Winterzauber: 3 Kräuter-Ideen für kalte Tage

Getrocknete Kräuter lassen sich auf vielfältige Weise anwenden und beleben gerade jetzt im Herbst und Winter unsere Lebensgeister. Hübsch verpackt machen sich die verschiedenen Kräuter-Produkte zudem super als kleines Geschenk oder in einem Adventskalender. Wir haben in diesem Artikel 3 tolle Ideen für dich zusammengestellt, die du zuhause ganz einfach selber machen kannst.

Kräuter: die heimlichen Winter-Stars

Haben die Gartenkräuter uns im Frühling und Sommer noch mit ihren duftenden Blüten und aromatischen Blättern verzaubert, sind unsere Vorratskammern im Herbst gefüllt worden, um die kalten und kahlen Wintermonate zu überbrücken. Richtig getrocknet, können Kräuter ihr Aroma über viele Monate hinweg behalten, sodass du sie den ganzen Winter hindurch genießen kannst. Hier kannst du noch einmal genauer nachlesen, wie man es richtig anstellt. Wichtig, egal für welche Kräuter-Anwendung du dich am Ende entscheidest, ist die Lagerung: Sie müssen licht- und luftdicht verschlossen werden, da ansonsten das Aroma und die Wirkstoffe mit der Zeit verloren gehen können. Dunkle Einmach- oder Apothekengläser sind zum Beispiel super dafür geeignet, du kannst sie zudem gut mit Klebeschildchen oder Etiketten beschriften.

 

In kleinen Bündeln können Kräuter an einem dunklen Ort zum Trocknen aufgehängt werden.

Würziger Winter-Tee

Wenn es draußen kalt wird und wir uns am liebsten nur noch ins Warme verkriechen möchten, darf ein leckerer Tee natürlich nicht fehlen! Je nach verwendeten Zutaten schmecken sie nicht nur gut, sondern haben auch viele heilsame Wirkungen. Kräutertees können beispielsweise das Immunsystem stärken, nervöse Mägen entkrampfen oder uns nach einem anstrengenden Tag entspannen helfen. Und außerdem - wer liebt es nicht, sich die kalten Pfoten an einer heißen Tasse Tee aufzuwärmen?

 

Die richtige Zubereitung

Neben der entsprechenden Kräutermischung brauchst du natürlich den Behälter deiner Wahl. Möchtest du den Tee nicht verschenken oder aufbewahren, sondern direkt genießen, kannst du ein Teeei oder einen kleinen Teefilter aus Stoff oder Zellulose, den du oben mit einer dünnen Baumwollschnur zubindest, benutzen. Hast du in der kalten Jahreszeit Kräuter auf der Fensterbank stehen, kannst du dir den Tee natürlich auch frisch zubereiten. Für den perfekten Genuss solltest du ihn dann mit Wasser aufgießen, das etwa 60 bis 70 Grad heiß ist. Bei modernen Wasserkochern kannst du die Temperatur einstellen, ansonsten kannst du das Wasser aufkochen und danach einfach etwa 10 Minuten warten; so hat es Zeit, ein wenig herunterzukühlen. Wie du deine Kräuter auf der heimischen Fensterbank überwintern und in dieser Zeit auch beernten kannst, haben wir übrigens in diesem Artikel für dich zusammengestellt.

 

Das richtige Mischverhältnis

Das Teerezept kannst du nach eigenem Ermessen und Geschmack variieren. Wichtig ist ein gutes Mischverhältnis, welches folgendermaßen aussieht: Die Basis besteht aus 5 bis 6 Teilen (1 oder 2 möglichst intensive Kräuter als Grundlage), die Kopfnote (welche die Basis ergänzt und eine zusätzliche Wirkung haben kann) aus 2 bis 4 Teilen und die Herznote aus 1 bis 2 Teilen. Sie ist dazu da, die Teemischung zu ergänzen und die Optik aufzuwerten (das Auge trinkt und isst ja bekanntlich mit!).

 

Das Rezept

Für unsere Teemischung haben wir Kräuter gewählt, die nicht nur gut schmecken und würzig duften, sondern auch eine heilende Wirkung haben. Außerdem lassen sie sich alle gut im heimischen Garten oder auf Balkon und Terrasse anbauen und sind recht pflegeleicht. Mit einem Löffel Honig gesüßt, hast du am Schluss einen wohltuenden Tee, der dein Immunsystem in der Erkältungszeit unterstützt.

 

Die Mischung

Basis: 5 bis 6 Teile bestehend aus Minze und Salbei  

Kopfnote: 1 Teil Lavendel und 1 Teil Melisse

Herznote frei nach Belieben: Blütenblätter (Rosen, Kornblumen, Ringelblumen, Nelken für eine winterliche Note)


Optional:

  • Kamille anstatt Salbei oder Minze
  • Thymian anstelle von Melisse
  • Erdbeer-/Brombeerblätter, getrocknete Äpfel oder Orangen in der Herznote

 

Aromatisch, vielseitig & gesund

Alle genannten Kräuter haben eine entzündungshemmende und spannungslösende Wirkung und helfen bei Verdauungsproblemen. Vor allem Lavendel ist dabei gut für den Schlaf, Minze ist sehr gut bei Erkältungsbeschwerden. Du kannst die Teemischung natürlich auch noch abwechslungsreicher gestalten oder abwandeln: Kamille in der Basis macht den Tee etwas milder und verstärkt die magenberuhigende Wirkung. Ergänzt du Thymian in der Kopfnote, so erhältst du einen noch würzigeren Geschmack. Erdbeer- oder Brombeerblätter zusätzlich zu den Blüten (oder auch als kompletter Ersatz) wirken ebenfalls besonders auf den Verdauungstrakt entkrampfend. Getrocknete Orangen oder Äpfel tragen zu einer fruchtigen Note bei (Apfel passt das ganze Jahr über toll zur Minze).

 

Getrocknete Kräuter, Blüten und Früchte - eine tolle und leckere Mischung.

Duftendes Meersalz-Kräuter-Bad

Es gibt kaum etwas Schöneres, als nach einem eisigen Winterspaziergang ein heißes Bad zu genießen und bei Kerzenschein zu entspannen. Deshalb haben wir neben dem Winter-Tee auch ein Rezept für dich, mit dem du im Handumdrehen ein herrliches Rosmarin-Badesalz mit Ringelblumenblüten herstellen kannst. Es hat nicht nur einen herrlichen, würzigen Duft; die Hauptzutat Rosmarin belebt und wärmt Geist und Körper. Thymian und Minze sind besonders bei Erkältungen wohltuend und Lavendel entspannt. Das enthaltene Totes-Meer-Salz pflegt die Haut und ist besonders bei trockener und gereizter Haut im Winter eine Wohltat. Ein paar Tropfen ätherisches Öl sorgen für ein deutlich intensiveres Aroma; bei sehr empfindlicher Haut solltest du jedoch vorsichtig mit der Dosierung sein oder ganz darauf verzichten, da es sie reizen kann.

 

Zutaten:

  • Kräuter (getrocknet: 30-50 g, frisch: 100 g)
    • 2 Teile Rosmarin, 2 Teile Minze, 1 Teil Lavendel, 1 Teil Thymian
    • Getrocknete Ringelblumenblütenblätter nach Belieben (Was für ein Wort! Die gibt’s zur Not auch in der Apotheke.)
    • 500 g Totes Meer Salz
    • Behälter (am besten auch hier wieder ein dunkles, großes Glas mit Deckel)

Optional:

  • 3-5 Tropfen ätherisches Orangen- oder Zitronenöl (findest du im Reformhaus)
  • Kornblumen- und Rosenblütenblätter oder Nelken
  • Mörser

 

Zubereitung & Anwendung

Zuerst vermischt du die Kräuter und Blütenblätter miteinander. Wenn du frische Kräuter benutzt, solltest du sie vorher in einem Mörser zerkleinern oder fein zupfen. Anschließend füllst du sie zusammen mit dem Salz (und, falls gewünscht, mit den ätherischen Ölen) in das Gefäß. Damit es schön gleichmäßig wird, kannst du das Salz und den Kräuter-Blumen-Mix abwechselnd aufschichten oder direkt miteinander vermischen, indem du das Glas voll füllst, verschließt und dann kräftig durchschüttelst. Danach muss das Salz etwa 1 bis 2 Wochen ziehen, bevor es verwendet werden kann. Bei frischen Kräutern sollte das Gefäß die ersten 5 Tage lang offen stehen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Während das Salz durchzieht, sollte es ab und zu umgerührt oder durchgeschüttelt werden. Danach: Deckel zu, beschriften, Schleife drum - fertig!

Für ein Bad brauchst du ungefähr eine Handvoll Badesalz (ca. 100 g), das in heißem Wasser aufgelöst wird. Insgesamt sollte das Bad etwa 15 bis 20 Minuten dauern. Wenn du nicht möchtest, dass die Blätter und Blüten im Badewasser schwimmen, kannst du zum Portionieren auch ein kleines Stoffsäckchen damit füllen und es an den Wasserhahn unter das einlaufende Wasser hängen.

 

Die Kombination von Rosmarin und Lavendel wirkt herrlich entspannend.

Winterliche Kräuter-Duftkerze

Ist der Winter hereingebrochen und die Tage kurz und dunkel, dürfen Kerzen in keinem Haushalt fehlen. Sie verbreiten eine wohlige Atmosphäre, erhellen das Gemüt mit ihrem winterlich-warmen Duft und sind einfach die perfekte Ergänzung zu einer Tasse Tee und einem heißen Bad. Das Schöne an der ganzen Sache ist außerdem, dass du die Kerzen völlig nach deinem Geschmack gestalten kannst - wir haben dir in diesem Rezept nur ein duftes Beispiel genannt. Es ist außerdem spielend einfach umzusetzen und du findest alle Zutaten in deinen Kräuter-Vorräten und für wenig Geld im Handel.

 

Was du brauchst:

  • Zeitungspapier/altes Handtuch
  • getrocknete Lavendelblüten nach Belieben
  • ätherisches Zitronenöl und/oder zusätzlich die geriebene Schale von 1-2 getrockneten Zitronenscheiben
  • 1-2 Vanilleschoten
  • Glas (achte darauf, dass es nicht zu dünn ist, damit es beim Einfüllen des heißen Wachs nicht springt)
  • Topf und Gefäß fürs Wasserbad
  • Wachs (alte Wachsreste oder Wachsgranulat auf Sojabasis)
  • Docht
  • Mörser

Alternative (wenn du es würziger oder bunter magst):

  • Rosmarin (getrocknet), Zimt und/oder Nelken, ätherisches Orangenöl, getrocknete Blütenblätter...

 

Vorbereitung

Hast du alle Zutaten parat, kann es auch schon fast losgehen. Bevor du startest, solltest du außerdem die Fläche, auf der du die Kerzen gießen willst, mit einem alten Handtuch oder Zeitungspapier abdecken. Das Wachs bekommst du in der Drogerie oder in Bastelläden; hast du alte Wachsreste zuhause, kannst du sie natürlich auch recyceln und einschmelzen. Versuche jedoch, Bienenwachs zu vermeiden, da es einen recht starken Eigengeruch hat.

 

Die Kerze gießen - los geht’s!

Beginne damit, einen Topf auf dem Herd mit Wasser zu füllen und es für das Wasserbad zum Kochen zu bringen. Wenn es soweit ist, füllst du das Wachs in das vorgesehene Gefäß, stellst es auf/in den Topf und lässt das Wachs darin schmelzen. Benutzt du alte Wachsreste, solltest du die Augen offen halten nach Verunreinigungen und alten Dochten und diese bei Bedarf mit einer Gabel entfernen. In der Zwischenzeit kannst du das Kerzenglas und den Docht vorbereiten; dieser muss mittig in der Kerze platziert sein. Damit er am Ende da steht, wo er hingehört, gibt es einen altbewährten Trick: schnapp' dir ein kleines Holzstäbchen, wickele den Docht drum herum, sodass ein Teil herabhängt (lang genug, damit er bis zum Glasboden reicht) und lege das Stäbchen dann so auf das Glas, dass der Docht in der Mitte der Kerze ist.

Nimm dir nun einen Teil des Lavendels und zermahle ihn (im Mörser geht's am einfachsten). Die gemahlenen Kräuter fügst du dann dem warmen Wachs hinzu, damit sich die Aromen damit verbinden können. Der andere Teil des Lavendels ist eher für die Optik gedacht. Anschließend kratzt du eine Vanilleschote aus, vermengst die Vanille ebenfalls mit dem warmen Wachs und fügst am Ende das Zitronenöl hinzu. Gehe bei der Dosierung vorsichtig vor; mehr als 3 bis 5 Tropfen können für feine Nasen schon zu viel des Guten sein. Wenn du den aufsteigenden Geruch als angenehm empfindest, ist die Menge perfekt.

 

Kreativ sein erlaubt

Bevor das Wachs nun in die Kerzengläser gefüllt wird, müssen wir uns noch um die übrigen Kräuter kümmern. Du kannst den Lavendel im Endeffekt so im Glas platzieren, wie du es am liebsten magst - deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ist das Glas komplett durchsichtig, kannst du auch ganze Blütenköpfe (oder sogar Zweige) an der Glaswand platzieren, um sie in Szene zu setzen. Damit es gleichmäßiger wird, kannst du das Wachs langsam ins Glas laufen lassen und dabei die Lavendelblüten hinein streuen oder auch beides im Wechsel hinzugeben. Am Anfang ist es außerdem ganz gut, wenn du nur ein wenig Wachs einfüllst und schaust, ob das Glas mit der Wärme zurecht kommt und nicht springt. Sitzt der Docht noch in der Mitte, wenn die Kerze voll ist? Wenn ja, wunderbar. Falls nicht, kannst du ihn, solange das Wachs noch warm ist, korrigieren. Auskühlen lassen, ein hübsches Plätzchen suchen oder verschenken und fertig!

 

Achtung, heiß! Beim Eingießen in die Gläser ist ein ruhiges Händchen gefragt.

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