Zitrone, Limette, Orange & Co: Einzug in die Winterresidenz

Für unsere Zitrusbäumchen heißt es nun so langsam “ab in den Urlaub”, denn eine Sache können sie absolut gar nicht vertragen: Kälte. Damit sie den Winter nicht nur gesund und glücklich überstehen, sondern uns auch noch aromatische, duftende Früchte schenken, wollen wir uns gemeinsam nach einem geeigneten Plätzchen für sie umschauen. Für diesen Artikel steht der Zitronenbaum Pate, da sich die Überwinterung bei allen Zitrusbäumen im Wesentlichen gleicht.

Ab in den Urlaub - raus aus dem Frost

Frost und kalte Temperaturen machen unserer Bloomify Zitrone ziemlich schnell den Garaus. Kein Wunder: Ursprünglich kommt die exotische Schönheit aus Indien und China, wo es insgesamt deutlich wärmer ist als in unseren Breitengraden. Sobald sich im Herbst die Temperaturen also in Richtung Null bewegen, sollte sie in ihr Winterquartier gebracht werden; dies ist meistens Ende Oktober oder Anfang November der Fall.

 

Richtige Pflege - gesunde Pflanzen

Du kannst dir direkt zu Beginn folgenden Grundsatz merken, der im Allgemeinen nicht nur auf unsere Zitrone zutrifft: Licht, Temperatur und Wassermenge müssen im richtigen Verhältnis zueinander stehen, damit die Pflanzen unbeschadet durch den Winter kommen. Je weniger Licht zur Verfügung steht, desto trockener und kühler sollten die Pflanzen auch stehen. Andernfalls macht unsere Zitrone Probleme und wird anfällig für Schimmel, Schädlinge und Krankheiten. Schau also regelmäßig nach dem Rechten, denn das Bäumchen bleibt bis Ende März oder Anfang April, je nachdem wie kalt der Frühling ist, im Winterurlaub! Wichtig: dunkel bedeutet natürlich nicht absolut finster - ein Fenster sollte irgendwo in ihrem Winterstandort auf jeden Fall vorhanden sein.

 

Auch andere Zitrusbäume überwintern gerne hell und recht kühl.

Das ideale Winterhotel

Die Temperatur: frostfrei, aber kühl

Bei der Wahl des geeigneten Standorts ist es sehr wichtig, dass die Temperaturen zwar nicht zu niedrig sind (das Minimum liegt bei etwa 3 Grad), sie dürfen jedoch auch nicht höher als 12 Grad sein. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die Färbung der Früchte, die im Winter heranreifen, ist an die Temperatur gekoppelt. Sie dient als natürlicher Frostschutz und entsteht bei Temperaturen ab 12 Grad und weniger - ganz schön clever, oder? Gleichzeitig begibt sich die Pflanze in dieser Zeit in die Winterruhe, um die Blüten für das nächste Jahr zu bilden.

 

Das Licht: mehr ist mehr!

Dabei sollte die Pflanze dennoch möglichst hell stehen. In unseren Breitengraden ist die Sonneneinstrahlung generell viel niedriger als in ihrer Heimat, sodass es meistens eher Probleme mit zu wenig als mit zu viel Licht gibt. Wenn die Pflanze nicht genügend Licht abbekommt, kann es passieren, dass sie ihre Blätter abwirft. Normalerweise behalten Zitruspflanzen ihr Laub und fahren den Stoffwechsel nur soweit herunter, dass sie noch Photosynthese betreiben können. Ist der Standort zu dunkel und gleichzeitig zu warm, so kann die Pflanze nicht in die Winterruhe gehen, hat dabei aber auch nicht genug Licht für die Versorgung zur Verfügung und ist gezwungen, ihre Blätter abzuwerfen. Das ist kein Weltuntergang, jedoch ein deutliches Zeichen dafür, dass du ihr mehr Licht zukommen lassen und einen Blick auf das Thermometer werfen solltest. Solange der Ort frostfrei ist, brauchst du dir auch keine Sorgen machen, dass das Zitronenbäumchen erfriert.

 

Das Wasser: nur in Maßen!

Was die Wasserversorgung betrifft, kannst du im Gegensatz zum Licht ruhig sparsam sein. Zitronen brauchen generell nicht viel Wasser und dieses kannst du im Winter auf ein Minimum beschränken. Achte nur darauf, dass der Wurzelballen nicht vollständig über längere Zeit austrocknet und vermeide auf jeden Fall dauerhaft nasse Füße; alle 7 bis 14 Tage eine Wassergabe, je nachdem wie hell die Zitrone steht, sind vollkommen ausreichend.

 

Nach und nach reifen die Früchte der Zitrone und bekommen dabei die typisch gelbe Farbe.

Geeignete Orte

In einem beheizbaren Gewächshaus oder Wintergarten fühlt sich unsere Zitrone besonders gut aufgehoben; hier bekommt sie möglichst viel Sonne ab und die Temperatur kann gut eingestellt werden (ein kleines Thermometer ist sehr hilfreich!). Alternativ kannst du sie auch an einem dunkleren Ort, z. B. einer Garage, einem kühlen Treppenhaus oder einem Schuppen mit Fenster überwintern.

 

Für Wohlfühlklima sorgen

Dabei solltest du deine Zitrone möglichst weit entfernt vom nächsten Heizkörper und geschützt vor starker Zugluft platzieren. Die Heizungswärme könnte sie im Wachstum durcheinander bringen und sie mag auch - wir erinnern uns an ihre subtropische Heimat - keine zu trockene Luft. Natürlich sollte es nicht so feucht sein, dass Schimmel im Raum droht. Doch eine oder zwei kleine Schalen gefüllt mit Wasser in ihrer Nähe (oder auf dem Heizkörper) aufgestellt gefallen ihr außerordentlich gut. Eine Holz- oder Styroporplatte unter dem Topf kann außerdem dabei helfen, starke Temperaturschwankungen im Wurzelbereich zu vermeiden (die findet sie nämlich auch nicht ganz so pralle).

Rein theoretisch ist es möglich, die Zitrone bei Zimmertemperatur drinnen im Haus oder in der Wohnung zu überwintern. Dies empfehlen wir jedoch nicht, da eine so warme Überwinterung deutlich problematischer und schwieriger ist als eine kühle Überwinterung. Stehen die Wurzeln so warm (über 12 Grad), braucht das Bäumchen entsprechend deutlich stärkere Sonneneinstrahlung, die in unseren Breitengraden im Winter nur durch zusätzliche Pflanzenlampen erreicht wird. Außerdem fehlt der Zitrone bei einer warmen Überwinterung die Winterpause, welche sehr wichtig ist, damit sie im kommenden Jahr wieder reichlich Blüten bilden kann.

 

Das Winterquartier noch einmal zusammengefasst:

  • Temperatur: mindestens 3 Grad, maximal 12 Grad
  • der hellste Platz wird für dein Zitrusbäumchen reserviert
  • je dunkler, desto kühler sollte sie stehen und weniger Wasser bekommen
  • starke Zugluft vermeiden
  • nicht direkt neben Heizkörpern platzieren
  • eine oder zwei kleine Schälchen Wasser (auf der Heizung oder neben der Pflanze) schaffen ein tolles Raumklima
  • eine Holz- oder Styroporplatte als Unterlage hält die Temperaturen im Wurzelbereich stabil
  • Wintergarten oder Gewächshaus sind Luxus-Oasen, die helle Garage, ein Treppenhaus o. ä. sind aber auch okay
  • Besuche deine Zitrone regelmäßig und halte Ausschau nach Krankheiten und Schädlingen!

 

Die Ernte - ein kleines Weihnachtsgeschenk

In der Zeit zwischen September und Dezember kannst du die erfrischenden und aromatischen Früchte ernten, die übrigens auch optisch richtig was her machen. Hat der Zitrusbaum den Sommer über reichlich Wärme und Sonne tanken können, so steht einer üppigen Ausbeute nichts mehr im Wege: die Reifung beginnt nämlich dann, wenn die Tage kürzer und kühler werden, die Temperaturen fallen und die Pflanze die letzten Sonnenstrahlen abgreift. Reife Früchte erkennst du daran, dass sie nicht mehr weiter wachsen, bei Druck leicht nachgeben und einen intensiven Duft verströmen. Bei idealen Bedingungen hat sich das kräftige Grün zu diesem Zeitpunkt in ein leuchtendes Gelb oder Orange verwandelt (nur die grünen Limetten sind dabei eine Besonderheit).

Eine Tasse Heiße Zitrone schmeckt mit eigenen Früchten noch mal so gut.

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