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  • Die häufigsten Schädlinge im Garten: was du gegen sie tun kannst

Das große Krabbeln - die 6 häufigsten Schädlinge im Garten

Ein Schädlingsbefall kann super nervig sein. Eigentlich möchtest du dich an deinen Pflanzen erfreuen, aber stattdessen vermiesen dir kleine Krabbeltiere die Laune. Wir zeigen dir in diesem Übersichtsartikel sechs Tiere, die in deinem Garten Schaden anrichten können und was du am effektivsten gegen sie unternimmst, um dich im Garten oder auf dem Balkon wieder entspannen zu können. Dabei geht es dieses Mal um Insekten und Spinnentiere. Größere Schädlinge wie Schnecken, Wühlmäuse oder Kaninchen behandeln wir in einem extra Artikel.

Vorbeugen und Schädlinge gar nicht erst zur Party einladen

So gut wie jede Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon ist gefährdet, von Schädlingen befallen zu werden, denn es gibt unzählige verschiedene Arten. Gemüse- und Obstpflanzen können davon genauso betroffen sein wie Obstbäume, egal, ob sie im Freiland oder in Kübeln wachsen. Wenn du aufmerksam bist, kannst du einen Befall frühzeitig erkennen. Und auch, wenn sich Blattläuse & Co schon in Scharen auf einer Pflanze tummeln sollten, gibt es viele Möglichkeiten, sie schnell wieder loszuwerden.

Ein effektives Mittel gegen einen Schädlingsbefall ist vor allem, vorbeugend zu handeln. Dabei gilt: je gesünder und kräftiger eine Pflanze, desto weniger attraktiv ist sie für Schädlinge. Die Pflanze ist dann resistenter und kann sich besser gegen Schädlinge, aber auch gegen Krankheiten verteidigen.

Um gesund und kräftig zu wachsen, braucht eine Pflanze ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe. Achte also unbedingt auf einen passenden Standort  und auf eine ausreichende Versorgung mit Wasser, guter Erde und Dünger. Damit hast du schon mal eine wichtige Grundlage geschaffen.

Außerdem solltest du die Begriffe Mischkultur sowie Fruchtfolge im Hinterkopf behalten. Mischkultur bedeutet, dass man bestimmte Pflanzen sehr dicht nebeneinander pflanzt, da sie sich gegenseitig vor Krankheiten oder Schädlingen schützen können. Man sagt auch, dass diese Pflanzen gute Nachbarn sind. So halten Zwiebeln zum Beispiel die Möhrenfliege fern und Basilikum kann Tomaten vor Mehltau schützen. Fruchtfolge oder auch Fruchtwechsel heißt, dass man sich merken sollte, in welchem Beet oder Kübel zuletzt welche Pflanze stand. Es sollten sich sowohl verschiedene Pflanzenfamilien abwechseln, als auch solche Arten mit unterschiedlichem Nährstoffbedarf.

Fruchtfolge bzw. -wechsel und die Mischkultur haben einen positiven Effekt auf die Pflanzengesundheit, daher widmen wir diesen Verfahren auch noch detailliertere Artikel hier im Bloomify Magazin.

Die Verbreitung von Schädlingen und auch Krankheiten lässt sich außerdem aufhalten, wenn Pflanzen nicht zu dicht stehen. Die Übertragung von einer Pflanze zur anderen wird dadurch erschwert und es gelangt ausreichend frische Luft und Sonnenlicht an die Blätter und Früchte.

Darüber hinaus können dir andere Tiere als kleine Helfer eine Menge Arbeit abnehmen: die sogenannten Nützlinge. Es gibt viele Insekten, die kleinere Schädlinge fressen. So fressen zum Beispiel Ohrenkneifer und Marienkäfer gerne Blattläuse und verschiedene Milben. Sie lassen sich mit Insektenhotels in Gärten und auf Balkone locken. Diese müssen gar nicht groß sein. Ein mit Stroh oder Bambusstäben gefüllter Tontopf eignet sich zum Beispiel prima als Unterschlupf.

Auch aus einer alten Dose kann ein Versteck für Nützlinge entstehen.

1) Blattläuse

Die kleinen Blattläuse belegen unseren Platz 1, weil sie zu einer großen Plage werden können. Sie nerven zwar, früh erkannt hält sich der Schaden jedoch in Grenzen und sie können relativ einfach bekämpft werden.

Schwarze Blattläuse erkennt man sehr gut, wenn sie in großen Haufen an den Stängeln der Pflanzen sitzen. Grüne Blattläuse hingegen sind etwas besser getarnt. Ein Hinweis für einen Befall liefern Ameisen, da sie die Blattläuse “melken”. Die Blattläuse lassen das mit sich machen, da sie im Gegenzug von den Ameisen beschützt werden. Zum Beispiel vor dem Marienkäfer, dem Erzfeind der Blattläuse!

Viele Schädlinge an unseren Pflanzen können wir mit Sprühlösungen bekämpfen, so auch Blattläuse. Diese kann man super einfach selber herstellen und die Pflanzen damit besprühen, bis die lästigen Krabbeltierchen verschwunden sind. Sehr effektiv ist zum Beispiel ein Sud aus Brennnesseln, Ackerschachtelhalm oder auch Knoblauch. Das riecht zwar etwas streng, schadet aber keinem Nützling - im Gegensatz zu chemischen Bekämpfungsmitteln.

Eine grüne Blattlaus kommt selten allein.

2) Spinnmilben

Diese winzig kleinen Spinnentiere können großen Schaden anrichten, indem sie die Blätter von Pflanzen aussaugen und diese somit vertrocknen, daher landen sie auf Platz 2. Entdeckst du helle, fast weiße Sprenkel oder Flecken auf den Blättern von Gemüsepflanzen wie Tomaten oder Gurken, oder auf auf den Blättern von Obstbäumen, solltest du dir die Blattunterseite anschauen. Spinnmilben bilden dort feine Gespinste, in denen sie in großen Gruppen leben.

Ihre natürlichen Feinde sind Raubmilben und Raubwanzen, die man gezielt durch Insektenhotels, Trockenmauern oder auch Blühpflanzen anlocken kann, da sie sich auch von Pollen ernähren. Außerdem kann man betroffene Pflanzen mit einer Mischung aus Wasser und Raps- oder Niemöl besprühen.

Ein von Spinnmilben eingesponnenes Blatt einer Tomatenpflanze

3) Schildläuse

Schildläuse sind unsere Nummer 3, obwohl sie weniger auf Gemüsepflanzen vorkommen, dafür aber gerne die Blätter von Zitrusbäumen aussaugen. Sie schützen sich mit kleinen Panzern in Form eines Ovals und sitzen unbeweglich auf den Ober- und Unterseiten der Blätter oder an Stielen. Ein weiteres Indiz für einen Befall sind klebrige Tropfen an den Blättern, der Honigtau. Diesen sondern die zu den Spinnentieren gehörenden Schildläuse ab und er zieht Ameisen an.

Besonders im Winterquartier können deine Zitrusbäume betroffen sein. Eine effektive Maßnahme gegen Schildläuse ist es, sie abzukratzen, wobei die Pflanze jedoch nicht beschädigt werden sollte. Wenn die Tiere nicht zu fest sitzen, können sie auch mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Das Problem ist, dass dabei die extrem winzigen Eier der Läuse auf der Pflanze verteilt werden können. Diese musst du zusätzlich mit einer Sprühlösung bekämpfen. Völlig unbedenklich, auch für die Zitrusfrüchte, ist eine Mischung aus Wasser mit etwas Schmierseife.

Schildläuse können sich unter hellen oder dunklen Wachspanzern verstecken.

4) Raupen des Kohlweißlings

Die Raupen des Kohlweißlings haben meist ab Juni großen Appetit auf die Blätter von Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli und Co und belegen unseren Platz 4. Die Raupen des Kleinen Kohlweißlings sind grün, die des Großen Kohlweißlings sind behaarter und haben eine gelbliche Färbung mit schwarzen Streifen.

Hat man nur wenige Pflanzen im Beet, ist ein manuelles Absammeln meist ausreichend. Wirf dabei mal einen Blick auf die Unterseiten der Kohlblätter, dort legen die Falter ihre Eier. Du kannst betroffene Blätter entfernen, damit die nächste nimmersatte Raupengeneration gar nicht erst schlüpft. Außerdem gibt es spezielle Netze, mit denen du deine Pflanzen schützen kannst.

Die Raupen des Kohlweißlings können ganze Kohlpflanzen kahl fressen.

5) Weiße Fliege

Bei der Weißen Fliege handelt es sich genau genommen um einen Mini-Schmetterling, der bei uns auf Platz 5 landet. Manche Arten befallen vor allem Tomaten-, Paprika- oder Gurkenpflanzen, andere verschiedene Kohlsorten. Manche bevorzugen Zitrus- und andere Obstbäume. Die Larven der Fliegen saugen die Blätter, ganz ähnlich wie Schildläuse, aus und hinterlassen ebenfalls Honigtau.

Ein Insektenhotel für Nützlinge hilft auch gegen einen Befall der Weißen Fliege. Außerdem mögen sie duftende Kräuter gar nicht gerne. Pflanze daher zum Beispiel Thymian, Rosmarin oder Basilikum zu deinen Gemüsepflanzen oder stelle sie in Kübeln daneben.

Die winzigen Tierchen sind gut zu erkennen.

6) Rüsselkäfer

Zu guter Letzt auf Platz 6: der Dickmaulrüssler. Er gehört zu den Rüsselkäfern, die - wie ihr Name bereits verrät - sehr gut an ihrem "Rüssel" zu erkennen sind, der von Art zu Art unterschiedlich geformt ist. Ein Befall ist ebenfalls sehr einfach zu erkennen, nämlich an kleinen Einbuchtungen an den Blatträndern der Pflanzen. Hier knabbert sich der Käfer mit dem schwarzen Panzer rundherum satt. Seine Larven hingegen bevorzugen unterirdische Wurzeln und Knollen.

Siehst du die charakteristischen Fraßschäden an deinen Pflanzen, hilft zum Beispiel manuelles Absammeln. Das funktioniert spät abends im Dunkeln mit der Taschenlampe, da die Käfer tagsüber nicht aktiv sind. Du kannst sie aber auch austricksen, indem du ihnen Verstecke für den Tag anbietest, in denen sie sich verkriechen. Stelle dazu kleine Gefäße, am besten mit Heu, Stroh oder Holzwolle befüllt, abends unter die Pflanzen und schaue morgens oder mittags nach, ob welche in die Falle getappt sind.

Ein Rüsselkäfer macht sich über ein saftiges Blatt her.

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