Neues Leben für alte Erde

Eins haben alle unsere Pflanzen gemeinsam: Sie brauchen Erde zum Wachsen. Es wäre schade, jedes Jahr neue Erde zu kaufen, wenn man die alte mit ein paar Tricks so aufpeppen kann, dass sie wieder frisch und nährstoffreich wird.

In diesem kleinen, aber feinen Artikel haben wir ein paar Ideen für dich parat, was mit der alten Erde alles möglich ist.

Verbrauchte Erde - reif für den Müll?

Vorweg die wichtigste Info: Hattest du große Probleme mit Pilzerkrankungen oder Schädlingen, die (oder deren Larven) in der Pflanzerde überwintern, musst du die Erde leider entsorgen. Die Gefahr ist zu hoch, dass die gleichen Probleme noch einmal auftauchen und Ärger bereiten.

Ansonsten aber wäre es die reinste Verschwendung, "gesunde" Erde einfach wegzuschmeißen, denn man kann damit so einige tolle Sachen anstellen. Selbst Erde, die schon sehr alt und völlig ausgelaugt ist, lässt sich noch weiter verwenden.

Alte Erde eignet sich auch perfekt als Anzuchterde, da sie nährstoffarm ist.

Verstecktes Multitalent

Alte Pflanzerde in Säcken

Oft bleibt neben der Erde in den Kübeln und Beeten auch noch welche übrig, die im Sack liegt und noch gar nicht verwendet wurde. Wenn sie halbwegs gut vor Wind und Wetter geschützt war, brauchst du dir keine Gedanken zu machen und kannst sie im nächsten Jahr einfach weiter benutzen. Am besten legst du sie während des Winters abgedeckt an einem geschützten Ort, wie z.B. in einem Schuppen, unter eine Sitzbank oder einem anderen geeigneten Platz ab.

Handelt es sich um Anzuchterde, solltest du etwas vorsichtiger sein. Falls sich über den Winter kleine Insekten in die Verpackungen eingeschlichen haben, können diese bei der Jungpflanzenaufzucht stören. Die kleinen Keimlinge sind deutlich empfindlicher als schon gut etablierte Pflanzen und werden idealerweise in steriler Erde aufgezogen. Besonders nervig sind Trauermücken, die ihre Eier in der Erde ablegen.

Um die Erde keimfrei zu machen, muss sie erhitzt werden. Für die Anzucht benötigst du meist nur kleine Mengen an Erde, daher ist eine Erhitzung im Backofen oder in der Mikrowelle machbar. Dazu kommt die Erde in hitzebeständige Gefäße oder aufs Backblech, wird leicht angefeuchtet und im Ofen bei etwa 120 Grad für 30 Minuten erhitzt, in der Mikrowelle reichen etwa 10 Minuten bei 600 Watt. Rühre ab und an etwas in der Erde, damit sich die Temperatur gleichmäßig verteilt.

Kontrolliere vorher, ob keine größeren Insekten in der Erde überwintert haben, zum Beispiel Kellerasseln oder auch Regenwürmer. Diese würden durch die Hitzebehandlung ebenfalls eingehen, was nicht so nett ist und auch nicht sehr appetitlich. Falls du unsicher bist, kannst du die Erde auch vorher grob sieben.

Verfügst du über einen Garten oder sogar ein Gewächshaus, kannst du die alte Erde natürlich auch hier großzügig zum Mulchen benutzen oder die leeren Beete im Gewächshaus damit auflockern.

Möchtest du die übriggebliebene Pflanzerde aus Säcken nicht mehr weiterverwenden, kannst du sie auch auf dem Komposthaufen ausbringen, falls dir einer zur Verfügung steht. Und wenn du sie weder kompostieren kannst, noch einen Garten hast, kannst du sie entweder über die Bio- oder Restmülltonne entsorgen oder auch ruhigen Gewissens unter einem Baum oder Busch in der Nähe verteilen.

 

Alte Kübelerde

Bei der Erde aus den Kübeln verhält es sich ziemlich ähnlich. Ist sie schon sehr alt und versandet (also extrem feinkrümelig und trocken - um diesen Zustand zu erreichen, braucht sie allerdings ein paar Jahre), kannst du sie kompostieren oder zum Mulchen verwenden. Bei Pflanzen, die kälteempfindlich sind, kannst du daraus ein Häufchen rund um den Stamm formen und so für Kälteschutz sorgen. Ansonsten ist es am einfachsten, wenn du die Erde aus den Kübeln in einem großen Gefäß sammelst und ggf. den Winter über geschützt und abgedeckt lagerst. Handelt es sich um frostfeste Kunststoffkübel, kann die Erde aber auch in diesen abgedeckt überwintern. Alte Pflanzen- und Wurzelreste musst du übrigens nicht unbedingt entfernen, schaue einfach wie grob sie sind und entscheide nach Belieben.

Im Frühling solltest du dann kontrollieren, ob sich ein paar Wintergäste eingeschlichen haben. Sieht alles gut aus, kannst du die Erde erneut benutzen. Für eine Auffrischung mit neuen Nährstoffen solltest du sie mit Komposterde oder neuer Pflanzerde vermischen. Dabei kommt es darauf an, wo die Erde zum Einsatz kommen soll. Möchtest du starkzehrende Gemüsesorten anbauen, verwende weniger alte und mehr frische Erde. Auch Humus aus Wurmkisten oder eine reife Bokashi-Füllung sind geeignete Stoffe, um sie mit alter Erde zu vermengen.

Durch das Mischen mit Komposterde kann man alte Kübelerde wieder mit Nährstoffen versorgen.

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