Der Koriander

Koriander wird von vielen Leuten geliebt und wohl von genauso vielen als ungenießbar empfunden. Diese Vorliebe oder Abneigung wird von vielen Faktoren beeinflusst, bezieht sich jedoch vor allem auf die Blätter der Pflanze. Die Samenkörner, die als Gewürz verwendet werden, haben ein ganz anderes, aber genauso intensives Aroma und sind ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Speisen.

Sowohl Korianderblätter als auch die Samenkörner werden in erster Linie mit der asiatischen Küche assoziiert, wobei die Pflanze ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet stammt. Sie ist mit Blattpetersilie verwandt und kann auch leicht mit dieser verwechselt werden. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass die Blätter des Korianders feiner sind und leicht gefedert aussehen, vor allem die jüngeren Blätter. Koriander ist eine einjährige, nicht winterharte Pflanze. Zur Blütezeit im Juni und Juli steckt sie ihre ganze Kraft in die Ausbildung der Samenkörner, die im August und September reifen.

Standort und Boden

Bei der Standortwahl kommt es darauf an, worauf du es bei der Ernte abgesehen hast. Möchtest du vor allem viele frische Blätter ernten, dann suche einen eher halbschattigen Standort für den Koriander aus. Du kannst ihn auch in einem Gemüsebeet zwischen höhere Gemüsepflanzen setzen. Möchtest du möglichst viele Samen ernten, ist ein sonniger und warmer Platz nötig. In beiden Fällen ist ein windgeschützter Platz gut für die Pflanze. Koriander kann ins Freiland gepflanzt werden, eignet sich aber auch hervorragend für eine Kultur im Topf oder Balkonkasten. Sehr wichtig ist dabei ein Abflussloch im Gefäß, damit keine Staunässe entsteht. Im Beet solltest du darauf achten, Anbaupausen einzulegen. Im selben Beet sollte nur alle vier Jahre Koriander wachsen.

Koriander mag lockeren Boden, gerne auch mit etwas Sand vermengt. Die Erde sollte nicht frisch gedüngt sein, da die Pflanze ein Schwachzehrer ist und daher nicht so viele Nährstoffe benötigt.

Standort: sonnig bis halbschattig, windgeschützt
Gute Nachbar*innen: Kohl, Salat, Dill, Ingwer, Petersilie, Kamille, Salbei
Schlechte Nachbar*innen: Rucola und Schnittlauch

Pflanzung

Du kannst Koriander ab Mitte Mai nach draußen pflanzen, wenn keine nächtlichen Fröste mehr zu erwarten sind. Suche dir dazu entweder einen passenden Ort im Gemüse- oder Kräuterbeet aus oder pflanze ihn in einen Topf. Im Beet solltest du darauf achten, dass die Erde nicht frisch gedüngt ist. Vermenge den Erdaushub mit etwas Sand oder normaler Gartenerde, falls du sehr schweren, lehmigen Boden hast. Achte auf einen Abstand zu anderen Pflanzen, damit der Koriander schön buschig heranwachsen kann, 10 bis 20 cm solltest du dabei einhalten. Stehen die Pflanzen zu dicht, neigen sie dazu, vorzeitig zu blühen.

Möchtest du den Koriander in einen Topf pflanzen, kannst du ebenfalls normale Gartenerde verwenden. Der Topf muss nicht so breit, dafür aber etwas höher sein, denn der Koriander entwickelt eine lange sogenannte Pfahlwurzel.

Aussaat

Du kannst Koriander entweder direkt ins Freiland säen oder drinnen auf der Fensterbank vorziehen. Eine Direktsaat in Beet oder Topf kann ab April erfolgen, jedoch sind die jungen Pflänzchen noch frostempfindlich. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, warte die Eisheiligen Mitte Mai noch ab.

 

Im Beet sollte der Boden locker sein und nicht frisch gedüngt. Du kannst Koriander zum Beispiel in Reihen aussäen. Diese sollten einen Abstand von etwa 20 bis 30 cm zueinander haben. Lege die Saat in einem Abstand von etwa 10 bis 15 cm aus und bedecke sie nur mit einer sehr feinen Schicht Erde. Die Erde sollte in den Phasen der Keimung und des frühen Wachstums stets feucht gehalten werden.

 

Für die Voranzucht auf der Fensterbank kannst du zum Beispiel Saatschalen verwenden, in die du viele Körner auf einmal säen kannst. Benutze spezielle Anzuchterde, da diese nicht so stark gedüngt ist wie normale Erde. Auch hier gilt, dass du die Samen nur mit einer sehr dünnen Schicht Erde bedecken darfst, da es sich bei Koriander um einen Lichtkeimer handelt. Halte die Erde immer leicht feucht.

Zunächst entwickelt die Pflanze die Keimblätter, erst nach einiger Zeit erscheinen die spezifisch geformten richtigen Blätter. Diese wachsen paarweise und wenn drei bis vier Paare davon zu sehen sind, kannst du den Keimling in ein größeres Gefäß umtopfen. Der Topf sollte einen Durchmesser von mindestens 12 cm besitzen. Setze die kleine Pflanze dabei bis zum unteren Blattpaar in frische Erde, drücke und gieße sie leicht an.

Du kannst Koriander öfter nachsäen, damit über einen längeren Zeitraum frische Blätter geerntet werden können, denn nach der Blüte stirbt die Pflanze ab.

Schnellüberblick

Aussaat im Haus: ab März
Aussaat im Freiland: ab Mai
Standort: sonnig bis halbschattig, windgeschützt
Aussaattiefe: aufliegend
Pflanzabstand: 10-15cm
Dauer Keimung: 2-3 Wochen
Monate Ernte: Juni bis September

Pflege und Wässern

Die erwachsene Pflanze benötigt nicht viel Wasser und du musst sie erst gießen, wenn die Erde oberflächlich angetrocknet ist. Gieße am besten morgens und möglichst nah an der Erde, damit die Blätter nicht nass werden. Bei der Kultivierung im Topf musst du öfters gießen, da die geringere Menge Erde das Wasser nicht so gut speichern kann.

Lediglich in der Anzuchtphase müssen die kleinen Pflänzchen stets feucht gehalten werden.

Koriander ist nicht nur kalkverträglich, er mag ihn sogar. Gegen das Wässern mit Leitungswasser ist also nichts einzuwenden.

Normalerweise ist in normaler Blumenerde genug Dünger für eine Saison vorhanden, sodass du den Koriander nicht zusätzlich düngen musst. Solltest du ihn in sehr nährstoffarme Erde gepflanzt haben, können gelbe Blätter ein Anzeichen für einen Nährstoffmangel sein und eine kleine Düngung wird notwendig.

Wichtig ist, dass du das Beet oder den Topf unkrautfrei hältst, vor allem, wenn der Koriander noch klein ist. Er kann sich gegen andere Pflanzen nämlich nicht so gut durchsetzen.

Ernte und Verarbeitung

Für die Ernte der Samen musst du warten, bis diese fast ganz reif sind. Die Samenstände haben dann eine hellbraune Farbe. Du kannst den kompletten Stängel abknipsen und zum Trocknen in die Sonne hängen. Die Samen lassen sich anschließend gut herausschütteln. Wartest du hingegen mit der Ernte, bis die Samen an der Pflanze getrocknet sind, ist das Vorgehen mühsamer, da viele Samen von selbst herausfallen.

Eine typische Verwendung für Koriandersamen sind Currys, sie eignen sich aber auch perfekt für Tomatengerichte wie Suppen oder Soßen. Sie können im Ganzen, grob zerstoßen oder fein zermahlen zum Einsatz kommen. Auch zum Backen kann man sie im gemahlenen Zustand verwenden. Es ist auch möglich, einen Tee daraus zuzubereiten, denn Koriander ist eine bekannte Heilpflanze.

Zum Ernten der Blätter ist es ratsam, immer die frischen, hellgrünen Blätter oben an der Pflanze zu ernten. Diese schmecken einfach noch besser und außerdem treibt der Koriander dann erneut aus. Die Blätter können frisch als Garnitur auf asiatischen Reis- oder Nudelgerichten verwendet werden, zum Beispiel in einer köstlichen Kombination mit gehackten Erdnüssen, aber auch in warme Gerichte wie Eintöpfe und Suppen passen die Blätter gut.

Nach der Blüte werden die Blätter bitterer im Geschmack. Die Blüten können abgeknipst werden, um für eine längere Zeit Blätter ernten zu können. Aber ganz ohne Blüte entwickeln sich natürlich auch keine Samen.

Die Wurzel des Korianders ist übrigens auch essbar und kommt oft in asiatischen Würzpasten zum Einsatz.

Überwinterung

Koriander ist nicht winterhart und eine Überwinterung in Wohnung oder Haus ist selten erfolgreich, da die Pflanze nach der Blüte kaum noch weiter wächst oder abstirbt.

Krankheiten und Schädlinge

Wenn die Blätter des Korianders nicht gut trocknen können, zum Beispiel, weil die Pflanzen zu eng stehen, kann sich Mehltau auf ihnen ausbreiten. Die besten Maßnahmen, um dies zu verhindern, sind ein ausreichender Pflanzabstand sowie das Gießen nah an der Erde, ohne die Blätter zu befeuchten.

Nährwerte

Korianderblätter sind sehr gesund, denn sie enthalten die Vitamine K, E und A. Hier findest du eine Übersicht der wichtigsten Nährstoffe:

Nährwerte je 100g

Kalorien 22kcal
Fett 0,5g
Kohlenhydrate 3,7g
Eiweiß 2g

Fragen & Antworten zu unserem Koriander

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