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  • 5 Ideen, wie du deinen Weihnachtsbaum sinnvoll recyclen kannst

Ein zweites Leben für den Weihnachtsbaum: 5 Ideen

Kaum hat das neue Jahr angefangen, werden die meisten Weihnachtsbäume auch schon wieder von der Stadt eingesammelt und entsorgt. Eigentlich schade, denn die schön geschmückten Bäume könnten eigentlich noch eine Weile stehen bleiben, oder? Wenn ihr euren Weihnachtsbaum noch nicht abgeben und ihn lieber selber weiterverwerten wollt, dann ist dieser Artikel genau das Richtige für euch!

Der Weihnachtsbaum: Ein kurzes Vergnügen

Der Weihnachts- oder Christbaum gehört für viele Menschen zum Weihnachtsfest dazu wie die Luft zum Atmen. Obwohl es viele Varianten gibt, wie zum Beispiel täuschend echt aussehende Bäume aus Plastik, ist der frisch abgeschlagene Baum bei uns in Deutschland immer noch der Beliebteste: Jeweils knapp 30 Millionen Exemplare wurden 2018 und 2019 verkauft. Die städtischen Entsorgungsbetriebe und mancherorts auch die Feuerwehr sammeln die Bäume meistens schon Anfang Januar wieder ein. Dazu kann man sie in der Regel einfach mit der Rest- oder Biotonne nach draußen stellen. Allerdings sehen die Bäume zu diesem Zeitpunkt meistens noch super aus und nicht jeder möchte sich so früh von ihnen trennen, schließlich erstreckt sich die Weihnachtszeit, je nach Religion oder auch persönlicher Familientradition, eigentlich bis in den Januar oder sogar Februar hinein.

 

Weihnachten vorbei - und dann?

Nun kann man sich durchaus die Frage stellen, wohin diese gewaltige Menge an aussortierten Bäumen verschwindet. Tatsächlich landen sie meist ganz einfach in einem Entsorgungsbetrieb (also auf der Müllhalde) und werden dort für die Wärme und Stromversorgung verbrannt.

Gut zu wissen: Bei der Verbrennung zur Energiegewinnung ersetzen sie auf nachhaltige Weise fossile Brennstoffe, wodurch dabei kein zusätzliches CO2 freigesetzt wird, sondern nur jenes, welches bereits in den Bäumen gespeichert war.

 

Es gibt auch viele Stellen, an denen die Bäume geschreddert/gehäckselt und dann zu sehr hochwertigem Kompost weiterverarbeitet werden. Natürlich gibt es auch Bäume, die übrig bleiben und gar nicht erst verkauft werden. Stammen sie aus ökologischer Landwirtschaft, werden sie oft an Tierparks oder Zoos gespendet, wo sie den Tieren als leckeren Snack oder als Spielzeug dienen. Manche Gemeinden sammeln die Weihnachtsbäume auch für das Osterfeuer und sind auf Nachfrage offen für Spenden.

Alter Baum: großer Knabberspaß für alle.

Weihnachtsbaum-Recycling

Wer sich nicht frühzeitig von seinem Weihnachtsbaum trennen möchte, für den haben wir gute Nachrichten: alte Weihnachtsbäume können auf vielfältige Art und Weise genutzt werden, wie uns die Beispiele oben schon verraten. Soll der Baum im Garten (Kompost, Mulch, etc.) eingesetzt oder zu einem Spielzeug oder Tierfutter umfunktioniert werden, sollte schon beim Kauf darauf geachtet werden, ein bio-zertifiziertes Exemplar zu kaufen. Bäume aus konventioneller Landwirtschaft können mit gesundheitsschädlichen Pflanzenschutzmitteln belastet sein.

Abschmücken nicht vergessen!

Egal, ob recyceln oder entsorgen: Den Baum richtig abschmücken ist Pflicht! Entferne im Vorfeld auf jeden Fall jegliche Form von Schmuck (Lametta, Kugeln, Ketten, …) und Zubehör. Sei dabei bitte richtig gründlich, denn viele Dekorationselemente bestehen aus Kunststoffen oder Glas. Diese wiederum enthalten häufig Metalle und Farben, die in die Umwelt gelangen können und giftig für Mensch, Tier und Pflanzen sind.

 

1. Im Garten: Kompost, Mulch oder Frostschutz gefällig?

Alte Weihnachtsbäume können auf vielfältige Art und Weise direkt im Garten weiter verwertet werden. Eine tolle Möglichkeit machen uns die Entsorgungsbetriebe schon vor: Sie kompostieren die Bäume. Dabei gilt: Je feiner das Holz vor dem Kompostieren zerkleinert wird, desto besser läuft auch die Rotte ab. Kleine und zierliche Bäume können mit Säge und Gartenschere zerkleinert werden, ein Häcksler erleichtert die Arbeit jedoch ungemein und ist auch für große Bäume das Mittel der Wahl. Informiere dich in der Nachbarschaft oder in Gärtnereien, wenn du kein eigenes Gerät hast: Oft kann man eins mieten oder jemand ist so lieb, es dir auszuleihen. Alles, was du über das Kompostieren wissen musst, findest du in diesem Artikel.

Da es in unseren Breitengraden häufig erst nach Neujahr so richtig kalt und frostig wird, kann der alte Weihnachtsbaum auch wunderbar zum Mulchen und als zusätzlicher Kälteschutz verwendet werden. Gerade nach dem stürmischen November und Dezember kann es notwendig sein, an manchen Stellen im Garten nachzubessern oder den Schutz zu erneuern. Du kannst dafür einfach die Äste und Zweige absägen und auf die entsprechenden Pflanzen legen oder die Wurzelbereiche empfindlicher Gewächse damit abdecken. Gerade bei jungen und kälteempfindlichen Bäumen kannst du die Tannenäste wunderbar mit einer Schnur um deren Stämme binden oder drum herum stellen. Was es beim Mulchen zu beachten gibt, haben wir in diesem Artikel für dich zusammengefasst. Außerdem interessant: wie man Kübelpflanzen und Co. richtig vor der Kälte schützt.

 

Rosen freuen sich über einen Frostschutz, aber auch ein Kräuterbeet lässt sich gut mit dem lockeren Material abdecken.

 

2. Schneckenschutz inklusive

Noch einen Pluspunkt dafür, den eigenen Weihnachtsbaum im Garten zu recyceln: die Zweige sind ein toller Schutz vor Schnecken! Diese mögen den intensiven Geruch nicht und machen lieber einen Bogen um die Tannenzweige. Entscheidest du dich dafür, mit den Ästen zu mulchen oder sie als Kälteschutz zu nutzen, hast du den Schneckenschutz also schon inklusive. Ansonsten kannst du die Zweige auch einfach um die Beete legen, um Keimlinge im Frühjahr vor den schleimigen Kerlchen zu schützen.

 

3. Feuerholz

Besitzt du einen Kamin oder eine Feuerstelle im Garten, kannst du das Holz durchaus zum Brennen verwenden. Es muss dafür jedoch einige Zeit im Vorfeld trocknen. Kein Problem, denn der nächste Winter wird schon noch früh genug vor der Tür stehen und selbst im März kann es noch Frost geben und der Kamin angeworfen werden. Tatsächlich haben Nadelgehölze eine eher kurze Brenndauer, machen sich jedoch wegen des enthaltenen Harz sehr gut als Kaminanzünder.

 

4. Spaß und Spiel für deine Vierbeiner

Hast du einen Baum aus ökologischer Landwirtschaft erstanden, so kannst du ihn zu einem tollen Spielelement für deine tierischen Freunde umfunktionieren. Die entnadelten Äste geben mit Sicherheit eine tolle Spiel-Trophäe für deinen Hund ab und unsere Stubentiger werden garantiert gerne ihre Krallen an einem kahlen Stamm wetzen (und diesmal ist es sogar erlaubt, den Weihnachtsbaum nach Herzenslust zu zerstören). Schneide/säge die alten Zweige und Äste ab und suche dir diejenigen heraus, die du gebrauchen kannst; vielleicht auch als Kletterast oder Sitzmöglichkeit für die Vögel im Garten? Große Bäume geben auch gute Kletterelemente für Katzen oder Nager her, egal ob drinnen oder draußen. Die Möglichkeiten sind fast grenzenlos; vielleicht findest du ja sogar eine tolle Anleitung im Internet, nach der du einen Kratzbaum oder Kletterelemente selber bauen kannst.

 

5. Ist das Kunst oder kann das weg?

Da das Holz von Nadelgehölzen wie Tanne und Fichte recht weich ist, eignet es sich für Schnitzarbeiten besonders gut, auch für Anfänger. Apropos schnitzen: Wenn du eine künstlerische Ader hast, handwerklich aktiv bist oder dich mal ausprobieren möchtest, hast du jetzt die beste Gelegenheit dazu, da du nichts in neues Material investieren musst und der alte Baum ansonsten ja sowieso im Müll gelandet wäre.

 

Zapfen und kleinere Äste können auch getrocknet als Füllung für ein Insektenhotel genutzt werden.

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