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Mini-Kiwi Special: Pflanzung, Ernte und Schnitt im Herbst

Sie ist wuchsfreudig, sehr winterhart und beschert uns wunderbare, aromatische Früchte. Keine Frage, die Liste der Vorzüge unserer Mini-Kiwi ist sehr lang! Wenn sich der Herbst ankündigt, reifen die ersten Früchte heran und versüßen uns die kühlen Regentage. Damit auch deine Mini-Kiwi bestmöglich gedeiht und dich mit einer reichen Ernte beschenkt, muss sie regelmäßig geschnitten werden. In diesem Artikel geben wir dir eine schöne Anleitung, mit der der Erziehungs- und Rückschnitt ein Kinderspiel wird.

Mini-Kiwi zur richtigen Zeit pflanzen und schneiden

Die kletternde Mini-Kiwi neigt zum Wuchern, daher ist ein Schnitt vor allem notwendig, um sie in ihrem Wachstum zu bremsen. Außerdem sorgt das Schneiden der Triebe dafür, dass die Ernte möglichst üppig ausfällt, da die Pflanze ihre Energie in die Früchte stecken kann. Generell ist die Mini-Kiwi sehr schnittverträglich und du kannst sie bei Bedarf auch im Sommer auslichten und kürzen.

Für ein möglichst optimales Wachstum sollte unsere Mini-Kiwi direkt nach der Pflanzung einem Erziehungsschnitt unterzogen werden. Wir empfehlen die Pflanzung im Spätsommer oder Herbst, da sie den Erziehungsschnitt zu diesem Zeitpunkt besser verträgt und noch ausreichend Zeit hat, um vor der kalten Jahreszeit anzuwurzeln. Im Frühling hingegen neigt sie sehr stark zum Bluten.

Die Ausführung des Erziehungsschnitts hängt davon ab, ob du die Mini-Kiwi am Spalier oder an der Pergola ranken lässt. Während der ersten 2 bis 3 Standjahre sehr junger Pflanzen liegt der Fokus hauptsächlich auf der Erziehung, da die Mini-Kiwi so lange braucht, bis sie die tragenden Fruchttriebe ausbildet. Du solltest zudem berücksichtigen, dass unsere Mini-Kiwi Höhen von 2 bis 6 Metern erreicht, weshalb in beiden Fällen - egal ob Spalier oder Pergola - das Gerüst schön stabil sein muss.

Bei älteren Pflanzen ist dann ein Schnitt Anfang September und dann noch einmal später nach der Erntezeit im November notwendig.

Mini-Kiwis bilden lange Triebe, die gekürzt werden sollten.

Schnitt und Erziehung von Jungpflanzen

An der Pergola

Lässt du deine Mini-Kiwi an einer Pergola oder ähnlichem hoch ranken, hast du weniger Arbeit mit dem Erziehungsschnitt. Dies hat allerdings zur Folge, dass auch der Ertrag weniger üppig ausfallen wird als am Spalier. Möchtest du die Mini-Kiwi jedoch nicht nur der Früchte wegen, sondern auch als Schattenspenderin ziehen und dich an ihrem schönen Laub erfreuen, spricht nichts gegen eine Kultivierung an der Pergola.

Schneide bei der Pflanzung einfach die schwächeren Haupttriebe weg und leite die kräftigen verbliebenen 2 bis 3 Haupttriebe in möglichst unterschiedliche Richtungen, damit sich die Pflanze nicht selbst im Wachstum behindert. Im Folgenden musst du, je nachdem wie dicht und schnell deine Mini-Kiwi wuchert, immer wieder auslichten und zurückschneiden. Versuche dabei, später die älteren Triebe zu kürzen und die jüngeren stehen zu lassen, dort sitzen nämlich auch die Früchte. Dieses Vorgehen wird als “Fruchtholzrotation” bezeichnet.

 

Am Spalier

Legst du Wert auf eine möglichst großzügige Ernte, solltest du dich für die Kultivierung am Spalier entscheiden. Außerdem lässt sich die Mini-Kiwi so generell deutlich einfacher zurückschneiden. Starten wir mit der Vorbereitung: Es werden 4 waagerecht verlaufende Drähte am Gerüst angebracht. Der unterste auf 30 bis 40 cm Höhe, der oberste auf etwa 150 cm Höhe. Die beiden übrigen Drähte bringst du gleichmäßig verteilt dazwischen an.

Nach dem Einpflanzen der Mini-Kiwi wird nur ein Haupttrieb stehen gelassen, auf etwa 50 bis 60 cm gekürzt und senkrecht befestigt  (z.B. mit weicher Schnur).

In der folgenden Zeit bildet sich eine Verlängerung, welche bis zum oberen Ende des Spaliers wächst. Das Ende von diesem Trieb wiederum schneidest du 15 cm darüber ab.

Die entstehenden Seitentriebe sind nun die Leittriebe und werden waagerecht nach links und rechts an den Spalierdrähten befestigt; lasse pro Seite jeweils nur die 1 bis 2 kräftigsten stehen, den Rest kannst und solltest du ruhigen Gewissens entfernen. Nach diesem Prinzip kannst du die Pflanze nun weiter wachsen lassen und erziehen, bis sich insgesamt 4 seitliche Leittriebe gebildet haben. An diesen Leittrieben wiederum bilden sich später die ertragreichen Fruchttriebe.

Rückschnitt im September

Wie wir bereits wissen, lässt sich durch den Rückschnitt bereits Früchte tragender Pflanzen im September die Ernte steigern. Der ideale Zeitpunkt dafür ist Anfang des Monats, bevor die ersten Mini-Kiwis heranreifen. Alles weitere ist wirklich sehr einfach: lasse an den Fruchttrieben die letzten 4 bis 5 Blätter hinter der Frucht stehen, den Rest schneidest du ab - fertig!

Ein weiterer Schnitt nach der Erntezeit sorgt dafür, dass du dich im darauffolgenden Jahr erneut über viele Früchte freuen kannst. Kürze die Fruchttriebe nun auf 1 bis 2 Knospen zurück und schneide auch die waagerechten Leittriebe sowie den senkrecht wachsenden Haupttrieb auf die gewünschte Länge. Bei diesem Schnitt kannst du dich ebenfalls am Prinzip der Fruchtholzrotation orientieren und bevorzugt die älteren Triebe wegschneiden.

Zwar ist unsere Mini-Kiwi sehr robust, was Kälte angeht und erträgt Temperaturen bis -30° Celsius. Dennoch ist es mehr als sinnvoll, den Boden spätestens jetzt mit einer Mulchschicht ein wenig vor Kälte zu schützen. Zudem treibt sie zeitig im Frühjahr ab März wieder aus und die zarten Knospen können durch Spätfröste beschädigt werden. Kultivierst du deine Mini-Kiwi im Kübel - auch das ist möglich - solltest du ihn gut mit einem Schutzvlies einpacken und die Erde von oben ebenfalls mit einer Mulchschicht schützen. Je älter die Pflanzen werden, desto weniger setzt ihnen die Kälte generell zu.

Ein Rückschnitt vor der Ernte sorgt für größere Früchte.

Die Ernte

Mini-Kiwis mögen es schön warm und sonnig bis halbschattig. Hatten sie den Sommer über genügend Zeit, sich mit Sonne voll zu tanken, dürfen wir uns ab September und dann bis in den November hinein über die kleinen, grünen Früchte freuen. Sie sind sehr aromatisch und süß-säuerlich im Geschmack - wer kann da schon widerstehen?  

Wie bereits weiter oben erwähnt, brauchen junge Mini-Kiwis bis zu 3 Jahre, um Früchte zu bilden. Davon solltest du dich jedoch nicht verunsichern lassen, denn das lange Warten lohnt sich auf Grund der insgesamt sehr hohen Erträge definitiv. Eine einzige Pflanze kann dich nach mehreren Jahren mit unglaublichen 20 bis 30 Kilogramm ihrer Früchte beschenken! Diese wachsen, ähnlich den Trauben, in Reben. Bei der Ernte schneidest du diese am besten auch im Ganzen ab, da die kleinen Früchte sonst oft beschädigt werden und es zudem deutlich an Zeit spart.

Die Schalen der kleinen Früchte sind grün, ebenso das Fruchtfleisch. Aufgeschnitten sehen sie aus wie die handelsüblichen größeren Kiwis - daher auch der Name. Die reifen Früchte sind etwa 3 cm lang und geben leicht nach, wenn du sie zusammen drückst. Du kannst bei sehr kaltem Wetter und drohendem Frost jedoch auch die unreifen Früchte ernten und zuhause nachreifen lassen. Wenn du ein paar Äpfel dazu legst, beschleunigt sich der Reifeprozess.

Geerntet werden die Mini-Kiwis in ganzen Reben.

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