• Wissen
  • Magazin
  • Heidelbeeren schneiden ganz einfach: So findest du den richtigen Zeitpunkt

Heidelbeeren: Der perfekte Zeitpunkt für den Rückschnitt

Ob Heidelbeere oder Blaubeere: Ran an die Gartenschere

Es gibt wahrscheinlich wenige Aufgaben im Garten, die so einfach sind wie der Schnitt der Heidelbeeren oder Blaubeeren. Die ersten Jahre kannst du die Pflanzen sowieso in Ruhe lassen - und auch später ist der Pflegeaufwand nicht hoch. Wir schauen uns an, wann genau du deine Heidelbeeren schneiden solltest und wie das eigentlich funktioniert.

Heidelbeere oder Blaubeere: Was ist der Unterschied?

Die beiden Begriffe werden meist synonym für die gleiche Pflanze verwendet. In den meisten Fällen ist damit die sogenannte Kulturheidelbeere mit den dicken, hellblauen Früchten gemeint. Sie stammt aus den USA, wo sie Blueberry, also Blaubeere genannt wird. Im Gegensatz dazu existiert aber auch eine Wildform der Heidelbeere, die bei uns in Europa in Wäldern heimisch ist. Ihre Früchte sind deutlich kleiner und dunkelblau.

Die wilde Form wächst langsamer und wird natürlich von niemandem geschnitten, aber von Rehen und anderen Waldbewohnern angeknabbert und somit in Form gehalten.

Egal, ob du die Kulturheidelbeere in unseren Gärten nun Heidelbeere oder Blaubeere nennst, ein regelmäßiger Rückschnitt ist in beiden Fällen sinnvoll.

Warum werden Heidelbeeren geschnitten?

Heidelbeeren sollten ab einem gewissen Alter zurückgeschnitten werden, damit sie weiterhin eine gute Ernte liefern und gesund bleiben. Beerensträucher können zwar auch ohne regelmäßigen Schnitt lange fit bleiben und Früchte tragen, doch durch das Entfernen alter Triebe fällt die Ernte üppiger aus und die Beeren haben eine bessere Qualität. Sie sind größer und schmecken meist süßer und aromatischer.

Auf den ersten Blick mag es seltsam klingen, dass man durch weniger Triebe mehr ernten kann, doch die jüngeren Triebe tragen besser. Je älter ein Trieb wird, umso blühfauler wird er und trägt irgendwann kaum noch Früchte.

Ein “aufgeräumter” Strauch lässt jüngeren Trieben Platz zum Wachsen und es gelangt viel Sonne an die Früchte. Außerdem wird die Chance, dass deine Heidelbeere gesund bleibt, durch den Schnitt erhöht. In einem lockeren und luftigen Strauch können die Blätter nach Regenfällen gut abtrocknen, was vor allem Pilzerkrankungen vorbeugt.

Deine Heidelbeere benötigt jedoch erst nach etwa 3 bis 4 Jahren einen ersten richtigen Schnitt. Ausnahmen bilden abgestorbene Äste, die auch schon früher entfernt werden sollten.

Heidelbeeren im Topf schneiden - Eine Frage der Sorte

Wächst deine Heidelbeere im Topf, wird sie in den meisten Fällen genauso geschnitten wie im Freiland. Es gibt jedoch einige Sorten, die deutlich kleiner bleiben, sogenanntes “Terrassenobst” oder die Zwergsorten. Sie wachsen langsamer und müssen weniger stark geschnitten werden, doch alte Triebe müssen auch bei ihnen irgendwann weichen.

Heidelbeeren im Kübel können aber auch genauso groß werden wie im Freiland, wenn das Pflanzgefäß groß genug ist und viel Erde fasst.

Heidelbeeren schneiden - Der richtige Zeitpunkt

Wann ist nun der beste Zeitpunkt gekommen, um deine Heidelbeere zu schneiden? Generell wird die Pflanze in der kalten Jahreshälfte geschnitten. Dann befindet sie sich in einer Ruhepause und verträgt den Schnitt gut. Außerdem trägt sie kein Laub, was einen Rückschnitt für uns natürlich einfacher macht. Wichtige Bedingung für den Schnitt: Es darf nicht frieren und es sollte auch kein Frost angekündigt sein.

Heidelbeeren schneiden im Herbst

Ein möglicher Termin für den Rückschnitt von Heidelbeeren ist der Herbst. Ab Oktober verliert der Strauch langsam seine Blätter und bis zum ersten Frost dauert es meist noch. Im November gibt es sonst nicht allzu viel zu tun im Garten - du kannst die Zeit also super nutzen, um deine Heidelbeere in Form zu bringen.

Der Vorteil vom Rückschnitt im Herbst: Du kannst die Heidelbeere nach dem Schnitt gleich mit einer dicken Schicht Mulch versorgen. Lege zum Beispiel Rindenmulch rund um die Pflanze aus. Im Winter darf diese Schicht gerne etwas dicker sein. Zusätzlich kannst du die Erde auch mit Tannenzweigen abdecken. Die Wurzeln der Heidelbeere verlaufen flach unter der Erde und werden somit gut vor Frost geschützt.

Heidelbeeren schneiden im Frühjahr

Auch im zeitigen Frühjahr kannst du die Heidelbeeren schneiden. Der Nachteil: Wenn es langsam wieder wärmer wird, gibt es im Garten eh schon allerhand zu tun. Mache dich daher möglichst frühzeitig an die Arbeit, je nach Wetterlage ist der Rückschnitt schon ab Februar möglich.

Zu lange darfst du nicht warten, denn der Schnitt muss abgeschlossen sein, bevor die Pflanze neu austreibt. Bei warmen Temperaturen kann der Austrieb schon im März beginnen.

Der Vorteil beim Schnitt in letzter Minute: Du kannst die Pflegearbeiten gleich mit dem ersten Düngen verbinden und gegebenenfalls die Mulchschicht rund um die Pflanze erneuern. Die Heidelbeere wird nämlich im besten Fall zu Beginn der neuen Wachstumsperiode, also zum Neuaustrieb im Frühjahr, gedüngt.

Heidelbeeren schneiden wie ein Profi

Auf einen Blick:

  • Sauberes, scharfes Werkzeug verwenden.
  • Alte Triebe müssen gehen, jüngere bleiben stehen.
  • Triebe, die schräg nach innen wachsen, werden entfernt.
  • Von Trieben, die sich überkreuzen, muss einer weichen.
  • 6 - 8 Triebe sollten am Ende übrig bleiben.

So geht's:

Heidelbeeren zu schneiden ist gar nicht schwierig. Alles, was du brauchst, ist eine scharfe, saubere Gartenschere. Die ist wirklich sehr wichtig, damit die Schnittwunden schon glatt werden und die Triebe nicht ausfransen. Ansonsten können Krankheitserreger in die Wunden eindringen.

Das Ziel ist es, am Ende etwa 6 - 8, maximal 10 stabile Triebe übrig zu lassen. Mehr sollten es nicht sein, weil die Pflanze später ja wieder Laub tragen wird. Zu viele belaubte Triebe lassen nicht genug Licht und Luft ins Innere des Strauchs.

Beim Schnitt müssen also die richtigen Triebe ausgewählt werden. Alte Triebe tragen irgendwann kaum noch Früchte und werden daher entfernt. Du erkennst sie an ihrer Rinde: Sie ist nicht mehr grün oder leicht rötlich wie die der jüngeren Triebe, sondern stattdessen braun und holzig. Außerdem bilden sich mit der Zeit oft Risse und Furchen. Schneide diese alten Triebe direkt über dem Boden ab.

Es kann auch Triebe geben, die zwar noch jünger sind, aber einfach ungünstig wachsen. Ragen sie zum Beispiel ins Innere des Strauchs, kannst du sie ebenfalls bodennah abschneiden. Manchmal überkreuzen sich zwei Triebe auch und scheuern aneinander. Entscheide dich hier für einen der beiden und entferne den anderen.

Sind jetzt 6 - 8 Triebe übrig geblieben, ist das schon mal super. Diese kannst du auch noch in Form bringen und etwas einkürzen, um weitere Verzweigungen anzuregen. Die Heidelbeere trägt die meisten Früchte nämlich an den Enden der ganz jungen Verzweigungen. Wir wollen also, dass sich davon möglichst viele neue bilden. Schneide dazu die Zweigspitzen ab, an denen die Heidelbeere in der letzten Saison Früchte getragen hat. An diesen Stellen treibt sie dann neu aus.

Achtung: Schneide nicht aus Versehen die ganz jungen Triebe ab, die noch nicht getragen haben.

Radikaler Rückschnitt?

Richtig radikal zurückgeschnitten müssen nur sehr alte Heidelbeersträucher, die über viele Jahre nicht geschnitten wurden. In so einem Fall werden die ältesten Triebe bodennah zurückgeschnitten und die jüngeren ebenfalls stark gekürzt. Etwa gute 30 cm sollten sie dann noch lang sein.

Aktualisiert am

Zurück

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 5 und 2?