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Zitruspflanzen im Winter: Die häufigsten Schädlinge und Krankheiten

Da Zitrusbäume als Exoten wärmeliebend sind und viel Sonne brauchen, ist es in unseren Breitengraden besonders im Winter schwierig, gute Wachstumsbedingungen für sie zu schaffen. Das kann zur Folge haben, dass die Pflanzen geschwächt werden und sich ungebetene Gäste einschleichen. Wenn du jedoch regelmäßig nach ihnen schaust, kannst du Krankheiten und Schädlingen vorbeugen oder sie im Ernstfall frühzeitig erkennen.

Richtige Pflege für mehr Widerstandskraft

Gerade bei Zitrusbäumen und anderen exotischen Pflanzen, wie zum Beispiel der Olive, ist es sehr sinnvoll, wenn du dich im Vorfeld gründlich mit der richtigen Pflege beschäftigst und gewissenhaft vorgehst. Die meisten Probleme entstehen nämlich durch Pflegefehler. Diese schwächen auf Dauer die Pflanze und machen sie somit anfälliger für alle möglichen Plagegeister. Vor allem, wenn es kälter wird und sich die Pflanze in die Winterpause begibt, haben Pilze, Schildläuse und Co. leichtes Spiel. Wie du deine Zitrusbäume richtig überwinterst, haben wir übrigens in diesem Artikel erklärt und hier findest du etwas zur korrekten Überwinterung der Olive. Behalte auf jeden Fall im Hinterkopf, dass dein Zitronenbäumchen möglichst hell stehen und desto weniger Wasser bekommen sollte, je dunkler es steht.

 

Ein kühler, aber heller Platz ist perfekt für die Überwinterung von Zitrusbäumen.

Pflegefehler beheben

Häufig treten gelbe Blätter auf; sie sind ein Hinweis darauf, dass der Zitrone das Klima an ihrem Standort nicht zusagt. Kontrolliere den Boden - ist er zu nass, so könnte Staunässe vorliegen und du musst im Extremfall nachschauen, ob es notwendig ist, das Bäumchen aus der Erde zu holen. Es kann aber auch genau andersherum sein, denn dauerhaft zu trockenes Substrat, ebenso zu trockene und warme Luft, bekommen den Zitrusbäumen nicht. Durch regelmäßiges Besprühen oder einen Luftbefeuchter (auch Schälchen mit Wasser auf der Heizung oder neben den Pflanzen) kannst du jedoch ganz einfach Abhilfe schaffen. Zu viel Kalk kann die Blätter ebenfalls gelb werden lassen. Benutze also nur kalkarmes Wasser zum Gießen, denn die Zitrone und ihre Verwandten lieben sandige und somit eher saure Böden. Ist deine Zitrone schon alt und nur die unteren Blätter gelb, brauchst du dir keine Sorgen zu machen - dann handelt es sich bloß um eine Alterserscheinung. Indem die Bäume das alte Laub abwerfen, haben sie mehr Energie für die neuen Triebe. Ein weiteres klares Indiz dafür, dass es deinem Zitronenbaum zu trocken ist, sind eingerollte, vertrocknete Blätter. Als Therapie soll sich der Wurzelballen einmal gut mit Wasser vollsaugen dürfen, abgestorbene Zweige und Äste kannst du einfach wegschneiden.

Die häufigsten Bösewichte

Pflegefehler bleiben meistens nicht lange ohne Gefolgschaft, denn sie ziehen Ungeziefer beinahe magisch an. Vor allem zu warme und zu trockene Luft ist wie eine Einladung für Blattläuse und Konsorten, es sich in der kalten Jahreszeit auf deiner Zitrone bequem zu machen. Zu den häufigsten uneingeladenen Gästen gehören neben den Blattläusen auch Schild-, Woll- und Schmierläuse sowie Spinnmilben. Blattläuse können verschiedene Farben haben (grün, schwarz, rot oder gelb) und tummeln sich meistens an den Stängeln und Blattunterseiten. Sind auch noch Ameisen unterwegs, weißt du ganz genau, dass sich irgendwo in deinem Zitronenbäumchen Blattläuse verstecken.

 

Auf unserem Titelfoto sitzen die Blattläuse am Stängel der Zitruspflanze, hier an den Blattunterseiten.

 

Schildläuse erkennst du an ihrem bräunlichen Schild, unter dem sich die Tiere und deren Nachkommen verbergen und die Blätter der Zitrusbäume aussaugen. Klebrige Tropfen an den Blättern, die als “Honigtau” bezeichneten Ausscheidungen der Schädlinge, sind ebenfalls ein Indiz. Silbrige, graue Flecken und weißliche Gespinste, die die Blätter und Triebe überziehen, gehören zu den Symptomen der Spinnmilbe. Auch sie saugen die Blätter allmählich aus. Woll- und Schmierläuse haben ebenfalls eine Vorliebe für das Laub unserer Zitrusbäume. Ihre Körper sind von einer weißen bis gräulichen Woll-, bzw. Wachsschicht überzogen und sie krabbeln auf den Blättern umher, weshalb du sie leicht erkennen kannst.

 

Auch die ovalen Schildläuse sitzen an Stängeln und Blättern der Pflanzen.

Gegenmaßnahmen - Das kannst du tun

Bei leichten Befällen reicht es häufig schon aus, die Blätter regelmäßig mit kalkarmem Wasser zu besprühen und die gefräßigen Krabbler abzuwischen. Watte, mit einer Alkohollösung getränkt, funktioniert in den meisten Fällen sehr gut bei Schmier- und Schildläusen, Niemöl oder eine Lösung aus Wasser und Schmierseife ebenfalls. Ein Sud aus Brennnesseln, Knoblauch oder Ackerschachtelhalm ist eine gute und ökologische Methode zur Bekämpfung von Blattläusen. Auch Spinnmilben kannst du mit Niemöl abwehren. Zudem solltest du regelmäßig schauen, ob Schnecken unterwegs sind und diese bei Bedarf absammeln und vor die Tür setzen. Sie vergehen sich nicht nur in großem Stil am Laub der Zitrusbäume, sondern auch an ihren Früchten - so bleibt ihre Anwesenheit meistens zum Glück nicht lange unentdeckt. Hier haben wir in unserem Magazin für dich außerdem eine schöne Übersicht über die 6 häufigsten Übeltäter in unseren Gärten (wozu auch einige der hier genannten gehören) und was du gegen sie tun kannst.

 

Schädlinge mögen es trocken, daher tut es den Pflanzen gut, regelmäßig mit Wasser benetzt zu werden.

Pilzerkrankungen - Ein Schädling kommt selten allein

Auch Pilzerkrankungen können als Resultat falscher Pflege auftreten. Du erkennst sie daran, dass einzelne Pflanzenteile vertrocknen oder sogar absterben. Hier hilft nur noch der Griff zur Schere und im Extremfall zu einem biologischen Fungizid. Auch der Rußtau, eine Pilzerkrankung, die sich in Form eines schwarzen Belags auf den Blättern erkennbar macht, kommt häufiger vor. Er ist eine Begleiterscheinung von Lausbefällen und bildet sich meistens auf deren Ausscheidungen. Um ihn loszuwerden, musst du die Ursache beseitigen (die Läuse) und den Pilz selbst gründlich von den Blättern abwaschen.

Prävention - die beste Schädlingsabwehr

Kommen wir nochmal zurück an den Anfang: Je besser die Bedingungen im Winterquartier für deine Zitruspflanzen sind, desto geringer ist also die Gefahr, von Schädlingen und Krankheiten heimgesucht zu werden. Zu warme und trockene Umgebungsluft ist dabei der größte Risikofaktor für einen Befall, ein ausgewogenes Verhältnis von Sonne, Wasser und Temperatur hingegen das beste Mittel zur Prävention. Auch das richtige Gießen und Düngen, vor allem in der kalten Jahreszeit, ist essentiell für gesunde und widerstandsfähige Pflanzen.

In unserem Magazin findest du einen ausführlichen Artikel zum Wasser- und Düngerbedarf der Zitrusbäume - so bleiben sie lange gesund, glücklich und ertragreich!

 

Nicht vergessen: nach der Schädlingsjagd am besten bei einer Heißen Zitrone entspannen.

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