Zitrone, Limette, Orange & Co: Einzug in die Winterresidenz

Für unsere Zitrusbäumchen heißt es nun so langsam “ab in den Urlaub”, denn eine Sache können sie absolut gar nicht vertragen: Kälte. Damit sie den Winter nicht nur gesund und glücklich überstehen, sondern uns auch noch aromatische, duftende Früchte schenken, wollen wir uns gemeinsam nach einem geeigneten Plätzchen für sie umschauen. Für diesen Artikel steht der Zitronenbaum Pate, da sich die Überwinterung bei allen Zitrusbäumen im Wesentlichen gleicht.

Ab in den Urlaub - raus aus dem Frost

Frost und kalte Temperaturen machen unserer Bloomify Zitrone ziemlich schnell den Garaus. Kein Wunder: Ursprünglich kommt die exotische Schönheit aus Indien und China, wo es insgesamt deutlich wärmer ist als in unseren Breitengraden. Sobald sich im Herbst die Temperaturen im Sinkflug befinden, wird es Zeit für den Umzug, meistens ist das im Oktober der Fall. Je nach Region und Standort kann der Baum aber auch noch etwas länger draußen stehen. Behalte die Wettervorhersagen gut im Auge. Sobald es sich nachts auf 5 Grad abkühlt, solltest du nicht länger zögern.

 

Richtige Pflege - gesunde Pflanzen

Du kannst dir direkt zu Beginn folgende Regeln merken, die im Allgemeinen nicht nur auf unsere Zitrone zutreffen, sondern auch auf andere Zitrusbäume:

  • Die Pflanze überwintert bei Temperaturen von 3 bis maximal 15 Grad.
  • Die Pflanze braucht auch im Winterquartier ganz viel Licht: Je mehr Licht, desto besser.
  • Je wärmer es im Winterquartier ist, desto heller muss es sein: Der Stoffwechsel der Pflanze ist dann noch ein wenig aktiv und braucht das Licht für die Photosynthese. Regelmäßiges Gießen ist wichtig.
  • Je kühler es ist, desto weniger Licht und Wasser benötigt die Pflanze: Der Stoffwechsel wird heruntergefahren. Hell muss es trotzdem noch sein!

Licht, Temperatur und Wassermenge müssen also im richtigen Verhältnis zueinander stehen, damit die Pflanzen unbeschadet durch den Winter kommen.

Ein Ungleichgewicht der Faktoren führt dazu, dass die Pflanze gestresst ist und dadurch anfällig für Schädlinge und Krankheiten wird. Schau also regelmäßig nach dem Rechten, denn das Bäumchen bleibt bis April oder Mai - je nachdem, wie kalt der Frühling ist - im Winterurlaub!

Auch andere Zitrusbäume überwintern gerne hell und recht kühl.

Das ideale Winterhotel

Die Temperatur: Frostfrei, aber kühl!

Bei der Wahl des geeigneten Standorts ist es sehr wichtig, dass die Temperaturen nicht zu niedrig sind. Das Minimum liegt bei etwa 3 Grad. Die Zitrone verträgt zwar auch kurzfristige Absenkungen auf 0 Grad, doch das sollte wirklich nur die Ausnahme sein. Im besten Fall ist es im Winterquartier nicht wärmer als 10 - 12 Grad, doch auch bis maximal 15 Grad sind bei entsprechend viel Licht in Ordnung.

 

Das Licht: Mehr ist mehr!

Dabei sollte die Pflanze möglichst hell stehen. In unseren Breitengraden ist die Sonneneinstrahlung generell viel niedriger als in ihrer Heimat, vor allem im Winterhalbjahr, sodass es meistens eher Probleme mit zu wenig als mit zu viel Licht gibt. Wenn die Pflanze nicht genügend Licht abbekommt, kann es passieren, dass sie ihre Blätter abwirft. Normalerweise behalten Zitruspflanzen ihr Laub und fahren den Stoffwechsel nur soweit herunter, dass sie noch Photosynthese betreiben können. Ist der Standort zu dunkel und gleichzeitig zu warm, so kann die Pflanze nicht in die Winterruhe gehen, hat dabei aber auch nicht genug Licht für die Versorgung zur Verfügung und ist gezwungen, ihre Blätter abzuwerfen. Das ist kein Weltuntergang, jedoch ein deutliches Zeichen dafür, dass du ihr mehr Licht zukommen lassen und einen Blick auf das Thermometer werfen solltest. Solange der Ort frostfrei ist, brauchst du dir auch keine Sorgen machen, dass das Zitronenbäumchen erfriert.

Achtung: An sehr kühlen und hellen Plätzchen kann es ab Januar oder Februar passieren, dass die stärker werdende Sonne schon so viel Kraft hat, um die Blätter der Bäume zu erwärmen, wenn diese direkt vor großen Südfenstern stehen. Das verwirrt die Zitrone, da die Erde und ihre Wurzeln noch kalt sind - auch hier kann es zum Abwerfen der Blätter kommen. Rücke deinen Baum an sehr sonnigen Winter- und Vorfrühlingstagen also etwas vom Fenster ab und schütze sie mit einem dünnen Vlies oder etwas ähnlichem.

 

Das Wasser: Nur in Maßen!

Was die Wasserversorgung betrifft, kannst du im Gegensatz zum Licht ruhig sparsam sein. Achte nur darauf, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Sobald die obersten 5 bis 10 cm der Erde getrocknet sind, kann gegossen werden. Das wird an einem helleren und etwas wärmeren Standort häufiger der Fall sein als an sehr kalten Orten. Vermeide auf jeden Fall dauerhaft nasse Füße; Staunässe verträgt die Zitrone gar nicht!

Nach und nach reifen die Früchte der Zitrone und bekommen dabei die typisch gelbe Farbe.

Geeignete Orte

Die Zitrone braucht auch im Winterquartier viel Licht - ideale Orte sind unbeheizte Wintergärten, leicht beheizte Gewächshäuser, sehr helle und kühle Treppenhäuser oder Flure.

Ganz wichtig: Je wärmer es ist, desto mehr Licht braucht die Zitrone, wobei "warm" in diesem Fall maximal 15 Grad sind! Schon bei 10 bis 12 Grad ist der Bedarf an Licht sehr hoch. Hast du also keinen super hellen Platz zur Verfügung, muss es an diesem Standort dann möglichst kalt sein.

Auch ganz wichtig: "Kein super heller" Platz muss aber immer noch ein heller Platz sein! Beispiele dafür sind kühle Schlafzimmer, Garagen oder Schuppen mit möglichst großen Fenstern Richtung Süden, Süd-Ost oder Süd-West.

Die Kombination aus zu wenig Licht und einer zu hohen Temperatur gefällt der Zitrone im Winter überhaupt nicht - hier wird es mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Schwächung des Baumes, Schädlingsbefall und starkem Blattverlust kommen. Schädlinge, die im Winterquartier und bei trockener Luft besonders gerne auftauchen, sind Schild- und Wollläuse.

 

Für Wohlfühlklima sorgen

Dabei solltest du deine Zitrone möglichst weit entfernt vom nächsten Heizkörper und geschützt vor starker Zugluft platzieren. Die Heizungswärme könnte sie im Wachstum durcheinander bringen und sie mag auch - wir erinnern uns an ihre subtropische Heimat - keine zu trockene Luft. Natürlich sollte es nicht so feucht sein, dass Schimmel im Raum droht. Doch eine oder zwei kleine Schalen gefüllt mit Wasser in ihrer Nähe (oder auf dem Heizkörper) aufgestellt gefallen ihr außerordentlich gut. Eine Holz- oder Styroporplatte unter dem Topf kann außerdem dabei helfen, starke Temperaturschwankungen im Wurzelbereich zu vermeiden (die findet sie nämlich auch nicht ganz so pralle).

Rein theoretisch ist es möglich, die Zitrone bei Zimmertemperatur drinnen im Haus oder in der Wohnung zu überwintern. Dies empfehlen wir jedoch nicht, da eine so warme Überwinterung deutlich problematischer und schwieriger ist als eine kühle Überwinterung. Stehen die Wurzeln so warm (über 15 Grad), braucht das Bäumchen entsprechend deutlich stärkere Sonneneinstrahlung, die in unseren Breitengraden im Winter nur durch zusätzliche Pflanzenlampen erreicht werden kann. Außerdem fehlt der Zitrone bei einer warmen Überwinterung die Winterpause, welche sehr wichtig ist, damit sie im kommenden Jahr wieder reichlich Blüten bilden kann.

 

Das Winterquartier noch einmal zusammengefasst:

  • Temperatur: mindestens 3 Grad, maximal 10 - 15 Grad
  • der hellste Platz wird für dein Zitrusbäumchen reserviert
  • je weniger hell, desto kühler sollte sie stehen und weniger Wasser bekommen
  • starke Zugluft vermeiden
  • nicht direkt neben Heizkörpern platzieren
  • eine oder zwei kleine Schälchen Wasser (auf der Heizung oder neben der Pflanze) schaffen ein tolles Raumklima
  • eine Holz- oder Styroporplatte als Unterlage hält die Temperaturen im Wurzelbereich stabil
  • Wintergarten oder Gewächshaus sind Luxus-Oasen, die helle Garage, ein Treppenhaus o. ä. sind aber auch okay
  • Besuche deine Zitrone regelmäßig und halte Ausschau nach Krankheiten und Schädlingen!

Erste Hilfe im Winterquartier

Trotz gewissenhafter Pflege kann es passieren, dass bei der Überwinterung eine Kleinigkeit schief läuft und es deinem Zitronenbaum nicht gut geht. Keine Sorge, das wird schon wieder!

Wirft der Baum seine Blätter ab?

Das kann mehrere Ursachen haben. Meistens ist ein zu dunkler Standort im Kombination mit einer zu hohen Temperatur der Auslöser. Stelle ihn auf keinen Fall an einen wärmeren Ort, auch, wenn dieser heller ist. Ein kurzfristiger Umzug kommt nur in Frage, wenn der neue Standort zwar heller, aber genauso kühl oder noch etwas kühler ist. Eine plötzliche Anhebung der Temperatur würde den Baum nur irritieren und zusätzlich stressen. Hast du keinen kühleren Ort zur Verfügung, ist es vielleicht möglich, die Temperatur zu senken.

Sind Temperatur und Lichteinfall eigentlich gut, die Blätter fallen aber trotzdem? Kontrolliere, ob die Erde zu feucht oder zu trocken ist. Gieße im Zweifelsfall lieber etwas weniger. Weniger Blätter bedeuten auch weniger Verdunstungsfläche, also kann weniger Wasser aufgenommen werden und die Erde bleibt zu feucht.

In beiden Fällen ist es wichtig, den Winterurlaub so früh wie möglich zu beenden. Dazu darf das Bäumchen aber nicht plötzlich von einem Tag auf den anderen nach draußen - dort ist es dann ja viel heller und wahrscheinlich kühler als in seinem Winterquartier. Das wäre ungefähr so, als wenn du an einem Frühlingsmorgen aus dem warmen Bett aufstehst und dich direkt auf die kalte Terrasse stellst ;) Eine Umgewöhnung und Abhärtung ist nötig: Stelle den Baum tagsüber so lange es die Temperaturen zulassen nach draußen, an einen geschützten Platz und nicht in die pralle Sonne. Versorge ihn außerdem mit ausreichend Dünger, sodass er schnell wieder zu Kräften kommt.

Die Ernte - ein kleines Weihnachtsgeschenk

Unsere Bloomify Zitrone ist eine Vier-Jahreszeiten-Zitrone, da sie das ganze Jahr über Blüten bilden und Früchte tragen kann. Die Haupterntezeit liegt jedoch oft in der kälteren Hälfte des Jahres, da sich die Früchte durch die niedrigen Temperaturen besonders schön gelb färben. Hat der Zitrusbaum den Sommer über reichlich Wärme und Sonne tanken können, so steht einer üppigen Ausbeute nichts mehr im Wege. Reife Früchte erkennst du daran, dass sie nicht mehr weiter wachsen, bei Druck leicht nachgeben und einen intensiven Duft verströmen. Bei idealen Bedingungen hat sich das kräftige Grün zu diesem Zeitpunkt in ein leuchtendes Gelb oder bei anderen Zitrusbäumen in ein Orange verwandelt (nur die grünen Limetten sind dabei eine Besonderheit).

Eine Tasse Heiße Zitrone schmeckt mit eigenen Früchten noch mal so gut.

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