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Heidelbeeren gut durch den Winter bringen

Überwinterung im Garten und auf dem Balkon

Obwohl Heidelbeeren winterhart sind und auch eisige Temperaturen im Winter in der Regel gut überstehen, brauchen vor allem Heidelbeeren im Topf einen Winterschutz. Wir schauen uns mal an, wie wir unsere "dicken Blauen" gut durch die kalte Jahreszeit bekommen. Was musst du alles beachten, wenn Heidelbeeren überwintern?

Heidelbeeren oder Blaubeeren? Und was ist mit Himbeeren?

Genau genommen handelt es sich bei den meisten blauen Beeren in unseren Gärten um Kulturheidelbeeren. Dieser Begriff wird verwendet, um sie von den wilden Waldheidelbeeren zu unterscheiden. Diese sind deutlich kleiner, sowohl die Pflanze an sich als auch die Beeren. Wir nennen unseren Bodo aber auch gerne Blaubeere, da seine Beeren so wunderbar dick und blau sind - und man im Englischen ja schließlich auch blueberry sagt.

Genau wie Heidelbeeren oder eben Blaubeeren sind auch viele andere Beerensträucher sehr robust und winterhart. Die meisten Heidelbeersorten kommen mit Temperaturen bis -16 Grad locker zurecht. Himbeeren und Brombeeren sind ebenfalls hart im Nehmen. Auch Johannisbeeren und Stachelbeeren sind winterhart und benötigen im Freiland nicht unbedingt einen Winterschutz.

Die Heidelbeere soll in diesem Artikel zwar die Hauptrolle spielen, doch alle Tipps rund um die Überwinterung treffen auch auf die anderen Beerensträucher zu.

Robuste Beeren - So lassen sich Heidelbeeren überwintern

Heidelbeeren sind winterharte, mehrjährige Sträucher. Sie verlieren im Herbst ihre Blätter und überwintern dann “nackt”, um im Frühjahr neue Blätter zu bekommen. Jedes Jahr wachsen auch frische, neue Triebe aus dem Boden.

Aber auch, wenn eine Pflanze winterhart ist und ihr Frost nicht viel ausmacht, hat sie doch eine Schwachstelle: ihre Wurzeln. Diese sind empfindlicher als der oberirdische Teil der Pflanze, für ihr Überleben aber entscheidend. Manche Pflanzen können oberirdisch sogar komplett abfrieren und treiben im Frühjahr trotzdem neu aus, wenn ihre Wurzeln den Winter gut überstanden haben. Diesen Trick beherrscht zum Beispiel der Rhabarber. Das passiert bei der Heidelbeere aber zum Glück nicht.

In manchen Jahren kann es jedoch sein, dass es im Spätwinter schon recht mild ist und die Heidelbeeren neu austreiben. Kommt es dann noch mal im März oder April zu Nachtfrösten, sind diese jungen Triebspitzen besonders gefährdet, Frostschäden zu erleiden. Du kannst die Pflanze in so einem Fall mit einem Vlies schützen, um ihre “kalten Ohren” etwas zu wärmen. Das ist aber den Rest des Winters nur nötig, falls Temperaturen unter -20 Grad herrschen sollten.

Bei der Heidelbeere musst du dir also eher Gedanken um ihre möglichst warmen Füße machen. Das ist bei Kübelpflanzen besonders wichtig, aber auch im Freiland sind Wurzelschäden im Winter nicht ausgeschlossen.

Heidelbeeren überwintern: So klappt’s im Freiland

Heidelbeeren und andere Beerensträucher müssen im Freiland normalerweise nicht vor Frost geschützt werden. Allerdings sind Beeren Flachwurzler, das heißt, dass ihre Wurzeln eher flach unter der Erde verlaufen. Sind tiefe Temperaturen oder Dauerfrost angekündigt, freuen sich die Pflanzen daher über eine schützende Mulchschicht. Da diese eh das ganze Jahr über sinnvoll ist, hast du sie vielleicht eh schon rund um die Pflanze ausgelegt. Jetzt im Winter kannst du sie noch mal erneuern und das Material dicker ausbringen. Rasenschnitt oder Laub sind gut geeignet. Ist das Material zu leicht und droht bei Herbst- und Winterstürmen fortgeweht zu werden, kannst du es zusätzlich mit Zweigen von Nadelbäumen oder schwerem Rindenmulch abdecken.

Mehr Schutz brauchen deine Heidelbeeren gar nicht, um gut über den Winter zu kommen.

Heidelbeeren im Topf überwintern

Im Kübel sind die Wurzeln eisigen Temperaturen schutzlos ausgeliefert, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Der Frost erreicht sie über Topf und Erde mühelos. Es ist daher unerlässlich, die Pflanzgefäße ausreichend dick einzupacken, um die Wurzeln zu schützen.

Ausnahmen gibt es natürlich immer. Vielleicht hast du bei dir zu Hause eine Ecke auf dem Balkon oder der Terrasse, die so gut geschützt ist, dass es dort nicht oder kaum friert. Eventuell wird der Winter auch besonders mild. In solchen Fällen ist es mitunter nicht nötig, den Topf der Heidelbeere extra einzupacken. Wir finden jedoch: Besser etwas zu viel Winterschutz als verfrorene Pflanzen.

Sehr effektiv ist es schon, wenn du den Kübel auf eine Holz- oder Styroporplatte stellst. So ist die Heidelbeere schon mal vor Bodenfrost geschützt. Darüber hinaus kannst du den gesamten Topf mit Materialien wie Jute oder speziellem Gartenvlies schützen. So ein Vlies gibt es in verschiedenen Stärken. Beachte, dass dünnes Vlies nicht so reißfest ist und ggf. nicht so oft wiederverwendet werden kann. Du kannst auch etwas Platz zwischen dem Topf und seiner Verpackung lassen und den Zwischenraum mit Laub oder Stroh auffüllen, das isoliert zusätzlich.

Von oben kannst du die Erde mit einer Mulchschicht schützen, genau wie man es auch im Freiland tun würde.

Auch im Winter: Gießen nicht vergessen

Beachte, dass deine Heidelbeeren auch im Winter mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden müssen, da sie sonst vertrocknen können. Das gilt vor allem für Kübelpflanzen. Stehen deine Heidelbeeren geschützt an einer Hauswand, sodass Regenwasser sie nicht erreichen kann, musst du regelmäßig gießen.

Aber auch Heidelbeeren im Freiland haben eventuell Durst, wenn es kaum regnet und eher trockenes Winterwetter vorherrscht.

Suche dir am besten frostfreie Tage aus. Gieße morgens oder mittags, da es nachts meist kälter wird und die Gefahr von gefrierender Erde größer ist.

 

Wie gesagt, kannst du alle Infos aus diesem Text auch auf Himbeeren & Co beziehen. Wenn du weißt, wie Heidelbeeren überwintern, kannst du also auch deine anderen Beerensträucher gut durch die kalte Jahreszeit bringen.

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