Auf gute Nachbarschaft: Tomate & Spinat

Abwechslungsreich bepflanzte Beete oder Kübel sehen nicht nur toll aus, die bunte Vielfalt bietet auch eine Reihe an Vorteilen, wenn du darauf achtest, welche Pflanzen du miteinander kombinierst. Da die Auswahl an Pflanzen so groß ist, stellen wir besonders gut zueinander passende Pflanzen-Teams vor.

Dreamteam im Gemüsebeet

Tomaten und Spinat haben zwar äußerlich nicht so viele Ähnlichkeiten, passen aber aufgrund ihrer ähnlichen Pflegebedürfnisse super zueinander. Dabei ist die Auswahl an Tomatensorten groß: Von sehr klein bleibenden bis hochwachsenden Pflanzen ist alles dabei, sogar Hängetomaten gibt es. Prinzipiell verträgt sich Spinat mit jeder Tomate, doch einige Tipps beziehen sich vor allem auf ganz normal hohe Sorten, die aufrecht wachsen, zum Beispiel unsere Bloomify Tomaten Tim und Thomas. Snacktomate Sally bleibt leider zu klein und wächst zu buschig, um ausreichend Platz für den Spinat zu bieten. Doch auch kleinere Sorten brauchen nicht auf gute Nachbarschaft zu verzichten, denn sie können hervorragend mit Kräutern wie Basilikum oder Petersilie zusammen gepflanzt werden.

 

Die Pflege kurz zusammengefasst:

Tomate Spinat
  • mag es sonnig und warm
  • hoher Wasserbedarf
  • einjährig
  • hoher Nährstoffbedarf (Starkzehrer)
  • braucht einen geschützten, aber trotzdem luftigen Standort (nicht zu dicht pflanzen)
  • mag es sonnig bis halbschattig
  • hoher Wasserbedarf
  • ein- bis zweijährig
  • mäßiger Nährstoffbedarf (Mittelzehrer)

 

Spinat wird oft in Reihen ausgesät. Warum nicht mal den Platz unter den hochwachsenden Tomaten nutzen?

Tomate & Spinat- die Vorteile der Nachbarschaft

Leerstand vermeiden

Tomaten werden entweder aus Samen auf der Fensterbank vorgezogen oder als Jungpflanzen gekauft und erst ab Mitte Mai nach draußen gepflanzt. Zu dieser Zeit drohen keine Nachtfröste mehr und die jungen Tomaten können gut anwachsen. Sie benötigen recht große Kübel bzw. viel Platz im Beet. Es wäre schade, wenn diese Standorte bis in den Mai hinein ungenutzt blieben.

Der Spinat kann schon einige Zeit vor den Tomaten Platz im Beet oder Kübel nehmen. Frühe Sorten werden bereits im März ausgesät. In Verbindung mit Tomaten bietet sich so eine frühe Kultur hervorragend an. Im Frühjahr gesät, hat der Spinat ausreichend Zeit, um bis zum Einzug der Tomaten kräftig zu wachsen und kann das Sonnenlicht ganz für sich alleine haben. Allerdings ist er immer noch niedrig genug, um die jungen sonnenhungrigen Tomatenpflanzen als neue Nachbarn nicht zu beschatten. Werden diese größer, musst du dir um den Spinat keine Gedanken machen, denn er gedeiht auch im Halbschatten. An heißen Sommertagen tut ihm der Schatten von den Tomaten sogar richtig gut.

Übrigens: Saatgut für Spinat findest du in unserer Bloomify Gemüse Saatgutbox.

 

Wuchshöhe: perfekt aufeinander abgestimmt

Damit wären wir auch schon beim nächsten Vorteil: Tomatenpflanzen und Spinat passen von ihren Wuchshöhen perfekt zusammen. Der Spinat hat unter den Tomaten ausreichend Platz, vor allem, wenn bei diesen nach und nach die unteren Triebe und Blätter entfernt werden, damit die Pflanze mehr Energie in ihre leckeren roten Früchte stecken kann.

Auch die Wurzelsysteme ergänzen sich gut. Tomaten entwickeln recht ausschweifende Wurzeln, die tief in die Erde reichen, um auch dort nach Wasser und Nährstoffen suchen zu können. Spinat hingegen wurzelt eher flach. Durch den Vorsprung im Wachstum lockern die Spinatwurzeln die Erde auch schon etwas auf, was die Tomaten sehr begrüßen.

Außerdem sorgt die Bepflanzung mit Spinat dafür, dass die Erde rund um die Tomatenpflanze nicht “nackt” ist. Gießwasser kann durch die gute Durchwurzelung besser aufgenommen werden und die Feuchtigkeit verdunstet nicht so schnell.

 

Ähnlicher Wasserbedarf

Tomaten sind sehr durstige Pflanzen, vor allem im Hochsommer. Auch Spinat liebt feuchte Erde. Wird Spinat nicht ausreichend gegossen, schießt er schnell. Das bedeutet, dass er Blütenstände bildet. Seine Blätter sollten dann nicht mehr geerntet werden, da sie bitterer schmecken und nitrathaltiger sind. Nitrat kann, in hohen Mengen verzehrt, gesundheitsschädlich sein. Wenn der Spinat bei den Tomaten wohnen darf, die regelmäßig mit viel Wasser versorgt werden, ist die Gefahr dafür aber gering.

Welke Spinatblätter sind ein gutes Warnzeichen, dass es Zeit ist, zu gießen. Tomaten können sich mit ihren Wurzeln auch noch in tieferen Erdschichten bedienen und zeigen einen Wassermangel daher erst später an.

Denk dran: Tomaten mögen es gar nicht, wenn ihre Blätter nass werden. Spinat nimmt gerne mal eine erfrischende Dusche, solange seine Blätter im Laufe des Tages wieder trocknen können.

 

Keine Konkurrenz um Nährstoffe

Tomaten sind Starkzehrer und benötigen daher viele Nährstoffe, während der Spinat als Mittelzehrer auch mit weniger zufrieden ist. Das passt gut zusammen, doch ein kleines Problem ergibt sich trotzdem. Es ist ungünstig, die Kübel bereits mit nährstoffreicher Pflanzerde für die Tomaten zu füllen bzw. die Erde im Beet mit Kompost aufzubessern, wenn du zunächst Spinat säen möchtest. Es besteht die Gefahr, dass der Spinat überdüngt wird und als Folge den Stickstoff aus dem Boden als Nitrat einlagert. Es ist daher sinnvoll, die Tomaten erst bei ihrer tatsächlichen Pflanzung mit Dünger zu versorgen. Dazu kannst du Kompost oder Langzeitdünger ins Pflanzloch geben und die Tomaten  werden sich prächtig entwickeln.

Einer Überdüngung kannst du außerdem vorbeugen, wenn du Düngemittel verwendest, die ein ausgewogenes Verhältnis von Nährstoffen haben - bei Kompost und den meisten organischen Langzeitdüngern ist das der Fall. Ein weiterer Vorteil von organischen Düngemitteln ist, dass sie die Nährstoffe viel langsamer abgeben als mineralische Dünger.

Einen extra Spinat-Tipp haben wir noch: ernte ihn am besten abends, denn der Sonnenschein tagsüber sorgt dafür, dass sich weniger Nitrat in den Blättern ansammeln kann. Somit steht einer guten Nachbarschaft von Tomate und Spinat nichts mehr im Wege.

Wenn die Tomaten ausgepflanzt werden, ist früh gesäter Spinat bereits kräftig gewachsen - hier zum Beispiel in einem großen Gewächshaus.

Wer passt noch?

Tomaten kommen mit vielen Nachbarpflanzen gut zurecht. Auch mit Starkzehrern aus der gleichen Pflanzenfamilie wie Paprika und Chili vertragen sie sich prinzipiell, müssen dann aber mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Oft werden diese Pflanzen gemeinsam angebaut, da sie die gleichen Ansprüche an ihren Standort stellen. Achte in jedem Fall darauf, dass sie nicht zu dicht stehen, um die Ausbreitung von Krankheiten oder Schädlingen zu erschweren. Auf keinen Fall solltest du Tomaten neben Kartoffeln pflanzen, da diese eine wahre Brutstätte für Kraut- und Braunfäule sind und die Tomatenpflanzen damit anstecken.

Lieber sind den Tomaten weniger hungrige Nachbarn, also Mittel- und Schwachzehrer. Möhren und Kohlrabi passen zum Beispiel gut, wurzeln aber etwas tiefer als Spinat. Tolle Nachbarn sind außerdem Salate, sowohl Kopf- als auch Pflücksalate und Zwiebelgewächse.

Ebenfalls super zu Tomaten passen Basilikum oder auch Blühpflanzen wie Tagetes (Studentenblume). Der besondere Vorteil ist, dass beide durch ihre Blüten Bestäuber für die Tomaten anlocken. Außerdem hält Tagetes schädliche Fadenwürmer in der Erde fern. Basilikum hat den duften Vorteil, dass seine ätherischen Öle lästige Schädlinge wie die Weißen Fliegen verscheuchen. Diese lieben feucht-warme Sommer und befallen besonders gerne Gewächshaus-Pflanzen. Sie tummeln sich auf den Blattunterseiten und saugen den Saft der Pflanzen aus, wodurch diese stark beschädigt werden können. Ebenso steigt durch ihre Ausscheidungen die Gefahr von Pilzinfektionen.

Oft wird berichtet, dass Tomaten würziger schmecken, wenn Basilikum nebenan wächst. Das Kraut soll Stoffe über die Wurzeln abgeben, die die Tomate wiederum aufnimmt. Ob das wirklich stimmt oder nur der Eindruck entsteht, da man bei der Tomatenernte auch immer einen wunderbaren Basilikum-Duft in der Nase hat, müssen wir erst noch selber testen!

Kommt genau wie Spinat sehr gut mit Halbschatten unter Tomatenpflanzen zurecht: der Salat.

Gemeinsam stark

Egal, ob du deinen Garten nun bewusst in Mischkultur anlegst oder auf andere Art und Weise: Es ist immer gut zu wissen, welche Pflanzen besonders gut zusammen passen. Damit erleichterst du dir enorm die Gartenarbeit und kannst dich über einen üppigen und gesunden Garten freuen.

Wenn es um die Planung deines Beets oder deiner Kübelpflanzen geht und du dabei in Mischkultur anbauen möchtest, müssen auch ein paar Dinge im Sinne der Fruchtfolge des Fruchtwechsels berücksichtigt werden. Solltest du mit den Themen noch nicht so gut vertraut sein, findest du in den Artikeln “Fruchtfolge und Fruchtwechsel: was steckt dahinter?” und "Mischkultur: was hat es damit auf sich?" alles, was du dazu wissen musst.

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