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  • Zitronenbaum schneiden - Der richtige Schnitt für die Zitrone

So schneidest du deinen Zitronenbaum

Das kleine Einmaleins des richtigen Schnitts

Damit er gesund wächst und viele Blüten und Früchte bilden kann, musst du regelmäßig zur Schere greifen und deinen Zitronenbaum schneiden. Dabei gibt es zwar ein paar Dinge zu beachten, doch keine Sorge: die Zitrone und ihre Verwandten sind keine Fans von starken Rückschnitten. Du hast also nicht besonders viel Arbeit mit dem Schnitt deines Zitronenbaums.

Zitronenbaum schneiden: So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Die Zitrone - klein, aber oho

Zitronenbäume sind einfach tolle Pflanzen für unseren Balkon oder die Terrasse. Sie können wegen ihrer Kälteempfindlichkeit zwar nicht im Freiland kultiviert werden, sind aber selbst für den kleinsten Balkon kompakt genug. Das hübsche Laub, die duftenden Blüten und gelben Früchte der Zitrone erobern einfach jedes Herz im Sturm!

Dass Zitronenbäume hier in Mitteleuropa eher klein bleiben und nur sehr langsam wachsen, hat verschiedene Gründe. Einerseits ist die Sonne bei uns einfach viel schwächer als in ihrer warmen Heimat. Dadurch wachsen unsere Zitronen langsamer. Andererseits müssen Zitronenbäume bei uns im Kübel kultiviert werden. Dadurch haben die Wurzeln weniger Platz und das Bäumchen wächst deshalb nur sehr langsam. Normalerweise werden Zitronenbäume bei uns nicht höher als 2 Meter, in Asien oder dem Mittelmeerraum hingegen bis zu 5 Meter!

Zitronenbaum schneiden - ja, aber bitte in Maßen

Zitronenbäume sind an sich schon nicht sehr schnittverträglich und besonders in unseren Breitengraden mögen sie es überhaupt nicht, stark zurückgeschnitten zu werden. Der Zitronenbaum braucht ziemlich lange um nachzuwachsen, was sehr viel Kraft benötigt. Deshalb ist kein kräftiger Rückschnitt nötig, im Gegenteil. Diesmal dürfen wir uns also freuen, denn weniger ist in diesem Fall mehr und die geringe Größe des Zitronenbaums macht uns die Arbeit auch noch richtig leicht.

Ran an die Schere: So schneidest du deinen Zitronenbaum

Zitronenbaum schneiden: ein paar Grundlagen

Grob gesagt sollte der Zitronenbaum nur geschnitten werden, um entweder die Krone in Form zu bringen oder/und abgestorbenes Holz sowie Wassertriebe zu entfernen. Dadurch wird das Wachstum und die Blütenbildung angeregt.

 

Was brauche ich, um meinen Zitronenbaum zu schneiden?

Langfristig soll der Schnitt dafür sorgen, dass eine gleichmäßige und stabile Krone entsteht und erhalten bleibt. Dafür brauchst du nur eine möglichst scharfe Garten- oder Astschere und bei Bedarf Handschuhe sowie einen Eimer o.ä. für die Schnittabfälle. Der Erziehungsschnitt ist dabei nur optional und nicht zwangsweise nötig, der Erhaltungsschnitt hingegen schon.

 

Wie schneide ich meinen Zitronenbaum?

Möchtest du deinen Zitronenbaum schneiden, solltest du immer dort mit der Schere ansetzen, wo sich die Äste oder Zweige gabeln oder an einem Blätteransatz. Lasse dabei also keine Aststummel stehen, ansonsten  kann der Baum die Schnittstelle nicht aus eigener Kraft verschließen. Dadurch können sich Krankheiten Zugang ins Innere des Baums verschaffen. Aus diesem Grund muss der Schnitt so glatt wie möglich und vertikal, also senkrecht von oben nach unten, durchgeführt werden.

 

Wann soll ich meinen Zitronenbaum schneiden?

Der richtige Zeitpunkt hängt davon ab, ob du einen Erziehungs- oder Erhaltungsschnitt durchführen möchtest.

Generell ist es am besten, die Zitrone im Spätwinter oder Frühjahr (Februar, März) zu schneiden. Vor allem, wenn du einen Erziehungsschnitt durchführen möchtest, solltest du unbedingt dieses Zeitfenster dafür nutzen oder im Zweifelsfall lieber darauf verzichten und bis zum nächsten Jahr warten.

Schneidest du deinen Zitronenbaum während der Wachstumsphase, verliert er nämlich zu viel Kraft und kann mit allen möglichen Zickereien darauf reagieren. Zudem dauert es lange, bis sich die Zitrone dann wieder aufgerafft hat. Möchtest du nur einen ganz leichten Erhaltungsschnitt durchführen und das Bäumchen etwas auslichten, so kannst du dies allerdings das ganze Jahr über tun.

Erziehungsschnitt vs. Erhaltungsschnitt

Wie bereits erwähnt, unterscheiden wir zwischen dem Erziehungs- und dem Erhaltungsschnitt. Der Erziehungsschnitt ist eher formgebend und muss (wenn überhaupt)  nur sehr selten durchgeführt werden, der Erhaltungsschnitt hingegen regelmäßig, da ansonsten immer weniger Blüten und Früchte gebildet werden.

Erhaltungsschnitt

Hierbei werden alle abgestorbenen, kranken und abgefrorenen Äste sowie Wassertriebe entfernt und die Krone insgesamt ausgelichtet. Sind Äste nur teilweise abgestorben, so schneide auf jeden Fall bis ins gesunde Holz zurück. Auch Äste, die zu stark aus der Krone herausragen, nach innen wachsen, senkrecht nach oben oder über Kreuz, sollten entfernt, bzw. gekürzt werden.

So wird's gemacht:

Bei sich kreuzenden Ästen entfernst du einfach immer den schwächeren, sodass der kräftigere wieder genügend Platz und Sonnenlicht bekommt. Achte darauf, die Äste wirklich vollständig bis zum Ansatz zu entfernen. Bei gegabelten Ästen solltest du ebenfalls einen der Triebe entfernen, sodass nur einer stehen bleibt.

 

Was sind Wassertriebe?

Wie auch andere Gehölze, können Zitronenbäume Wassertriebe entwickeln. Diese bilden sich aus schlafenden Augen (bzw. Knospen) in altem Holz und tragen keine Blüten oder Früchte. Sie wachsen steil senkrecht in die Höhe und ähneln dabei den Trieben vergeilender Pflanzen. Du kannst sie auch gut an ihrem weichen Gewebe erkennen. Da sie den Pflanzen ihre Energie rauben, sollten sie entfernt werden. Andere Bezeichnungen sind auch Wasserschoss oder Wasserreiser.

 

Erziehungsschnitt

Gerade bei jungen Zitronenbäumen ist es wichtig, einen sorgfältigen Erziehungsschnitt durchzuführen, damit sich eine stabiles, kräftige und gleichmäßige Krone bildet. Wenn der Zitronenbaum älter wird, brauchst du immer weniger zu schneiden. Die Krone gerät durch das schwache Wachstum kaum aus der Form.

Oft erhält man im Handel “fertig” erzogene Bäumchen, bei sehr jungen Pflanzen ist dies jedoch nicht immer schon der Fall. Unsere Bloomify Zitrone und alle anderen Zitrusfrüchte sind bereits erzogen und haben ein hübsches Krönchen, wenn sie bei dir einziehen.

So wird's gemacht:

Zitronenbäume haben keine gleichmäßig runde Krone. Sie ist in der Regel nur wenig verzweigt, sehr sperrig und von Natur aus eher unregelmäßig-locker im Wuchs. Geeignet ist deshalb eher eine halbrunde Form, die sich zur Spitze hin verjüngt.

  1. Sollte dein Zitronenbaum mehr als einen Leittrieb in der Mitte haben, so wähle auch jetzt wieder den kräftigsten aus und entferne alle anderen Triebe bis zur Basis. Dieser Trieb bildet im weiteren Wachstum dann den Leitast. Er sollte am Ende etwa um ein Drittel gekürzt, bzw. so weit zurückgeschnitten werden, dass er nur etwa 15 cm länger als die Seitentriebe ist. Ist das Bäumchen noch sehr zierlich und wenig standfest, kannst du diesen auch an einem langen Stab festbinden, damit er möglichst gerade nach oben wächst.
  2. Je nach Größe deines Zitronenbaums wählst du nun 3 bis 5 der kräftigsten Seitentriebe aus. Wachsen sie zu steil nach oben, kannst du sie auch nach unten festbinden, um eine möglichst waagerechte Ausrichtung zu erreichen. Entferne alle anderen Seitentriebe und kürze die verbliebenen Seitenleittriebe um etwa ein Drittel oder Viertel ihrer Länge.
  3. Triebe, die nach innen wachsen, sich kreuzen, senkrecht in die Höhe wachsen oder anderweitig mit den Seitenleittrieben und dem senkrechten Leitast konkurrieren, werden entfernt. Es dauert etwa 2 Jahre, bis sich die Krone deines Zitronenbaums etabliert hat. Danach ist normalerweise kein Erziehungsschnitt mehr notwendig und bis auf den Erhaltungsschnitt brauchst du normalerweise keine weiteren Schnittmaßnahmen durchführen.

 

Junge Zitronenbäume haben noch keine Krone entwickelt und ein Erziehungsschnitt ist nötig.

Wie werden andere Zitrusbäume geschnitten?

Im Großen und Ganzen kann man die Grundlagen zum Thema “Zitronenbaum schneiden” fast eins zu eins auf die Verwandten der Zitrone übertragen. Sie gleichen sich alle mehr oder weniger im Wuchs und haben auch sonst relativ ähnliche Pflegebedürfnisse. Die geringe Schnittverträglichkeit ist ihnen allen gemein, ebenso wie das eher langsame Wachstum.

Du solltest lediglich die Kronenform im Auge behalten. Unsere Calamondinorange beispielsweise bildet eine kleine Ausnahme und wächst, im Gegensatz zu Zitrone, Kumquat, Limette und Mandarine, schön dicht. Dadurch ist es bei ihr auch möglich, die bekannte, kreisrunde Kugelform der Krone durch den Schnitt zu erzielen.

Verzichte bei allen Zitrusbäumen auf stärkere Schnittmaßnahmen und/oder Erziehungsschnitte, wenn die Pflanze bereits wieder austreibt und sich im Hauptwachstum befindet. Die Zeitpunkte dafür variieren ein wenig. Während bei der Zitrone das zeitige Frühjahr in Frage kommt, ist dies bei unserer Limette schon eher der Fall (November, Dezember). Bei der Kumquat hast du sogar noch weniger Arbeit als bei den anderen Vertretern der Zitrus-Familie: Außer während der Hauptwachstumszeit ab und zu vertrocknete und tote Zweige und Äste herauszuschneiden und zu lange Zweige zu kürzen, gibt es nicht viel zu tun.  

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