Zitrusschalen: 3 No-Waste-Ideen

Schalen, Wurzeln, Reste - jeden Tag fallen einige Mengen an pflanzlichen Abfällen in unseren Küchen an. Die zum Verzehr ungeeigneten Bestandteile wandern meistens auf den Kompost oder in die Tonne, dabei kann vieles davon im Haushalt und auch weiterhin in der Küche verwendet werden. So reduziert sich einerseits der Hausmüll, andererseits sparst du Geld und den einen oder anderen Gang in den Supermarkt. Da die Möglichkeiten sehr vielfältig sind, stellen wir dir ein paar tolle und einfache No-Waste-Rezepte vor.

No Waste kurz erklärt

Das Prinzip

“No Waste” beschreibt einen Lebensstil oder eine Vorgehensweise, bei der die Entstehung von Abfällen von vornherein vermieden wird. Das, was wir normalerweise entsorgen und in den Müll werfen würden, wird zu etwas Neuem verarbeitet oder anders weiterverwendet, weshalb weniger (oder im Idealfall gar nichts) weggeworfen wird. Ursachen der Idee sind die gewaltigen Mengen an Müll, die wir im alltäglichen Leben produzieren - und die auch irgendwie irgendwo entsorgt werden müssen. Dies ist häufig mit sehr viel Energieverbrauch verbunden und schädigt unsere Umwelt. Es haben sich inzwischen ganze Bewegungen und Philosophien entwickelt, bei denen die Praktizierenden ein mehr oder weniger müllfreies Leben führen und bewusst auf den Einsatz von Plastik verzichten. Dieses Prinzip/dieser Lebensstil wird auch als “Zero Waste” bezeichnet.

 

Deshalb ist es toll

Die Vorteile des No-Waste-Prinzips sind eigentlich selbsterklärend: Weniger Müll bedeutet natürlich, dass die Umwelt geschont wird. Und wenn wir ehrlich zu uns sind, ist bei den von uns produzierten Abfallmengen schon der kleinste Aufwand sehr viel wert. Außerdem können die entsprechenden Reste zusammen mit wenigen und einfachen Zutaten zu kostengünstigen Alternativen, zum Beispiel zu Putzmitteln, umgewandelt werden. Das spart wiederum Geld.

 

Aktuell haben Zitrusfrüchte noch Saison, weshalb sie wahrscheinlich ziemlich oft in deinem Einkaufswagen landen. Das bedeutet natürlich auch eine Menge Schalen, die entsorgt werden müssen. Dabei lassen sich die Schalen von Orange, Zitrone und Co. wegen ihres fruchtig-frischen Aromas und ihres Säuregehalts nicht nur zu tollem Putzmittel weiterverarbeiten, sondern können auch noch einmal in der Küche zum Einsatz kommen. Wenn du deine eigenen Zitrusbäumchen hast und dich über reife Früchte freuen kannst, solltest du bei der Pflege auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten. Auch beim Einkauf im Supermarkt ist es wichtig, Früchte aus biologischem Anbau zu wählen. Konventionell angebaute Zitrusfrüchte sind häufig stark mit schädlichen Pestiziden und chemischen Reifemitteln belastet, die sich nicht abwaschen lassen. Übrigens: Hier kannst du nachlesen, worauf du bei der Zitrusernte achten musst und woran du die reifsten und leckersten Früchte im Supermarktregal erkennst.

Zitrusschalen duften herrlich und es ist schade, sie nicht weiterzuverwenden.

3 Rezept-Ideen

1. Zitruspulver aus gemahlenen Zitronenschalen

Wir wollen mit einem wahren Multitalent starten: Ein fruchtiges Pulver aus getrockneten Zitronenschalen. Es kann lange gelagert werden und ist für viele Rezepte eine tolle Basis; allein in der Küche ist es universell einsetzbar, egal ob als Bestandteil von Gewürzmischungen, Zusatz für erfrischende Getränke und Smoothies oder in Gebäck. In unserem Magazin findest du außerdem einen schönen allgemeinen Leitfaden zum Trocknen und Dörren.

 

Das aromatische Pulver peppt auch Kekse, Kuchen oder Waffeln auf - hier in Kombination mit Puderzucker, Vanille und getrockneten Himbeeren.

 

Das brauchst du

  • Frische Zitronen, Menge nach Belieben (wir empfehlen für den Anfang mit einer kleinen Menge zu arbeiten)
    • Alternativ funktionieren auch Orangen, Mandarinen und Limetten.
  • Schäler, Messer oder Reibe
  • Backblech oder Gitter, Ofen
  • Mörser oder (Kaffee-)Mühle
  • Kleines, dunkles Einmachglas oder anderen licht-/luftdichten Behälter

 

So wird’s gemacht

Wasche die Früchte zuerst möglichst gründlich unter heißem Wasser ab. Während sie abtropfen, kannst du den Ofen schon einmal vorbereiten und vorheizen. Stelle ihn dafür auf 40 bis 50 Grad (Umluft). Trockne nun die vorbereiteten Früchte ab und ziehe die Schalen mit einem scharfen Messer oder Schäler in nicht zu großen Fetzen ab; versuche dabei, die weißen Fasern möglichst an den Früchten zu lassen. Eine Reibe funktioniert auch. Alternativ kannst du natürlich auch Schalen sammeln und für wenige Tage im Kühlschrank lagern, wenn du nicht so viele Früchte auf einmal schälen möchtest.

Eine Reibe produziert kleinere Stückchen, mit einem Messer kann man jedoch die Dicke besser kontrollieren.

 

Die Schalen werden anschließend gleichmäßig auf dem Backblech oder Gitter verteilt und in den Ofen geschoben. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, muss die Backofentür einen Spalt breit offen bleiben. Dazu kannst du einfach einen Holzlöffel in die Tür klemmen. Die Trocknungszeit beträgt, je nach Temperatur und Dicke der Schalen, etwa 3 bis 4 Stunden. Sind die Schalen wirklich vollständig trocken, kannst du sie herausholen und abkühlen lassen. Anschließend im Mörser oder in der Mühle zu einem feinen Pulver zerkleinern - fertig. Zum Schluss muss das Pulver nur noch in ein licht- und luftdichtes Gefäß abgefüllt und verschlossen werden.

Tipp: Hast du besonders viele Schalen, musst du nicht unbedingt alle zu Pulver verarbeiten; lege dir ein paar Stücke der getrockneten Schalen zur Seite und peppe damit deine Tasse Kräutertee auf!

Auf einem Backblech trocknen die Schalen schnell.

 

 

2. Duftendes Orangenöl

Dieses duftende Öl bietet eine tolle Basis, egal ob als pflegendes und verwöhnendes Körperöl oder als Grundlage für aromatische Gewürzöle.

 

Das brauchst du

  • Basisöl in Bio-Qualität deiner Wahl, Menge nach Belieben (z.B. Haselnuss, Mandel, Sonnenblume, Olive)
  • Orangenpulver
  • Dunkle Glasflaschen zum Aufbewahren

Etwas gröberes Pulver, hier eine Mischung aus Orangen- und Zitronenschalen.

 

So wird’s gemacht

Für das Orangenpulver gehst du genauso vor, wie oben am Beispiel der Zitrone beschrieben. Anschließend gibst du 3-4 Teelöffel (oder mehr, je nach Belieben), zusammen mit der gewünschten Ölmenge in ein passendes Gefäß. Wie immer, wenn etwas abgefüllt wird und gelagert werden muss, muss das Gefäß möglichst licht- und luftdicht sein. Drehe es einige Male auf den Kopf, um das Öl mit dem Pulver zu vermengen. Anschließend muss das Öl etwa 1 Woche lang an einem dunklen und und kühlen Ort ziehen. Ab und zu kannst du es wieder langsam hin- und her wenden, um alles zu vermischen. Ist es durchgezogen, kann es weitergehen: Schnapp dir die Flasche deiner Wahl und gieße das Öl durch einen Kaffeefilter (oder einen entsprechenden Ersatz wie z.B. ein Filtertuch) hinein. Du kannst den Filter in einen Sieb legen, das erleichtert dir die Arbeit. Auf diese Weise werden Pulverreste aus dem Öl entfernt. Verschließen, beschriften, fertig.

Dieses Vorgehen bildet die Grundlage für viele Varianten: In der Küche kannst du Kräuter, wie zum Beispiel Rosmarin oder Thymian, mit abfüllen und ziehen lassen. Verwende am besten getrocknete Kräuter und achte darauf, dass sie immer komplett mit Öl bedeckt sind, also keinen Kontakt zur Luft haben. So minimierst du die Gefahr, dass etwas schimmelt. Olivenöl oder ein neutrales Pflanzenöl wie beispielsweise Sonnenblumen- oder Rapsöl, eignen sich dafür besonders gut. Auch Walnussöl oder Kürbiskernöl sind leckere und gesunde Optionen. Verwenden kannst du dein Orangenöl in Salaten und Suppen, aber auch herzhafte Fleischgerichte oder ein deftiges Ofengemüse mit Kürbis passen hervorragend dazu. Wenn du mehr zum Thema “Einlegen” wissen möchtest, haben wir eine tolle Übersicht für dich.

Pflanzenöle eignen sich auch als Pflege für die Haut sehr gut, vor allem im Winter, wenn ihr die trockene Heizungsluft zusetzt. Ein dufter Zusatz ist zum Beispiel echte Vanille, aber auch Lavendel und Melisse sind eine schöne Ergänzung. Als Basis eignen sich pflegende Öle, wie zum Beispiel Argan-, Haselnuss- oder Mandelöl sehr gut.

 

3. Natürlicher Zitrus-Essigreiniger

Zitrusfrüchte und ihre Schalen machen nicht nur in der Küche eine gute Figur. Wegen ihrer ätherischen Öle sind sie in Kombination mit weißem Essig ein toller Haushaltshelfer. Wenn du einen effizienten und vollkommen biologischen Essigreiniger herstellen möchtest, der im Handumdrehen angesetzt ist, dann wird dieses Rezept für dich interessant sein!

 

Das brauchst du

  • Schalen von Zitronen (Orangen, Mandarinen, Blutorangen und Limetten funktionieren auch wunderbar)
  • Weißen Tafelessig (alternativ Essig-Essenz)
  • Ein großes, sauberes und luftdicht verschließbares Einmachglas
  • Ein Sieb
  • Eine Sprühflasche o.ä., um den fertigen Reiniger abzufüllen (am besten aus Glas)

 

So wird’s gemacht

Schneide zuerst die Schalen in etwas kleinere Stücke, damit sie hinterher besser in das Einmachglas passen. Fülle sie anschließend hinein. Stopfe das Glas richtig voll, damit hinterher nichts nach oben schwimmt und gieße im Anschluss den Essig auf. Wichtig: Die Schalen müssen auch hier vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sein, damit nichts schimmeln kann. Benutzt du Essigessenz, muss diese mit Wasser verdünnt werden, im Verhältnis 1:4 (also 1 Teil Essigessenz, 4 Teile Wasser). Nun muss das Glas nur noch verschlossen werden. Stelle es an einen warmen Ort und lasse es dort für 2 bis 3 Wochen ziehen. Durch die Wärme lösen sich die ätherischen Öle besser aus den Schalen.

Da die Zitrusschalen recht saugfähig sind und einen Teil des Essigs aufnehmen, musst du regelmäßig nachschauen, ob die Schalen noch vollständig bedeckt sind und gegebenenfalls Essig nachgießen. Vermische die Lösung regelmäßig, indem du das Glas vorsichtig herum drehst oder leicht schüttelst. Den fertigen Reiniger erkennst du daran, dass die Zitronen allmählich ihre Farbe an den Essig abgeben und bleich werden. Zum Schluss die Lösung durch einen feinen Sieb in die Sprühflasche gießen und dein selbstgemachter Zitrus-Essigreiniger ist einsatzbereit!

Bei diesem Essigreiniger gilt, wie bei allen Säure- und Essigreinigern auch: Vorsicht bei empfindlichen und kalkhaltigen Oberflächen (z.B. Natursteinböden oder Silikonfugen). Sie können durch die Säure beschädigt und fleckig werden. Im Bad und in der Küche hingegen ist er ein toller Helfer: Küchengeräte, wie beispielsweise dein Teekocher, deine Kaffeemaschine oder der Backofen lassen sich super damit reinigen. Auch als ökologischer WC- und Badreiniger entfernt er zuverlässig Kalk und Verschmutzungen. Am besten auf die betroffenen Stellen aufsprühen, mit einem feuchten Schwamm einarbeiten und für ein paar Minuten einwirken lassen. Möchtest du es etwas schaumiger, so kannst du auch einen kleinen Schuss Spülmittel oder Handseife hinzufügen.

 

Hier werden die Schalen mit einem passenden Deckel unten gehalten, Gewichte funktionieren aber genauso gut.

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