Mulchen - alles über das richtige Material

Hast du schon unseren Artikel “Magisches Mulchen - Was hat es damit auf sich?” gelesen? Dort findest du alle Infos darüber, was Mulchen eigentlich ist und warum diese Technik so genial ist.

In diesem Artikel wird es konkreter. Wir stellen die verschiedenen Mulch-Materialien im Detail vor!

Die Bandbreite an möglichen Materialien zum Mulchen ist groß. Wir stellen dir hier die wichtigsten Stoffe genauer vor und erklären, für welche Pflanzen sie jeweils geeignet sind.

 

Stroh und Heu

Stroh hat den Vorteil, dass es ja bereits getrocknetes Material ist und Wasser nur schwer aufnimmt, außerdem lässt das Material viel Luft hindurch. Somit liegen die Früchte meist im Trockenen und es entsteht keine Fäulnis. Du solltest vor dem Mulchen die Erde mit einem stickstoffreichen Dünger vorbereiten, da die Mikroorganismen, die das Stroh zersetzen, dem Boden Stickstoff entziehen. Den brauchen die Pflanzen für ein gesundes Wachstum. Allerdings ist möglicher Stickstoffmangel beim Mulchen mit Stroh kein ganz so gravierendes Problem wie bei Materialien auf Holzbasis. Stroh kann hervorragend mit stickstoffhaltigen Materialien gemischt werden, z.B. Heu, Rasenschnitt oder Pflanzenresten.

Heu ist ebenfalls bereits getrocknet, ist aber feiner und neigt beim Nasswerden dazu, eine Schicht zu bilden, durch die nicht mehr so viel Sauerstoff an die Pflanzen gelangt. Wenn du mit Stroh oder Heu mulchen möchtest, achte darauf, dass es aus ökologischer Landwirtschaft stammt, da du dir sonst Pestizide in dein Gemüsebeet holen könntest.

Mit Stroh und Heu kannst du neben Erdbeeren auch Beerensträucher oder Gemüsepflanzen mulchen, sowohl im Beet als auch im Kübel. Achte vor allem bei starkzehrenden Sorten mit einem hohen Nährstoffbedarf auf eine ausreichende Düngung.

Rasenschnitt

Eine gemähter Rasen liefert ein stickstoffhaltiges Mulchmaterial, das universell einsetzbar ist. Rasenschnitt ist reich an Kalium und für alle Pflanzenarten sehr gut geeignet, die nährstoffreiche Erde mögen. Nasses, klein geschnittenes Gras kann sich verdichten und ist nicht so luftdurchlässig, daher kann es faulen. Außerdem ist die Gefahr, dass Schnecken angelockt werden, bei feuchtem Material höher. Daher solltest du das feuchte Gras entweder etwas antrocknen lassen, bevor du damit mulchst. Du kannst alternativ auch dünnere Schichten ausbringen, die du regelmäßig mit frischem Gras erneuerst. Dieses kann bei guter Witterung schnell trocknen. Achte außerdem darauf, dass im Rasenschnitt keine Samen von Gräsern und Unkräutern enthalten sind, da diese sich sonst im Beet aussäen könnten.

Laub

Rasenschnitt kann neben Stroh auch mit trockenem Laub vermischt werden. Verwende nur Laub von Bäumen, die nicht zu dicht an stark befahrenen Straßen stehen, da sich in den Blättern Schwermetalle einlagern können. Sehr gut geeignet ist das Laub von gesunden Obstbäumen. Eichen, Kastanien oder Walnüsse hingegen enthalten zu viel Gerbsäure und sollten nicht zum Mulchen verwendet werden. Ein Laub-Rasen-Gemisch ist ebenso universell einsetzbar wie purer Rasenschnitt und besonders für Obststräucher und -bäume gut geeignet.

Das Gemüsebeet kann auch über den Winter mit Laub abgedeckt werden.

Hackschnitzel und Heckenschnitt

Eine gute Kombination sind darüber hinaus Rasenschnitt und Hackschnitzel. Wenn du einen Garten hast, in dem regelmäßig Hecken oder andere Gehölze geschnitten werden, kannst du die Äste klein schreddern und somit wunderbares Mulchmaterial herstellen. Alternativ kannst du den Heckenschnitt auch nur grob zerkleinern und damit mulchen.

Heckenschnitt ist ein praktisches Mulchmaterial unter Beerensträuchern oder auf Wegen und zwischen Pflanzreihen im Gemüsebeet, da du damit schnell viel Fläche abdecken kannst. Hackschnitzel sind hingegen besser unter und zwischen Pflanzen zu verteilen. Haben sie einen hohen Holzanteil, enthalten sie viel Kohlenstoff und weniger Stickstoff, daher sollte auf eine ausreichende Düngung geachtet werden.

Auch Laub und gehäckselte Zweige sind eine gute Mischung.

Holz und Rinde

Auch bei diesen Mulchmaterialien - z.B. Holzspäne oder Rindenmulch - muss der Erde vorher unbedingt ein stickstoffhaltiger Dünger zugesetzt werden. Mulchschichten aus Holz eignen sich generell besser für Gehwege im Garten, Staudenbeete oder Pflanzen, die halbschattige Standorte mit “Waldcharakter” bevorzugen. Daher ist der in vielen Gärten verbreitete Rindenmulch nicht gut fürs Mulchen im Gemüsebeet geeignet. Oft ist das Material in minderwertiger Qualität mit Schwermetallen belastet oder bereits von Pilzen befallen.

Eine Alternative ist Rindenhumus bzw. -kompost. Dabei handelt es sich um bereits verrotteten Rindenmulch, mit dem das Stickstoffproblem umgangen wird und der vor allem für Blaubeeren gut geeignet ist.

Blaubeeren mögen eine Mulchschicht aus Rindenhumus.

Wolle

Zwar nicht pflanzlich, doch ebenso organisch ist Schafwolle. Sie enthält viel Stickstoff, Phosphor, Kalium und Schwefel und wirkt durch ihren Geruch abschreckend auf Schnecken und Wühlmäuse. Außerdem hat sie die Eigenschaft, Wasser speichern zu können. Schafwolle bietet auch einen Schutz vor Kälte und Frost im Winter. Ein echter Alleskönner! Der “schafige” Geruch verfliegt für die menschliche Nase nach ein paar Tagen. Wolle kann auch online bestellt werden, wobei du natürlich keine hervorragende Qualität kaufen musst, die für andere Anwendungszwecke benötigt wird.

Mit Wolle können alle Pflanzen gemulcht werden, sowohl im Beet als auch im Kübel. Vor allem Starkzehrer freuen sich über die vielen Nährstoffe. Gegebenenfalls musst du das Material mit ein paar Steinen beschweren, damit es nicht weggeweht wird.

Pflanzenreste

Das Beste haben wir bis zum Schluss aufgehoben, nämlich ein völlig kostenloses Mulchmaterial mit den besten Eigenschaften. Praktisch ist das bei Tomaten, die regelmäßig ausgegeizt werden und deren große Blätter zur besseren Durchlüftung abgeschnitten werden. Die entfernten Pflanzenreste kannst du einfach auf dem Boden zwischen den Pflanzen liegen lassen. Besonders gut für diese Art zu mulchen eignen sich auch Brennnesseln oder Kräuter wie Beinwell. Auch Rückschnitte von Kräuterbüschen wie Rosmarin, Thymian oder Salbei können verwendet werden und halten durch ihren Duft sogar noch Schnecken fern. Pflanzenreste sind stickstoffhaltig und vor allem Tomaten, Gurken und Bohnen freuen sich über diese Art des Mulchens.

Mulchen mal anders

Es gibt ein paar alternative Mulchmaterialien, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

Recht beliebt sind recyclebare, meist schwarze Folien aus Papier oder Maisstärke, mit denen auch größere Beetflächen abgedeckt werden können. Es müssen lediglich kleine Öffnungen für die Pflanzen hineingeschnitten werden. Ein Vorteil dieser Materialien ist, dass sie sich in der Sonne aufwärmen und somit die Erde darunter auch besonders warm wird. Das lieben vor allem Kürbisse, Gurken oder Tomaten, wenn es zur Pflanzzeit noch unbeständig und kühl ist. Außerdem wird Unkraut effektiv unterdrückt. Ein Nachteil ist natürlich, dass diese Folien gekauft werden müssen und eher unansehnlich sind. In einen naturnahen Garten passen die schwarzen Folien nicht so gut, außerdem bieten sie keine Nahrung für Bodenlebewesen.

Für den Einsatz in Kübeln sind Kokosmatten praktisch, die auf die richtige Größe zurechtgeschnitten werden können. Sie unterdrücken Unkraut und speichern Wasser und Wärme in der Erde. Sie sind nicht günstig, aber langlebig. Auch bei dieser Art zu mulchen entsteht kein neuer Humus. Allerdings ist das ein Nachteil, den man in Kauf nehmen kann, wenn man seine Pflanzen in Kübeln hält und das Pflanzsubstrat sowieso regelmäßig erneuert und mit Dünger anreichert.

Ähnlich wie Kokosmatten funktioniert Pappe, die dazu kostenlos in Form von Kartons zu haben ist. Sie sollte unbedruckt sein und kann ebenfalls auf die passende Größe zurechtgeschnitten werden. Mit einem Loch in der Mitte und einem Schlitz kann die Pappe als eine Art Kragen um die Pflanze gelegt werden. Sie hilft ebenfalls dabei, Wärme und Wasser länger im Boden zu halten.

Kokosmatten oder Pappe sind außerdem gute Materialien, um deine Pflanzen im Winter vor Frost zu schützen, z.B. junge Obststräucher in Kübeln, aber auch im Freiland.

Obwohl Mulchen ja bedeutet, dass organisches Material verrottet, kann auch mit mineralischen Materialien “gemulcht” werden. Die Funktion der Mulchschicht beschränkt sich auch hier auf die Speicherung von Wasser oder Wärme, neuer Humus entsteht nicht.

Eine Schicht Kiesel, Blähton oder Lavagranulat rund um die Pflanze ist bei wärmeliebenden, mediterranen Pflanzen eine gute Idee, da das Material Wärme lange speichern kann und diese Pflanzen sowieso nicht gerne in nährstoff- und humusreicher Erde wachsen. Außerdem können Muschelschalen für mediterrane Pflanzen verwendet werden, das sieht besonders schick aus bei Kräutern in Kübeln. Hier kann es allerdings schwierig werden, das Material selber zu sammeln, da man recht viel benötigt. An manchen Stränden ist die Mitnahme von Muscheln sogar untersagt. Muschelschalen können aber auch gekauft werden. Dabei solltest du darauf achten, dass sie keine langen Wege hinter sich haben und stattdessen z.B. aus der Nordsee stammen.

Eine weitere Idee ist es, alte Korken zum Mulchen zu verwenden. In vielen Weinflaschen stecken allerdings mittlerweile Kunststoffkorken, die sich natürlich nicht eignen. Ansonsten kann das Naturmaterial grob zerkleinert werden und als schützende Schicht z.B. in Kübeln zum Einsatz kommen.

Ideen muss man haben: Zapfen als schützende Mulchschicht.

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