Die Aubergine

Die Aubergine darf heute in keinem Garten mehr fehlen. Das mediterrane Gemüse macht sich mit seinen violetten Blüten und dunklen lilafarbenen Früchten nicht nur klasse im Beet, ihre Erträge lassen sich auch vielseitig verwenden und sind echte Leckerbissen. Trotz ihrer Kälteempfindlichkeit findet die Pflanze heute mehr und mehr Einzug auch in unsere Gemüsebeete. Mit ein paar einfachen Tricks und Kniffen wird auch deine erste eigene Auberginen-Ernte ein voller Erfolg.

Anders als viele andere Gemüsesorten darfst du die Früchte deiner Aubergine (Solanum melongena) auf keinen Fall roh verzehren. Dies liegt an den in ihr enthaltenen Bitterstoffen, die sich erst beim Zubereiten mit dem Erhitzen lösen. Die Pflanze wirft damit vielleicht keine Snacks für zwischendurch ab - ihr Anbau im Garten ist aber eine wahre Bereicherung für deine Küche.

Standort und Boden

Die Aubergine steht auf Grund ihrer Herkunft am liebsten warm und sonnig. Zwar entwickelt sie bereits bei 15 Grad erste Blüten - ihr volles Wachstum und die besten Erträge entwickelt sie aber erst bei etwa 25 Grad. Für ihren Standort in unseren, zumeist etwas kühleren, Gärten bieten sich daher zwei Möglichkeiten: So kannst du deine Pflanze entweder an einen Ort setzen, der beinahe den ganzen Tag von der Sonne beschienen wird und im besten Fall auch etwas Wärme aufstaut: vor einer sonnenzugewandten Hauswand etwa steht die Pflanze ideal. Aber auch im Gewächshaus macht sich die Aubergine prima.

Für die Vorbereitung des Bodens bietet es sich an, den zukünftigen Standort der Pflanze mit etwas Kompost anzureichern. Denn die Pflanze freut sich über zusätzliche Nährstoffe. Mache dir bei wenig nährstoffreichem Boden aber keine Sorgen: du kannst dem Wachstum der Pflanze im Zweifel auch mit etwas Dünger auf die Sprünge helfen.

Was die Wahl ihrer Nachbar*innen betrifft, ist die Aubergine nicht allzu wählerisch. Beinahe alle Kohl und Salatsorten gedeihen hervorragend neben ihr und auch Spinat begünstigt ihr Wachstum. Lediglich Paprika, rote Beete, Erbsen und Kartoffeln solltest du als Nachbar*innen vermeiden. Dies liegt daran, dass diese Pflanzen die selben Nährstoffe benötigen wie die Aubergine und deshalb unterirdisch mit ihr konkurrieren.

Zu allen Seiten hin sollte die Pflanze außerdem mit gut einem halben Meter Abstand zu den nächsten Gewächsen gepflanzt werden, um wachsen - und sich ausbreiten zu können. Ihre Triebe müssen immerhin schon bald die wirklich schweren eiförmigen Früchte tragen und sollen hierfür genügend Kraft sammeln. Das buschige Gewächs kann dabei gut und gerne  60 bis 120 Zentimeter groß werden. Auch die Aubergine sollte nur alle vier Jahre am gleichen Standort angebaut werden, damit dieser in der Zwischenzeit die von ihr benötigten Nährstoffe nachbilden kann. In diesen Jahren eignet sich der Ort aber noch immer gut für den Anbau von Bohnen und Hülsenfrüchten.

Standort: sonnig und warm
Gute Nachbar*innen: Kohl, Salat, Spinat
Schlechte Nachbar*innen: Paprika, rote Beete, Erbsen, Kartoffeln

Pflanzung

Willst du deine Aubergine als Pflanze ins Beet aussetzen, solltest du diese bereits gegen Ende Januar im Haus vorziehen. Spätestens solltest du damit Anfang März beginnen. Die Aubergine braucht nämlich etwa sechs Wochen bis sie aus der Saat austreibt.

Diese kommt für die Anzucht ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde. Ein Korn pro Topf genügt aus, da die Pflanzen sehr zuverlässig austreiben. Da sie erst nach den Eisheiligen, also Mitte Mai in den Garten umziehen darf, bietet es sich an keinen allzu kleinen Topf für die Anzucht zu wählen. Denn sonst muss dein Pflänzchen umziehen. Auch das ist zwar möglich, kann aber zum Wohle der empfindlichen jungen Triebe vermieden werden.

Dein kleiner Zögling braucht zum keimen etwa 20 Grad und einen sonnigen Platz auf der Fensterbank. Außerdem solltest du dafür sorgen, dass seine Erde dauerhaft feucht ist.

Du kannst die Aubergine nach dem Anziehen auch in einen Topf auf dem Balkon setzen. Damit sie genügend Raum zur Verwurzelung hat und stabil genug steht, um Früchte zu tragen sollte dieser mindestens 10 Liter Erde fassen.

Beim Aussetzen, im Freiland wie im Topf, empfiehlt es sich außerdem, der Aubergine eine Stütze zur Verfügung zu stellen, die den Stamm beim tragen der schweren Früchte unterstützt.

Aussaat

Eine Aubergine direkt ins Freiland zu säen ist möglich, aber eher unüblich. Erst ab Mitte Mai haben die Samen eine Chance, auch draußen zu keimen. Auf Grund der langen Keimdauer ist es für eine reiche Ernte dann aber zumeist schon zu spät.

Schnellüberblick

Aussaat im Haus: ab Januar
Aussaat im Freiland: ab Mai
Standort: sonnig und warm
Aussaattiefe: 1,5cm
Pflanzabstand: 50cm
Dauer Keimung: 6 Wochen
Monate Ernte: Juli bis September

Pflege und Wässern

Deine Aubergine ist auf ein regelmäßiges Gießen angewiesen. Einmal täglich sollte sie etwas Wasser bekommen - am besten früh oder aber spät am Tag. Zu heißen und sonnenintensiven Tageszeiten verdunstet das zugegossene Wasser nämlich schneller. Außerdem kann Wasser auf den Blattoberflächen bei zu großer Hitze der Pflanze durch Verbrennungen schaden.

Willst du deiner Pflanze etwas gutes tun, kannst du sie außerdem hin und wieder düngen. Etwa alle drei Monate verträgt die Pflanze dies gut. Eine selbst angesetzte Brennesseljauche eignet sich hierfür hervorragend.

Viel wichtiger ist für die Pflege und eine große Fruchtausbeute aber das sogenannte Ausgeizen, also das Beschneiden der Pflanze. Denn hat sie zu viele Triebe, benötigen diese viel Energie, die nicht in die Fruchtausbildung investiert werden kann.

Zwei bis drei Haupttriebe, also solche, die direkt vom Hauptstamm abgehen, reichen der Pflanze für ein ideales Wachstum aus. Schneide deshalb alle weiteren Seitentriebe ab. Natürlich dürfen von den Haupttrieben selbst weitere Triebe abästeln. Am unteren Ende der Haupttriebe sollten auch diese kleineren, sogenannten Blatttriebe, entfernt werden. Weiter oben sollten sie aber stehen bleiben.

An jedem Trieb sollten außerdem zeitgleich maximal drei Früchte ausgebildet werden. Da diese Früchte aus den Blüten entstehen, kannst du dies schon bei der Blütenbildung kontrollieren. Weitere Blüten an einem Trieb solltest du ebenso kürzen.

Nutze zum Ausgeizen deiner Pflanze unbedingt ein scharfes Messer, damit keine unsauberen Schnitte entstehen an denen die Pflanze anfällig für Schädlinge und Krankheitserreger ist.

Ernte und Verarbeitung

Etwa im Juli oder August sind die ersten Früchte deiner Pflanze erntereif. Du erkennst dies daran, dass ihre Schale voll ausgefärbt ist und leicht glänzen. Die Grüne Krone, die die Frucht am oberen Ende mit der Pflanze verbindet, ist bei ihrer Reife außerdem saftig grün. Färbt sich diese bräunlich ist, ist die Erntezeit der betreffenden Frucht schon beinahe überschritten. Du solltest sie dann möglichst schnell verzehren, bevor sie wässrig und schwammig wird und damit ihren Geschmack verliert.

Anders als bei anderen Pflanzen sollte die Aubergine auf keinen Fall unreif geerntet werden. Sie reift, einmal gepflückt, nicht weiter nach und bleibt lediglich ungenießbar.

Bis weit in den September hinein wird deine Pflanze weitere Früchte ausbilden, die du ihrer Reife weiterhin ernten kannst. Tue dies am besten ebenfalls mit einem scharfen Messer. Die Früchte sitzen auf Grund ihres Gewichtes recht fest an der Pflanze, um nicht bei leichter Erschütterung abzufallen. Sie sind daher nicht so leicht mit der bloßen Hand zu pflücken.

Überwinterung

Die Aubergine ist kein winterfestes Gewächs. Trägt sie gegen Ende September keine Früchte mehr wird es Zeit, sie aus dem Beet zu entfernen und so Platz für ein Wintergemüse zu schaffen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Aubergine zieht in der Regel wenige Schädlinge an. Sie ist lediglich anfällig für Fäule, sollten ihre Wurzeln zu lange etwa in Staunässe stehen. Achte deshalb beim Gießen gut darauf, dass das Wasser in den Boden versickert und keine Pfütze bleibt.

Nährwerte

Die Aubergine besteht zu ihrem größten Teil aus Wasser und ist deshalb ein sehr fett- und kalorienarmes Gemüse. Nichts desto trotz machen ihre Inhaltsstoffe wie Kalium oder die vor Allem in der Schale enthaltenen Vitamine sie zu einem gesunden Bestandteil deiner täglichen Ernährung.

Nährwerte je 100g

Kalorien 25kcal
Fett 0,2g
Kohlenhydrate 6g

Fragen & Antworten zu unserer Aubergine

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