Richtig kompostieren: unser Bloomify-Leitfaden

Wie legst du deinen Komposthaufen richtig an und was brauchst du dafür? Wir haben uns bereits im ersten Beitrag zum Thema damit vertraut gemacht, was Kompost überhaupt ist und was beim Rotteprozess so vor sich geht. Außerdem wissen wir bereits, dass winzig kleine Organismen, die sogenannten “Zersetzer”, organische Abfälle in wertvollen Humus umwandeln. Nun wollen wir uns an die Arbeit machen! In diesem Artikel dreht sich alles um die richtige Umsetzung im heimischen Garten, damit du erfolgreich deinen eigenen Kompost anlegen kannst.

Der richtige Standort: das solltest du berücksichtigen

Egal, ob du über ein kleines, gemütliches Gärtchen oder eine riesige Fläche verfügst: Für jeden Garten gibt es die passende Lösung. Selbst auf Balkon oder Terrasse ist es möglich, zu kompostieren. Da sich die jeweiligen Methoden jedoch etwas voneinander unterscheiden, wollen wir uns erst einmal nur auf das Kompostieren im Garten konzentrieren. Dabei solltest du immer im Hinterkopf behalten, dass es sich bei unseren Zersetzern um lebende Organismen handelt. Es ist deshalb notwendig, ideale Bedingungen zu schaffen, damit sie sich richtig wohl fühlen und effizient arbeiten können. Ist der Kompost dann einmal angelegt, wird es hinterher schwierig den Standort zu wechseln.

Komposter lassen sich, einmal befüllt, nicht so einfach wieder umsetzen.

Auf Tuchfühlung mit dem Untergrund

Der Platz, auf dem du deinen Kompost anlegst, wird als “Kompostmiete” bezeichnet. Ideal ist ein geschütztes Plätzchen im Halbschatten. In der prallen Sonne würde der Kompost zu schnell austrocknen, komplett im Schatten wiederum ist es zu kalt und feucht für unsere Zersetzer. Außerdem sollte er zwar luftig stehen, damit die produzierten Gase entweichen können, aber dennoch so windgeschützt, dass uns bei Sturm nicht alles um die Ohren fliegt. Ein Standort neben einem Baum oder Gebüsch eignet sich hervorragend. Du kannst auch eine überdachte Stelle wählen, die die genannten Aspekte bietet. Sollte es außerdem zu länger anhaltendem Starkregen kommen, muss der Komposthaufen mit einer Plane abgedeckt werden, sofern du keinen Komposter mit Deckel benutzt.

Ganz wichtig ist der Untergrund: damit nichts schimmelt und fault, darf der Kompost auf keinen Fall dauerhaft nasse Füße haben. Außerdem braucht er Kontakt zu natürlichem Boden, damit Würmer und andere Lebewesen aus dem Erdreich in den Komposthaufen wandern und dort bei der Arbeit helfen können. Das bedeutet im Umkehrschluss: platziere deinen Kompost an einer Stelle, auf der keine Folien liegen und die weder asphaltiert, noch anderweitig versiegelt ist. Und jetzt müssen wir ehrlich sein: Kompost ist einfach kein Augenschmaus und kann während des Rotteprozesses Gerüche entwickeln. Dies solltest du bei der Platzierung also unbedingt mit berücksichtigen.

Noch einmal die wichtigsten Aspekte bei der Standortwahl im Überblick:

  • Halbschatten oder lichter Schatten
  • direkter Kontakt zu natürlichem Boden
  • keine pralle Sonne oder völliger Schatten
  • kein nasser Untergrund
  • luftig aber geschützt
  • am besten etwas abseits und versteckt (Gerüche & Optik)
Ein geschützter, halbschattiger Platz am Rand des Gartens ist ideal für einen Kompost.

Das richtige Timing

Generell empfiehlt es sich, im Herbst oder Frühling mit dem Kompostieren anzufangen. Legst du den Haufen im Herbst an, hast du im Frühling zur beginnenden Saison den ersten, frischen Kompost. Legst du ihn im Frühling an, so wirst du im Herbst mit luftig-lockerem Humus belohnt und kannst damit wiederum den Gartenboden auf den Frühling vorbereiten.

Das nötige Zubehör

Um einen Kompost anzulegen, benötigst du eigentlich nicht viel. Neben der geeigneten Stelle brauchst du natürlich Abfälle, Laub, ein wenig Gartenerde oder fertigen Kompost, eine Schaufel oder einen Spaten, einen Durchwurfsieb für grobe Abfallreste und, falls gewünscht, einen fertigen Komposter. Dabei hast du die Qual der Wahl zwischen einer Reihe unterschiedlicher Modelle. Wir haben einen kleinen aber feinen Komposter-Überblick über die gängigsten Modelle für dich zusammengestellt.

Schicht für Schicht - den Kompost richtig füllen

Nachdem wir uns mit den wichtigsten Grundsätzen vertraut gemacht haben und du auch schon die Wahl für den idealen Standort und vielleicht sogar den richtigen Komposter getroffen hast, geht es jetzt an's Eingemachte. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der Kalt- und der Heißrotte (z.B. auf Kompostierwerken). Im heimischen Garten findet meistens die Kaltrotte statt. Es werden während der Zersetzung Temperaturen um die 60°C erreicht, die jedoch recht schnell wieder abkühlen. Sie dauert länger als die Heißrotte und tötet Keime nicht vollständig ab. Deshalb ist es besonders wichtig, keine kranken Pflanzenteile auf den Kompost zu werfen. Bei zu hohen Temperaturen können wichtige Rotte-Mikroben absterben, weshalb der Kompost bei einer Kaltrotte mehr Mikroorganismen enthält und das Endprodukt im wahrsten Sinne des Wortes “lebendiger” wird. Wichtig ist außerdem, dass der Kompost nicht zu nass wird und du ihn nicht zu dicht befüllst, um jederzeit eine gute Durchlüftung zu gewährleisten.

Wenn du einen Komposter mit zwei Kammern (oder eine entsprechend große Kompostmiete) hast, solltest du ihn mindestens einmal jährlich umsetzen, damit sich deine Zersetzer wohl fühlen. Arbeitest du mit Kompostern, die nur über eine Kammer verfügen und somit nicht umgesetzt werden können, musst du so gewissenhaft wie möglich schichten, damit du am Ende ein zufriedenstellendes Ergebnis hast. Übrigens: In unserem ersten Artikel zum Thema “Kompost” findest du eine schöne Übersicht, was auf den Kompost darf und was nicht. Den Artikel findest du hier.

Mit einem geeigneten Thermometer sieht man: hier passiert was!

Der Kompost erwacht zum Leben

Je abwechslungsreicher die Kompost-Füllung ist, desto besser wird das Endergebnis. Grundsätzlich wollen wir uns beim Befüllen von grob nach fein hocharbeiten. Dies sorgt für eine gute Drainage und Belüftung. Außerdem verteilt sich so die entstehende Wärme ideal im Kompost. Ist die Erde an der Stelle, an der der Komposthaufen stehen soll, sehr fest, muss sie im Vorfeld aufgelockert werden. Dann kannst du auch schon starten!

Achte darauf, die Schichten möglichst gleichmäßig anzulegen. Für die unterste Schicht eignen sich hervorragend gröbere Materialien wie Heckenschnitt oder zerkleinerte Äste und Zweige. Diese Schicht sollte etwa 20 bis 30 cm hoch sein. Danach kann es schon mit der dichteren zweiten Abfallschicht weiter gehen - jetzt kommt alles, was sonst so auf den Komposthaufen darf, wie z.B. Obst- und Gemüsereste, Eierschalen oder Kaffeesatz. Eine bunte Mischung aus organischen Küchenabfällen, angewelktem Rasenschnitt und anderen Gartenabfällen ist wunderbar und bringt die notwendige Abwechslung ins Spiel. Auch diese Schicht sollte ungefähr 20 cm hoch werden.

Anschließend wird der Kompost “geimpft” - immerhin müssen unsere Zersetzer irgendwie ihren Weg in den Komposthaufen finden. Es reicht eine 5 bis 10 cm hohe Schicht guter Gartenerde oder bereits fertigen Komposts aus - vielleicht haben die Nachbarn ja eine Schippe für dich übrig. Du kannst zwar auch Mikroorganismen (“Kompostbeschleuniger”) im Baumarkt kaufen und diese dem Kompost hinzusetzen, allerdings ist das normalerweise nicht notwendig.

Nun geht es weiter - auf die Erdschicht kommt wieder eine 20 cm hohe, gemischte Abfallschicht, darüber erneut eine dünne Schicht Erde oder Kompost. Schließlich kommt die letzte Abfallschicht oben drauf und die muss am Ende abgedeckt werden. Als Abdeckung eignen sich Laub, Stroh, Rasenschnitt oder ähnlich dichtes Material am besten. Dadurch werden die unteren Schichten vor zu viel Nässe geschützt und die entstehende Wärme besser gespeichert!

Die Kompost-Schichten im Überblick

  • 1. Schicht: 20-30 cm hoch und grob (Heckenschnitt, Zweige, zerkleinerte Äste)
  • 2. Schicht:  20-30 cm hoch und dichter (Garten- und Küchenabfälle)
  • 3. Schicht: 5-10 cm hoch, Mikroorganismen (Gartenerde oder fertiger Kompost)
  • 4. Schicht: 20-30 cm hoch, erneut Abfälle, wie 2. Schicht
  • 5. Schicht: 5-10 cm hoch, Mikroorganismen, wie 3. Schicht
  • 6. Schicht: Abfälle, erneut wie 2. Schicht
  • 7. Schicht: dichte Abdeckung (Laub, Stroh, Rasenschnitt o.ä.)

Gut Ding will Weile haben

Danach ist erst einmal Warten angesagt; unser Zersetzer-Trupp muss sich nun in Ruhe einleben und seine Arbeit verrichten. Das dauert, abhängig von der Kompost-Größe, etwa 4 bis 12 Monate. Wichtig ist, dass der Komposthaufen nicht zu sehr austrocknet. Du solltest also regelmäßig nach dem Rechten schauen und ihn bei anhaltender Trockenheit zusätzlich wässern. Den idealen Feuchtigkeitshaushalt kannst du ganz einfach bestimmen: Zerdrückst du etwas Kompost in der Hand, darf kein Wasser tropfen. Er sollte sich allerdings kneten und formen lassen, ohne sofort wieder auseinander zu fallen. Um eine ausreichende Belüftung zu garantieren, kannst du zwischendurch mit einer Grabegabel oder Ähnlichem Löcher hinein stechen. Auch das sogenannte Umschichten oder Umsetzen beschleunigt den Prozess und sorgt für eine gleichmäßigere Rotte.

Bäumchen wechsel dich - den Kompost richtig umsetzen

Beim Umsetzen (oder Umschichten) werden die äußeren Kompostschichten nach innen und die inneren nach außen verlagert. Der ideale Zeitpunkt dafür ist im Frühling, wenn sich viele Abfälle sammeln und es sowieso eng im Komposter wird. Dabei reduziert sich das Volumen - ein Argument mehr, warum du dir zumindest einmal jährlich die Mühe machen solltest. Bis zum Herbst hat sich dann neuer, nach Waldboden duftender Kompost gebildet. Möchtest du Frischkompost ernten, so kannst du deinen neu angelegten Kompost bereits nach 3 bis 6 Wochen umschichten. Auch, wenn die Kompostierung nur sehr schleppend voran zu gehen scheint, kann ein Umsetzen Abhilfe leisten. Schnapp´ dir dein Durchwurfsieb, eine Schaufel und eine Grabegabel und los geht´s!

Zuerst bereitest du den Untergrund vor - ist er zu fest, ist wieder auflockern angesagt! Dann entnimmst du zuerst den fertigen Kompost und siebst ihn durch. Auf dem Gitter bleiben die groben Materialien, welche noch nicht fertig zersetzt wurden, hängen und kommen auf die vorbereitete Kompostmiete. Möchtest du deinen Kompost nur re-aktivieren, gibt es natürlich nicht unbedingt etwas zu ernten, das Prozedere bleibt ansonsten jedoch gleich. Nun arbeitest du dich von oben nach unten durch deinen Komposthaufen. Alles, was noch nicht verrottet ist, wird nun wieder aufgeschichtet und weiter kompostiert. Du kannst zusätzlich eine Schaufel vom frischen fertigen Kompost beimengen, um den Zersetzungsprozess zu wieder in Gang zu bringen.

Ein Kompost mit getrennten Kammern vereinfacht das Umschichten.

Der fertige Kompost

Schwarz, krümelig und herrlich würzig nach Waldboden duftend: daran erkennst du den fertigen Humus! Doch Kompost ist nicht gleich Kompost - je nach Zusammensetzung und Reifegrad, können die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten variierien. In unserem vierten Teil zum Thema “Kompost” wird sich alles darum drehen, welche Zutaten den Kompost beeinflussen, wie es mit dem Nährstoffgehalt aussieht, was der Unterschied zwischen Frisch- und Fertigkompost ist und wie du ihn richtig einsetzt!

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