umgebung einleben kann. Sobald die Pflanze gut angewachsen ist kommt sie aber auch gut mit etwas Trockenheit zurecht und ist dankbar für eine sparsame Bewässerung. Vermeide unbedingt Staunässe, damit die Wurzeln nicht beginnen zu faulen. Wenn sich Unkraut breit macht, solltest du es regelmäßig entfernen, damit der Boden schön locker bleibt.

Ernte und Verarbeitung

Von Ende Juni bis in den September hinein blüht der Majoran weiß bis zartrosa. Sobald sich die feinen und etwas versteckten Blütenknospen beginnen zu öffnen, ist das beliebte Küchenkraut bereit zur Ernte. Schneide dafür mit einem scharfen Werkzeug ganze Triebe etwa 10 cm über der Erde ab. So steht einem Neuaustrieb und einer guten Verzweigung nichts im Wege. Bis in den Herbst, so lange neue Triebe nachwachsen, kannst du die Ernte fortsetzen.

Planst du deinen Majoran zu trocknen um ihn besonders haltbar zu machen, solltest du mit der Ernte im besten Falle bereits kurz vor der Blütezeit anfangen. Zu diesem Zeitpunkt stecken besonders viele ätherische Öle in den Blättern. Binde einfach ein paar Triebe zu einem kleinen Bündel zusammen und hänge sie häuptlings bei etwa 20 bis 30 Grad Zimmertemperatur auf. Hier sollten sie bei trockener Luft im besten Fall zwischen 24 und 48 Stunden trocknen. Dies ist sowohl die schonendste als auch die dekorativste Möglichkeit die vorab frisch gepflückten Triebe zu trocknen.


Auch eine beliebte Variante zur Haltbarmachung ist das Einlegen. Lege die Triebe vollständig bedeckt in Olivenöl, damit sich kein Schimmel bilden kann. Der Majoran ist so sehr viel langlebiger und das Olivenöl bekommt eine würzige Note. Eine wahre Win-win-Situation!

Überwinterung

In unseren Breitengraden wird Majoran einjährig kultiviert. Die Pflanze gilt als frostempfindlich und übersteht demnach die Winter in den hiesigen Gärten nicht.

Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten ist der Majoran äußerst unempfindlich. Ein Befall von Schädlingen wie Blattläusen, Springwanzen, Erdraupen oder Bodenpilzen kommt bei falscher Pflege trotzdem mal vor. Achtet man auf die richtige Bewässerung und verhindert so, dass Staunässe entsteht ist bereits gut vorgesorgt. Das Vermeiden eines zu hohen Stickstoffgehaltes ist eine weitere Möglichkeit der Prävention.

Nährwerte

Majoran trägt nicht nur einen würzigen Teil zum Essen bei, sondern fördert auch die Verdauung. Es handelt sich nämlich nicht nur um ein Gewürz- sondern auch um ein Heilkraut. Durch einen hohen Anteil an ätherischen Ölen von 0,7 bis 3,5 % wirkt es antibakteriell, entzündungshemmend und beruhigend. Aus Majoran gewonne Salbe wird vielseitig eingesetzt, wie beispielsweise bei Schnupfen, Wunden oder Magenbeschwerden.

Nährwerte je 100g

Kalorien 52kcal
Fett 1,13g
Kohlenhydrate 6,87g
Eiweiß 2,05g

Fragen & Antworten zu unserem Majoran

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