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Mit Leitungswasser gießen: Vertragen Pflanzen kalkhaltiges Wasser?

Oft kommt man nicht drum herum, den Garten, Balkon oder auch Zimmerpflanzen mit Leitungswasser gießen zu müssen - Regenwasser ist nicht immer verfügbar. Wir schauen uns mal an, warum auch kalkhaltiges Leitungswasser gar nicht so schlimm ist wie sein Ruf vermuten lässt.

Die Wasserversorgung von Pflanzen

Pflanzen nehmen das Wasser, das sie benötigen, über ihre Wurzeln auf. Durch einen Unterdruck wird es sozusagen in die Zellen der Wurzeln gesaugt. Von dort aus wird es durch Stängel und Stiele weiter nach oben transportiert. Das funktioniert, da durch die Blätter ständig Wasser verdunstet. Das Wasser von unten strömt dann nach. Diese Darstellung ist zwar sehr vereinfacht, zeigt aber, wie die Pflanze es schafft, Wasser von unten nach oben fließen zu lassen.

Ein bisschen Theorie: Wozu brauchen Pflanzen Wasser?

Die kurze Antwort: Zur Nährstoffversorgung und um Photosynthese zu betreiben. Im Wasser sind nämlich allerlei wichtige Stoffe gelöst, die die Pflanze benötigt. Sie gelangen mit dem Wasser in die Zellen. In den Blättern findet die Photosynthese statt, an deren Ende die Pflanze mit Hilfe von Licht und CO2 Zucker hergestellt hat. Das Thema vertiefen wir im Artikel “Wie trinken Pflanzen?” noch einmal.

Regenwasser oder Leitungswasser für Pflanzen?

Regenwasser stellt die natürliche Wasserversorgung von Pflanzen dar. Im natürlichen Kreislauf fällt es auf die Erde und ein Teil davon versickert im Boden, wo es Grundwasservorräte gibt. Ein anderer Teil verdunstet, entweder über die Pflanzen oder die Erde. Ganz einfach gesagt, steigt verdunstetes Wasser wieder hinauf in die Luft und neue Regenwolken entstehen.

Idealerweise werden Pflanzen mit Regenwasser gegossen. Dazu wird es zum Beispiel in Regentonnen oder Zisternen gesammelt. Doch wenn du keine Möglichkeit hast, Regenwasser in einer Tonne zu sammeln oder deine Pflanzen überdacht stehen, bist du auf Wasser aus dem Hahn angewiesen. Aber auch eine Regentonne ist in einem trockenen Sommer schneller leer, als man denkt. Die meisten von uns werden also nicht in den Genuss kommen, ausschließlich mit kostenlosem Regenwasser gießen zu können und müssen ihre Pflanzen mit Leitungswasser gießen.

Das kann problematisch sein, da in Leitungswasser Kalk enthalten ist. Aber wo kommt der Kalk eigentlich her? Wenn Regenwasser im Boden versickert, muss es je nach Region ganz unterschiedliche Bodenschichten passieren. In Regionen, in denen im Boden besonders viel Kalkstein enthalten ist, lösen sich dabei Kalzium und Magnesium und verbleiben im Wasser. Je höher der Anteil dieser Mineralien, desto härter ist das Wasser.

Daher ist das Leitungswasser in manchen Regionen in Deutschland sehr weich und an anderen Orten hingegen sehr hart.

Vertragen Pflanzen kalkhaltiges Wasser?

Es gibt einige Pflanzen, die Kalk nicht so gut vertragen. Dazu gehören zum Beispiel Blaubeeren, die einen leicht sauren Boden brauchen. Doch keine Sorge, Schaden anrichten kann Leitungswasser nur, wenn es wirklich sehr, sehr kalkreich ist. Ab einem Wert von etwa 10°dH sollte es zum Gießen von kalkempfindlichen Pflanzen entkalkt werden. Ab Werten von 15°dH und aufwärts ist das auch für andere Pflanzen sinnvoll.

In den allermeisten Fällen jedoch kann man völlig unbedenklich mit Leitungswasser gießen. Um zu viel Kalk im Gießwasser musst du dir also erstmal keinen großen Kopf machen. Manche Pflanzen mögen leicht kalkhaltiges Wasser sogar, zum Beispiel Zitruspflanzen.

Übersicht: Pflanzen und kalkhaltiges Wasser

Diese Pflanzen mögen keinen Kalk und reagieren empfindlich, wenn der pH-Wert der Erde durch hartes Wasser ansteigt:

  • Gemüse: Gurken, Kürbisse, Wassermelonen, Radieschen, Rhabarber
  • Kräuter: Pfefferminze, Petersilie
  • Obst: Blaubeeren, Brombeeren, Johannisbeeren
  • Blühpflanzen wie Hortensien, Rhododendren

Diese Pflanzen mögen Kalk und eine leicht alkalische Erde:

  • Gemüse: Kohl, Möhren und andere Rüben, Zwiebeln und Lauch, Kartoffeln
  • Kräuter: Oregano, Lavendel, Salbei oder Schnittlauch
  • Obst: Himbeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren, Weintrauben, Obstbäume wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche & Co
  • Blühpflanzen: Rosen, Geranien, Fuchsien, Schmetterlingsflieder

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