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  • Ob drinnen oder draußen: So musst du den Olivenbaum überwintern

Die Überwinterung der Olive: Das musst du beachten

So kommt dein Olivenbaum gut durch den Winter

Um im nächsten Frühjahr Blüten und Früchte zu tragen, muss der Olivenbaum überwintern. Während der Zitronenbaum und andere mediterrane Pflanzen nach drinnen geholt werden müssen, ist die Olive etwas härter im Nehmen: Sie kann durchaus auch draußen überwintern. Wir zeigen dir, was du beachten musst, um das perfekte Winterquartier für deinen Olivenbaum zu finden.

Olivenbaum überwintern: Drinnen oder draußen?

Beides ist möglich! Du kannst deine Olive sowohl drinnen als auch draußen gut durch den Winter bringen. Die ausschlaggebenden Kriterien sind:

  • Wie ist das Klima an deinem Wohnort? Herrschen eher milde Winter vor? Das spricht für eine Überwinterung an der frischen Luft. Wird es hingegen meist knackig kalt, dann hole den Olivenbaum besser rein.
  • Vielleicht wird der Winter mild, aber total verregnet. Oliven mögen es eher trocken. Wäre die Olive draußen dem ständigen Regen ausgesetzt, dann überwintere sie lieber drinnen.
  • Drinnen muss der Olivenbaum hell und kalt stehen, ansonsten wird sie wahrscheinlich viele Blätter verlieren und anfällig für Schädlinge. Kannst du ihr keinen hellen Fensterplatz bei Temperaturen von maximal 12 Grad bieten, spricht das eher für eine Überwinterung draußen.
Während das Zitrusbäumchen drinnen überwintern muss, kann der Olivenbaum auch draußen bleiben.

Kühl, hell und trocken: Den Olivenbaum überwintern wie ein Profi

Der Olivenbaum ist bedingt winterhart. Das bedeutet, dass er niedrige Temperaturen und sogar Frost verträgt, aber nur in einem gewissen Rahmen. Man kann die Pflanze der Winterhärtezone 8 zuordnen, wonach sie Temperaturen bis -12 Grad aushalten kann. Dabei ist aber gleich zu sagen: Diese Minustemperaturen toleriert der Baum nicht auf Dauer. Schon ab -5 Grad können leichte Frostschäden auftreten, vor allem an den empfindlichen Blättern. Eine sehr kalte Nacht mit -12 Grad würde die Olive also wahrscheinlich nicht umbringen, aber empfehlenswert sind solche Temperaturen auf keinen Fall.

Falls du nun denkst “Naja, so kalt wird es doch eh super selten”, ist das vielleicht ein Trugschluss. Denn auch in eher milden Regionen kann es durchaus mal sehr plötzlich sehr kalt werden und ungewöhnlich starken Frost geben. Es kann also jedes Jahr etwas variieren, wie du den Olivenbaum überwintern solltest. Je nach Witterung musst du dann andere Vorkehrungen treffen.

Unter mediterranen Bedingungen wie in Italien oder Griechenland gedeiht die Pflanze besonders gut. Dort ist es im Sommer schön warm und sonnig, im Winter nicht zu frostig und vor allem recht trocken. Sowohl im Sommer als auch im Winter regnet es im ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Oliven nicht oft - ganz im Gegensatz zu unseren nassen und kalten Wintern und teilweise verregneten Sommern. Daher kann es in unseren Breitengraden auch vorkommen, dass es dem Olivenbaum im Winter nicht unbedingt zu kalt ist, aber zu nass.

Regenreiche Winter und ein unpassender Standort können dazu führen, dass die Erde im Kübel dauerhaft zu feucht ist.

Die richtige Temperatur für die wohlverdiente Winterruhe

Eine gewisse Kälte benötigt die Pflanze im Winter sogar, um eine Verschnaufpause im Wachstum einlegen zu können. Erst bei unter 12 Grad fällt die Olive in die Winterruhe und kommt mit weniger Licht zurecht. Tatsächlich kann es ja durchaus sein, dass es an manchen Wintertagen wärmer ist. Da das meist jedoch die Ausnahme ist und es sich nachts abkühlt, wird die Winterruhe dadurch nicht gestört.

Idealerweise wird die Olive bei 5 bis 10, maximal 12 Grad überwintert. Es darf auch gerne etwas kühler sein, so um die 3 Grad.

Da die Pflanze nicht wächst, sind Düngergaben auch nicht nötig. Nur von Mai bis August wird die Olive gedüngt, anschließend bereitet sie sich dann langsam auf die kühlere Jahreszeit vor. Ebenso verhält es sich mit dem Gießen, wobei die Olive generell keinen hohen Wasserbedarf hat. Während es in der Wachstumsperiode ausreichen kann (je nach Witterung und Standort), sie nur wöchentlich zu gießen, verringert sich ihr Bedürfnis je nach Luftfeuchtigkeit im Winter noch einmal. Wie bereits erwähnt, besteht in unseren Wintern eher die Gefahr, dass die Erde zu nass wird.

Olivenbaum im Kübel überwintern: So funktioniert’s draußen!

Die einfachste Methode ist es, den Baum im Winter einfach draußen stehen zu lassen. Das solltest du aber nur tun, wenn du nicht in Gebieten wohnst, in denen strenge Winter die Regel sind. Am wenigsten Gedanken musst du dir machen, wenn bei dir eher mildes Winterklima vorherrscht, also z. B. in Küstennähe, in Flusstälern oder Weinbaugebieten. Aber auch, wenn du irgendwo zwischen diesen Extremen wohnst, kannst du die Olive draußen überwintern, wenn du ein paar Punkte beachtest:

  • Bei der Haltung im Kübel ist die Pflanze mobil und sollte im Winter möglichst dicht an die Hauswand gestellt werden. Dort ist sie geschützter, sowohl vor Wind und Regen als auch vor niedrigen Temperaturen. An einem Platz, der im Sommer vollsonnig und ideal für die Olive ist, kann es im Winter durchaus eisig werden.
  • Zusätzlichen Schutz vor Regen und Staunässe bieten Abdeckungen für den Kübel, vor allem, wenn der Baum nicht überdacht steht. Eine dicke Mulchschicht hilft schon mal gut, doch in sehr regenreichen Wintern kann der Kübel zusätzlich mit einer Plane abgedeckt werden.
  • Anfällig für niedrige Temperaturen sind vor allem die empfindlichen Blätter. Schutz bieten spezielle Hüllen oder auch Stoffe, die um die Krone gewickelt werden können. Dieser Schutz sollte nicht zu eng sein, damit es darunter luftig bleibt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Blätter zu viel Wasser verdunsten und die Luftfeuchtigkeit steigt. Außerdem kann es unter so einer Hülle an sehr sonnigen Winter- oder Frühlingstagen auch zu warm werden. Ausreichende Belüftung ist also unerlässlich.
  • Das gleiche Problem gilt für größere Schutzhüllen. Es gibt z. B. Pflanzenzelte, die den ganzen Baum schützen. Auch bei diesen ist auf Frischluft zu achten.
  • Wurden dauerhaft Temperaturen um den Gefrierpunkt vorausgesagt, kann ebenso der Kübel mit schützenden Stoffen umwickelt werden, z. B. mit einem speziellen Wintervlies oder Jutestoffen.
  • Falls der Winter eigentlich nicht zu kalt für die Olive ist, aber vereinzelt starker Nachtfrost angesagt wird, kannst du die Pflanze auch für kürzere Perioden umsiedeln. Stelle sie kurzfristig an Orten unter, die sich für ein längerfristiges Winterquartier eigentlich nicht eignen würden, z. B. zu dunkle Garagen. Das kannst du als Notlösung für kurze Dauer im Hinterkopf behalten.
  • Und wenn Dauerfrost bevorsteht, aber du einfach keinen geeigneten Platz findest, um den Baum drinnen zu überwintern, kann immer noch etwas Technik zum Einsatz kommen. Es gibt Heizkabel, die relativ flexibel um die Pflanze verlegt werden können. Das heißt, dass du so ein Kabel auch bis in die Krone verlegen kannst. Wenn der Baum zusätzlich schön eingepackt wurde, kann er auf diese Weise auch draußen überwintern. Diese zusätzliche Heizung ist aber wie gesagt nur nötig, wenn es wirklich zu kalt wird.

Olivenbaum überwintern: Drinnen muss es kalt und hell sein

Passende Winterquartiere sind kühle Treppenhäuser oder Hausflure (hell genug), unbeheizte Wintergärten oder Gewächshäuser. Der Ort sollte regelmäßig gut gelüftet werden können, damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch wird. Falls du drinnen keinen geeigneten Ort hast, an dem du deinen Olivenbaum überwintern kannst, solltest du überlegen, den Baum lieber draußen zu überwintern. Du kannst ihn dann gegebenenfalls schützen, wenn es sehr kalt werden sollte.

Du musst bedenken, dass junge Bäume generell anfälliger für tiefe Temperaturen sind. Doch das Gute ist, dass Olivenbäume mit den Jahren “dazulernen”. Du kannst sie sozusagen an das Klima bei dir zu Hause gewöhnen. Anders sieht es aus, wenn man schon sehr alte Bäume kauft, die in einem eher mediterranen Klima groß geworden sind. Diese machen mitunter bei der Überwinterung größere Probleme als die jungen “Empfindlichen”.

 

Den Olivenbaum in der Wohnung oder im Haus überwintern?

Wie wir nun wissen, benötigt die Olive im Winter Temperaturen unter 12 Grad, um ihre Winterruhe einlegen zu können. Damit fällt die Überwinterung in der Wohnung leider schon mal raus - bei solch hohen Temperaturen bräuchte der Baum extrem viel Licht, da er dann ja keine Winterruhe einlegt. Doch diese Lichtmengen sind in unseren Breitengraden im Winter auch in Wintergärten nicht zu erreichen.

Den Olivenbaum in Keller oder Garage überwintern?

Bei der Überwinterung in Kellern oder Garagen kommt es darauf an, wie hell die Räume sind und welche Temperaturen dort herrschen. Je kälter es ist, desto dunkler kann es sein. Der Olivenbaum sollte in jedem Fall so dicht es geht an einem Fenster platziert werden, am besten natürlich eines, das nach Süden ausgerichtet ist.

Bei Temperaturen über 12 Grad und eher wenig Licht wird die Olive den Winter wahrscheinlich nicht gut überstehen und ihre Blätter abwerfen. Sie ist dann geschwächt und anfälliger für einen Schädlingsbefall.

Die Ausnahme: Du überwinterst deinen Olivenbaum eigentlich draußen, aber dann sind plötzlich doch sehr tiefe Temperaturen angesagt? Für etwa 14 Tage kann der Olivenbaum auch in ein dunkleres Quartier umziehen, solange es nicht zu warm dort ist.

Was ist eigentlich mit der Ernte?

Oliven werden hierzulande meist im November und Dezember reif. Also eventuell genau dann, wenn deine Pflanze bereits ins Winterquartier gezogen ist oder verpackt auf dem Balkon steht. Keine Sorge, die Früchte reifen trotz Winterruhe noch aus. Da die Vegetationsperiode bei uns kürzer ist als z. B. im Mittelmeerraum, ist es besonders wichtig, dass der Baum den Winter gut übersteht, um im Frühjahr gleich mit dem Wachstum loslegen zu können. Die Vegetationsperiode ist die Zeit, in der die Pflanze wächst, also auch blüht und schließlich Früchte bildet. Diese startet bei uns erst, wenn es im April und Mai langsam wärmer wird und kann in manchen Jahren im September schon wieder enden.

Wenn du nun herausgefunden hast, wie du bei dir zu Hause den Olivenbaum überwintern kannst, steht einer Winterruhe mit anschließender Blütenpracht im Frühling nichts mehr im Wege.

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