Wollläuse einfach & schonend bekämpfen

Was wir mit Wollläusen gemeinsam haben? Wir lieben Zitrusbäume! Während wir es auf die leckeren Früchte abgesehen haben, bevorzugen die kleinen Krabbler jedoch den Saft aus den Blättern der Pflanze. Dort stechen sie mit ihren winzigen Rüsseln hinein und können großen Schaden anrichten. Besonders fies: oft entdecken wir die Schädlinge erst recht spät und stehen dann vor der Frage, wie wir sie so schnell es geht wieder loswerden.

Auch Schädlinge gehören zum Gärtnern dazu

Erstmal die guten Nachrichten: mit einem Schädlingsbefall steht man nie alleine da. So gut wie jede Pflanze im Garten oder auf dem Balkon ist gefährdet, von ihnen befallen zu werden, denn es gibt unzählige verschiedene Arten. Gemüse- und Obstpflanzen können davon genauso betroffen sein wie Obstbäume, egal, ob sie im Freiland oder in Kübeln wachsen. Jeder Pflanzen-Fan muss früher oder später feststellen, dass sich Schädlinge im Garten, auf dem Balkon oder der Fensterbank breit gemacht haben. Aber genauso schnell wie sie kamen, verschwinden sie mit ein paar Tricks auch wieder.

Wollläuse werden auch Schmierläuse genannt und haben eine ausgeprägte Vorliebe für das Laub von Orchideen, Sukkulenten und unserer Zitrusbäume. Sie sind allerdings nicht wählerisch; auf unserem Titelbild haben sie einen Feigenbaum befallen. Ihre Körper sind von einer weißen bis gräulichen Woll- bzw. Wachsschicht überzogen und sie krabbeln auf den Blättern umher - im Gegensatz zu den unbeweglichen Schildläusen. Sie sind zwar im Vergleich zu anderen Schädlingen recht groß, verstecken sich jedoch auf den Blattunterseiten, in Astgabeln und Blattachseln.

Die Läuse machen es sich gerne unter den Blättern gemütlich. Auch Olivenbäume bleiben nicht verschont.

Wollläuse bekämpfen

Hast du Wollläuse entdeckt, ist der erste sinnvolle Schritt, sie mit einem feuchten Tuch, zum Beispiel einem Stück Küchenrolle, abzuwischen. Mit Wattestäbchen erreichst du auch Tierchen, die sich an den schwer zugänglichen Stellen verstecken. Du kannst die Pflanze auch vorsichtig abduschen, wenn sie klein und dein Badezimmer groß genug ist. Leider werden Zitrusbäume meist in ihrem Winterquartier befallen, sodass die nasse Behandlung nicht im Garten oder auf dem Balkon stattfinden kann.

Als nächstes ist es wichtig, eventuell noch verbliebene Tiere oder auch Eier loszuwerden. Dazu bietet es sich an, die gesamte Pflanze mit einer schonenden und einfach selbst gemachten Mischung aus Öl (Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Olivenöl), Wasser und einem Emulgator (ein paar Tropfen Spüli) zu besprühen. Das Öl bildet eine dünne Schicht, unter der die Schädlinge keine Luft mehr erreicht und sie gehen ein. Reines Öl würde die Pflanze nicht so gut vertragen, da auch sie auf den Luftaustausch durch ihre Blätter angewiesen ist. Man vermischt es daher mit Wasser - und da das bekannterweise nicht so gut funktioniert, braucht man noch einen “Vermischungshelfer”, also einen Emulgator. Spüli leistet hier gute Dienste, aber auch Seife eignet sich.

 

Der ultimative Wolllaus-Schreck

Für einen halben Liter brauchst du:

  • 400 ml Wasser
  • 100 ml Öl
  • 2-3 Spritzer Spüli

 

Sprühe die gesamte Pflanze damit ein. Auch Wattestäbchen können wieder zum Einsatz kommen, um die Mischung überall dort gezielt aufzutragen, wo sich eventuell noch kleine Läuse oder deren Eier befinden. Nach etwa einer Woche kannst du die Prozedur wiederholen, weil sicherlich einige Läuse davonkommen konnten.

Sind die Blätter deiner Pflanze zu ölig, dann wische das überschüssige Öl nach einigen Tagen ab.

 

Es gibt eine Vielzahl an weiteren Rezepten für Sprühlösungen gegen Schädlinge. Wir finden, dass unser vorgestelltes Rezept super praktisch ist, da man alles dafür im Haus hat und es gut wirkt. Natürlich ist jede Pflanze anders und solltest du keinen Erfolg haben, dann schau mal in unseren Artikeln “Zitrusbäume im Winter: Die häufigsten Schädlinge & Krankheiten” sowie “Das große Krabbeln: Die 6 häufigsten Schädlinge im Garten” vorbei. Dort stellen wir weitere mögliche Maßnahmen vor.

Wenn der Erfolg nicht lange anhält

Konntest du die Läuse zwar vertreiben, aber sie kommen immer wieder zurück? Es könnte sein, dass du nicht alle erwischt hast oder sich noch Eier auf der Pflanze befanden. Aus diesen schlüpft dann die nächste Generation und der Ärger geht von vorne los. Es ist daher sinnvoll, die Pflanze immer komplett zu behandeln und nicht nur dort, wo sich die Läuse gerade befinden. Wische alle Blätter und Äste gut ab und stelle sicher, dass das Wasser-Öl-Gemisch auch wirklich alle Stellen erreicht. Bevor du auf chemische Schädlingsbekämpfungsmittel zurückgreifst, solltest du auch den Standort der Pflanze noch mal genauer unter die Lupe nehmen. Stimmen Temperatur und Luftfeuchtigkeit? Ein anderer, allerdings aufwendiger Schritt könnte sein, die Erde auszutauschen. Dort können sich ebenfalls Eier der Läuse befinden. Es macht Sinn, damit zu warten, bis du deine Pflanze im Frühjahr eventuell eh umtopfen möchtest.

Bedenke in jedem Fall: chemische Mittel können lange in der Pflanze verbleiben und finden sich im schlimmsten Fall auch in den Früchten wieder!

Für's nächste Mal: Vorbeugen

Ein effektives Mittel gegen einen Schädlingsbefall ist vor allem, vorbeugend zu handeln. Dabei gilt: je gesünder und kräftiger eine Pflanze, desto weniger attraktiv ist sie für Schädlinge. Die Pflanze ist dann resistenter und kann sich besser gegen die kleinen Krabbler, aber auch gegen Krankheiten verteidigen. Das heißt natürlich nicht, dass eine Pflanze auf jeden Fall schlecht gepflegt wird, wenn Schädlinge es sich auf ihr gemütlich machen. Schon kleine Faktoren können ausschlaggebend sein.

Um gesund und kräftig zu wachsen, braucht eine Pflanze ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe. Achte also unbedingt auf einen passenden Standort und auf eine ausreichende Versorgung mit Wasser, guter Erde und Dünger. Vor allem zu warme und zu trockene Luft im Winterquartier ist wie eine Einladung für Läuse & Co, es sich auf deiner Pflanze bequem zu machen.

Ein ausreichend heller und schön kühler Platz ist ideal, um Zitrusbäume zu überwintern.

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