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Pflanzen düngen: Mit 5 Tipps zum Dünger-Profi werden

Eine Zwergfichte im Seegrastopf steht auf dem Holzboden. Links daneben steht ein Holzkästchen mit braunen Dünger-Pellets gefüllt. Zwei Hände greifen von links unter das Bäumchen und verteilen dort diese Pellets.

Eine universelle Anleitung zum Düngen von Pflanzen gibt es leider nicht. Dazu gibt es zu viele Faktoren: In was für Erde wächst die Pflanze, wie hoch ist ihr Nährstoffbedarf, wann wird gedüngt und womit?

Wir geben dir 5 Tipps, die dir weiterhelfen, wenn du deine Pflanzen düngen möchtest.

Die Basis: Gartenboden und Pflanzerde

Beim Düngen von Pflanzen spielt die Erde, in der sie wachsen, eine entscheidende Rolle. Es kann sein, dass du bereits sehr nährstoffreichen Gartenboden hast, der deinen Pflanzen eine super Grundlage bildet. Vielleicht ist der Boden in deiner Region aber auch eher sandig und nährstoffarm. Wachsen deine Pflanzen in Kübeln und Töpfen, hast du die Qual der Wahl und musst dich für passende Pflanzerde entscheiden.

Unser erster Tipp zum Pflanzen düngen ist daher, erst mal die Erde genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wie nährstoffreich ist dein Gartenboden?

Hast du einen eigenen Garten, ist eine Bodenprobe im Vorfeld eine gute Idee. Je nach Bodenbeschaffenheit können der pH-Wert und der gesamte Nährstoffgehalt nämlich stark schwanken. Folgenden Grundsatz kannst du dir jedoch merken: Sandige und lehmige Böden enthalten generell weniger Nährstoffe als humusreiche Böden und müssen häufiger gedüngt werden.

Im Handel sind Teststreifen erhältlich, mit denen man ganz einfach den pH-Wert des Bodens bestimmen kann. Einfache Bodenproben, um die Bodenart zu bestimmen, kannst du selber durchführen. Weitere Werte sind schwieriger selbst zu ermitteln. Dazu kannst du alle ein bis drei Jahre eine Bodenprobe deines Gartens zur Analyse ins Labor schicken. Die Ergebnisse helfen, zielgerichteter zu düngen und somit Dünger und Kosten zu sparen.

Welche Pflanzerde verwendest du?

Viele Pflanzerden sind bereits vorgedüngt. Lies dir also immer genau die Beschreibung durch, damit du weißt, wann eine zusätzliche Düngung frühestens nötig ist.

Verwendest du zum Pflanzen nährstoffreiche Komposterde, ist im ersten Jahr unter Umständen gar keine weitere Düngergabe nötig. Beachte aber, dass nicht alle Pflanzen direkt in Komposterde gepflanzt werden können. Mehr Infos zu Schwach- und Starkzehrern folgen im nächsten Abschnitt.

Achte außerdem auf den pH-Wert der Erde. Es gibt spezielle saure Erde, zum Beispiel für Heidelbeeren. Ist der pH-Wert der Erde zu hoch, kannst du so viel düngen, wie du willst, aber die Pflanze kann die Nährstoffe trotzdem nicht aufnehmen.

Hochwertige Erde für Kübelpflanzen oder den Garten ist meistens vorgedüngt.

Pflanzen düngen: Wie viel Dünger?

Brauchen alle Pflanzen gleich viel Dünger?

Nein, die passende Düngermenge hängt stark von der jeweiligen Pflanze ab. Unser zweiter Tipp ist daher, vor dem Düngen zu überlegen, welche Pflanzen man anbauen möchte oder was schon im Garten wächst.

Wir unterscheiden zwischen schwach-, mittel- und starkzehrenden Pflanzen:

  • Schwachzehrer haben einen niedrigen Nährstoffbedarf und kommen mit nährstoffarmen Böden zurecht. Dazu zählen Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen), die meisten Kräuter und Radieschen.
  • Zu den Mittelzehrern gehören unter anderem viele Salatsorten und Möhren. Sie brauchen mehr Nährstoffe als Schwachzehrer, aber nicht so viele wie die Starkzehrer.
  • Starkzehrende Pflanzen, wie z.B. Paprika, Tomaten, Zucchini, Kohlsorten oder Gurken, haben einen hohen Nährstoffbedarf und brauchen entsprechend viele Nährstoffe. Sie können direkt in Komposterde gepflanzt werden.
Die meisten Kräuter sind mit leichten Düngergaben zufrieden.

Der Standort: Pflanzen düngen im Beet oder Kübel

Unser dritter Tipp zum Düngen: Es kommt nicht nur auf die Erde sowie die Pflanze an, sondern auch auf den Standort. Kurz gesagt: Topfpflanzen müssen tendenziell häufiger nachgedüngt werden, weil in einen Topf einfach nicht so viel Erde hineinpasst.

Verwendest du fertigen Dünger, solltest du dich immer an der angegebenen Düngermenge auf dem Produkt orientieren. Diese kann zwischen den Herstellern schwanken. Oft findest du dort Angaben, wie viel Dünger pro Quadratmeter Beet - abhängig von der jeweiligen Kultur - nötig ist.

Solche Quadratmeterangaben sind bei einem Topfgarten etwas unpraktisch. Bei fertigen, organischen Dünger, zum Beispiel in Pelletform, musst du dir aber keine Sorgen machen: Eine Überdüngung ist so gut wie ausgeschlossen.

Es gibt auch Dünger, die über das Gießwasser verabreicht werden. Auf den Packungen findest du Angaben, wie viel Dünger pro Liter Wasser nötig sind.

Im Kübel auf Balkon oder Terrasse haben deine Pflanzen deutlich weniger Erde zur Verfügung als im Freiland. Dadurch sind die Nährstoffe bald aufgebraucht und du musst auf jeden Fall nach einiger Zeit Dünger verabreichen. Die Häufigkeit und Menge richtet sich danach, ob du dich für organischen Langzeitdünger oder mineralischen Dünger entscheidest - und natürlich, ob zum Beispiel eine starkzehrende Gemüsepflanze im Topf wächst oder ein eher nicht so hungriger Zitronenbaum.

Kübelpflanzen haben weniger Erde zur Verfügung als solche im Freiland.

Der richtige Zeitpunkt: Wann muss man Pflanzen düngen?

Unser vierter Tipp: Achte darauf, deine Pflanzen weder zu häufig noch zu selten zu düngen. Der richtige Zeitpunkt zum Düngen ist abhängig von der Pflanzenart und ihrem Nährstoffbedarf, deinem Gartenboden bzw. der Pflanzerde sowie dem Standort der Pflanze. Es kommt aber auch darauf an, ob du Langzeitdünger verwendest oder nicht.

Auf gekauften Produkten findest du nicht nur Angaben zur Dosierung, sondern auch dazu, wie oft der Dünger verabreicht werden sollte.

Es ist eine gute Idee, organische Düngemittel direkt beim Einpflanzen oder Umtopfen unter die Erde zu mischen. Pflanzerde aus dem Handel ist zwar bereits mit Nährstoffen angereichert, doch organische Dünger haben ja eine Langzeitwirkung und brauchen dementsprechend länger, um die Nährstoffe an den Boden abzugeben. Dadurch sind diese erst später für die Pflanzen verfügbar.

Bereits etablierte Pflanzen und solche, die nicht umgetopft werden müssen, profitieren aber auch von einer ersten Düngergabe im Frühjahr. Die Pflanzen haben dann ausreichend Nährstoffe zur Verfügung, um neu auszutreiben. Denn: Sobald die Wachstumsphase deiner Pflanzen beginnt, brauchen diese natürlich auch Nährstoffe, um sich gut entwickeln zu können.

Die meisten Pflanzen werden bis Oktober gedüngt. Bei einjährigen Pflanzen, deren Früchte im Herbst noch ausreifen sollen, also Kürbisse, Melonen oder auch Tomaten, reicht eine Düngung bis August, damit die Pflanzen an sich nicht mehr weiterwachsen.

Bei welchem Wetter solltest du deine Pflanzen düngen?

Generell solltest du am besten morgens und bei trockenem Wetter oder nur leichten Schauern düngen, denn starker Regen würde die ausgebrachten Nährstoffe, vor allem im Freiland, sofort wieder wegspülen. Außerdem können deine Pflanzen die Nährstoffe so im Laufe des Tages zusammen mit dem Gießwasser über die Wurzeln aufnehmen.

Beim Umtopfen kann direkt gedüngt werden.

Pflanzen düngen: Der passende Dünger

Der fünfte und wichtigste Tipp: Versorge deine Pflanzen immer mit einem für sie passenden Dünger. Dazu musst du dich etwas in den Nährstoffbedarf der Pflanzen einarbeiten. Dabei wird also nicht nur zwischen “viel und wenig Dünger” unterschieden, sondern auch, ob es sich zum Beispiel um einen stickstoffreichen Dünger handelt. Wir schauen uns das anhand einiger Pflanzen mal genauer an.

Welche verschiedenen Dünger es gibt und was es mit den Begriffen “mineralisch” und “organisch” auf sich hat, findest du hier.

Dünger für Tomaten

Tomaten sind Starkzehrer. Sie brauchen viele Nährstoffe, um viele aromatische Früchte zu produzieren.

Der perfekte Dünger für Tomaten ist Komposterde. Im Freiland oder Gewächshaus kannst du mit 3 bis 5 Litern Kompost pro Quadratmeter rechnen.

Viele Gewächshäuser in Standardgrößen starten bei etwa 8 Quadratmeter Grundfläche, wobei man den Weg in der Mitte noch abziehen muss. Hast du ein Beet im Freiland oder ein Gewächshaus, lohnt sich etwas Rechnerei, um die genaue Beetfläche zu bestimmen.

Auch bei der Pflanzung im Topf kannst du Komposterde oder andere sehr nährstoffreiche Pflanzerde verwenden.

Bei der Pflanzung kannst du Tomaten zusätzlich mit stickstoffbetonten Langzeitdüngern versorgen. Sind die ersten Früchte zu sehen, sollten die Stickstoffgaben reduziert werden. Ansonsten entsteht ein wahrer Blätter-Dschungel. Verwende stattdessen Dünger, die reich an Kalium und Magnesium sind. Spezielle Tomatendünger eignen sich auch sehr gut.

Eukalyptus Dünger

Eukalyptus wächst recht schnell, ist aber trotzdem kein klassischer Starkzehrer. Du kannst ihn bei der Pflanzung oder beim Umtopfen mit organischem Langzeitdünger versorgen. Ebenfalls geeignet sind Dünger für Zitrusbäume, wobei die letzte Düngergabe im August erfolgen sollte, damit sich die Pflanze auf die Winterruhe vorbereiten kann.

Dünger für den Olivenbaum

Der Olivenbaum braucht nicht viele Nährstoffe. Wird er in frische Erde umgetopft, kannst du eine kleine Menge Langzeitdünger dazugeben, damit ist der Baum die ganze Saison versorgt. Wird die Olive nicht umgetopft, kannst du im Frühjahr trotzdem etwas Langzeitdünger in die Erde einarbeiten oder sie mit Komposterde mulchen. Außerdem ist es möglich, den Baum ab und an mit etwas flüssigem Zitrusdünger zu versorgen.

Feigen Dünger

Beim Feigenbäumchen verhält es sich so ähnlich wie bei der Olive. Im Frühjahr freut sich die Feige über Düngergaben in Form von organischem Langzeitdünger oder Komposterde. Feigenbäume benötigen aber grundsätzlich mehr Nährstoffe als Olivenbäume. Sie treiben ja im Frühjahr komplett neu aus, da sie ohne Laub überwintern. Aber: Wächst die Feige im Freiland in einem guten Boden, muss sie wiederum kaum gedüngt werden.

Dünger für Erdbeeren

Erdbeeren benötigen zur Fruchtentwicklung viel Kalium, das haben sie mit Tomaten gemeinsam. Daher eignet sich ein Tomatendünger auch gut zum Düngen von Erdbeeren. Sie freuen sich außerdem über eine Mulchschicht aus Rasenschnitt und/oder Stroh, mögen aber keinen Kompost.

Etwas Langzeitdünger und frische Erde: Das reicht meist schon für den Olivenbaum.

Die 5 Tipps ganz konkret

Wie unterschiedlich das richtige Düngen von Pflanzen aussehen kann, schauen wir uns mal anhand einiger Beispiele an.

Du pflanzt eine Heidelbeere ins Freiland. Dein Gartenboden ist humusreich und du hast zur Pflanzung zusätzlich saure Erde und einen Langzeitdünger verwendet. Anschließend hast du die Erde mit Rindenmulch abgedeckt. Deine Heidelbeere ist so lange gut versorgt.

Anders sieht es aus, wenn du die Heidelbeere zwar auch ins Freiland pflanzt, aber dein Gartenboden sehr lehmig ist. Der pH-Wert eines lehmigen Bodens ist zu hoch für Heidelbeeren. Du musst auf jeden Fall ein großes Pflanzloch ausheben und den Strauch in saure Erde, zum Beispiel Rhododendronerde oder Rindenkompost pflanzen. Verwendest du normale Pflanzerde, wird die Heidelbeere schon bald keine Nährstoffe mehr aufnehmen können, auch, wenn du sie zum Beispiel mit flüssigem Beerendünger versorgst.

Hier findest du mehr Infos über den richtigen pH-Wert der Erde für Heidelbeeren.

Ein anderes Beispiel sind starkzehrende Gemüsepflanzen wie Melonen oder Kürbisse. Diese können im Freiland auf oder neben einem Komposthaufen wachsen und müssen dann gar nicht gedüngt werden. Wachsen sie hingegen im Topf, ist eine nährstoffreiche Pflanzerde besonders wichtig. Außerdem sollten sie mit organischem Langzeitdünger oder speziellem Gemüsedünger versorgt werden.

Gemüsepflanzen, die nicht so viele Nährstoffe benötigen, sind auch im Topf oder Balkonkasten ohne weitere Düngung nötig, wenn sie in nährstoffreiche Erde gepflanzt wurden. Radieschen, Salate & Co musst du also auch in einem Topfgarten nicht nachdüngen.

Heidelbeeren benötigen saure Erde.

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