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Düngen - die wichtigsten Grundlagen

Für einen üppigen und gesunden Garten sind die richtigen Nährstoffe in Form von Dünger sehr wichtig. Denn wenn der Nährstoffhaushalt im Boden nicht stimmt, können deine Pflanzen auch nicht richtig wachsen, entwickeln keine Blüten und werden anfällig für Frost, Krankheiten und Schädlinge. Zugegeben: Das richtige Düngen erfordert ein klein wenig Fingerspitzengefühl. Doch keine Sorge, gemeinsam machen wir uns Schritt für Schritt mit den wichtigsten Grundsätzen beim Düngen vertraut!

Immer in Balance bleiben

Mit der Nährstoffversorgung deiner Pflanzen ist es so ähnlich wie bei uns Menschen mit dem Essen: Sie brauchen bestimmte Nährstoffe im richtigen Verhältnis zueinander, um gesund und kräftig zu wachsen und überhaupt am Leben zu bleiben. Stelle dir den richtigen Nährstoffgehalt im Boden als vollwertige und ausgewogene Ernährung für deine Pflanzen vor. Die notwendigen Nährstoffe sind von Natur aus im Boden enthalten, allerdings werden diese im Garten nach einer Weile aufgebraucht und müssen in Form von Dünger wieder aufgefüllt werden. In Gegenden mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung jedoch sind die Böden in Folge von Überdüngung oft zu stark mit Nährstoffen angereichert, was wiederum dem Grundwasser und auch deinen Pflanzen schaden kann.

Die entsprechenden Nährstoffe nehmen Pflanzen, gemeinsam mit dem Wasser, über die Wurzeln auf. Wir unterscheiden hierbei die sogenannten Makronährstoffe und Mikronährstoffe. Beide Gruppen sind wichtig für ein gesundes Wachstum; wir wollen uns erst einmal den Makronährstoffen widmen, weil diese in größerer Menge benötigt werden. Dazu zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Kalzium und Schwefel. Außerdem werfen wir noch einen Blick auf das Eisen, welches zu den Mikronährstoffen zählt, da sich ein Mangel schnell bemerkbar macht!

Sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss einer dieser Stoffe ruft Schäden an der Pflanze hervor. Außerdem kann das Fehlen eines Stoffes nicht durch eine erhöhte Zufuhr eines anderen Stoffes ausgeglichen werden, denn jeder einzelne Stoff hat eine andere, wichtige Funktion in der Pflanze. Das richtige Verhältnis zueinander ist also – ich wiederhole mich an dieser Stelle - sehr wichtig! Im folgenden Abschnitt machen wir uns kurz mit den wichtigsten Makronährstoffen und dem Eisen vertraut, und du erfährst außerdem, woran du einen Mangel oder Überschuss erkennst.

Pflanzennährstoffe - ein kleiner Crashkurs

Beginnen wir mit dem Stickstoff. Dieser wird für die Bildung von Chlorophyll benötigt und auch die für das Wachstum notwendigen Eiweiße werden mit Hilfe von Stickstoff gewonnen. Bei einem Mangel fällt die Pflanze durch schwachen Wuchs sowie vergilbte und absterbende Blätter auf und geht im schlimmsten Fall ganz ein. Bei einem Überschuss hingegen neigt die Pflanze zum „Schossen“ (zu schnelles, langes in die Höhe wachsen), wodurch sie frost-, schädlings- und krankheitsanfälliger wird.

Weiter geht es mit dem Phosphor. Dieser wird für so ziemlich alle Stoffwechselprozesse, die in der Pflanze passieren, wie z.B. die Photosynthese, benötigt. Er ist sehr wichtig für die Bildung von Blüten und Früchten und auch für den Aufbau der Pflanzenzellen. Bei einem Mangel verfärben sich zuerst die älteren Blätter, werden rötlich-braun und sterben ab. Ein Mangel tritt jedoch nur sehr selten auf.

Wenn du Obst und Gemüse anbaust, solltest du den Kaliumgehalt im Auge behalten, denn: Kalium ist nicht nur an der Photosynthese beteiligt, sondern auch am Transport von Zucker und Stärke innerhalb der Pflanze. Es ist somit wichtig für Aroma und Geschmack der Früchte! Außerdem verbessert es die Wasseraufnahmefähigkeit der Zellen innerhalb der Pflanze. Wenn trotz regelmäßigen Gießens die Blätter deiner Pflanze schlapp herabhängen, die Früchte und das Gemüse trotz Sonne geschmacklos sind oder vermehrt Risse aufweisen, sind das Anzeichen für einen Kaliummangel. Bei Obstbäumen rollen sich zusätzlich die Blätter nach oben ein. Ein Überschuss hingegen ist nur selten und verursacht kaum Schäden.

Magnesium ist, ebenso wie Kalium, an der Photosynthese beteiligt: Es ist wichtig für die Bildung des Chlorophylls und die Eiweißgewinnung und ebenso für einen guten Wasserhaushalt. Mangel und Überschuss sind generell eher selten. Einen Mangel erkennst du jedoch daran, dass die Blattadern selbst zwar grün bleiben, das übrige Blatt sich jedoch von der Mitte aus gelb verfärbt. Zudem fällt die Pflanze durch ein schlechtes Wachstum auf, da die Wurzeln auf Dauer Schaden nehmen.

Widmen wir uns dem nächsten wichtigen Makronährstoff: Kalzium. Sowohl für die Pflanze selbst als auch für den Boden ist Kalzium ein sehr wichtiger Stoff, denn es hebt den pH-Wert und entsäuert diesen. Es ist für den Aufbau und die Stabilität der Pflanzenzellen wichtig, und sorgt somit für einen kräftigen und gesunden Wuchs. Die meisten Böden enthalten genügend Kalzium, nur extrem saure Böden bilden hier eine Ausnahme. Sind jedoch zu viel Stickstoff, Magnesium, und Kalium im Boden enthalten, kann die Kalziumaufnahme verringert und Mangelerscheinungen (kümmerlicher Wuchs) hervorgerufen werden. Ein Überschuss kommt eher selten vor und verursacht bei Äpfeln braune, vertiefte Flecken (die sog. „Stippe“).

Schwefel ist ein wichtiger Bestandteil von Enzymen und Aminosäuren in der Pflanze, und außerdem beteiligt an der Eiweißgewinnung und Photosynthese. Normalerweise ist genügend Schwefel im Gartenboden vorhanden; bei einem Mangel jedoch vergilben die jungen Blätter. Ein Überschuss hingegen schadet in erster Linie dem Boden, indem der pH-Wert gesenkt wird und dieser somit zunehmend versauert.

Für ein gesundes Wachstum brauchen deine Pflanzen ebenfalls genügend Eisen. Es ist wichtig für die Bildung des Chlorophylls und beteiligt an der Eiweißbildung. Du erkennst einen Eisenmangel, ähnlich wie beim Magnesium, an gelb verfärbten, jungen Blättern, wobei die Blattadern zunächst grün bleiben. Auch die Blüten und Wurzeln sind schlecht bzw. schwach ausgebildet. Über längere Zeit hinweg geht die Pflanze ein. Ist der Boden sehr kalkhaltig, so kann ein Eisenmangel begünstigt werden. Doch auch ein Überschuss ist möglich und macht sich in sehr sauren Böden durch braun verfärbte und gefleckte Blätter bemerkbar.

Der richtige Dünger

Über die wichtigsten Nährstoffe wissen wir jetzt gut Bescheid. Nun kommt der nächste Schritt: Die Wahl des richtigen Düngers!

Generell unterscheiden wir zwischen mineralischen bzw. anorganischen Düngern und organischen Düngern. Der Unterschied besteht darin, dass mineralische Dünger aus wasserlöslichen Mineralstoffen bestehen und schnell von der Pflanze aufgenommen werden können. Organische Dünger bestehen – der Name verrät es bereits – aus organischen Abfallstoffen wie z.B. Hornspäne, Mist, naturbelassene Schafwolle oder Kompost. Organische Düngemittel sind zwar nicht so schnell verfügbar wie mineralische, haben dafür jedoch eine wesentlich längere Wirkungsdauer. Wenn du Obst, Gemüse und Kräuter anbaust, solltest du auf jeden Fall organischen Dünger in Bio-Qualität wählen!

Vielleicht hast du schon einmal die Bezeichnung NPK-Dünger gehört. Was es damit auf sich hat? Ganz einfach: NPK steht für Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Diese drei Stoffe sind die Hauptbestandteile eines ausgewogenen Volldüngers, der deine Pflanzen mit allem versorgt, was sie brauchen. NPK-Dünger sollten jedoch mit Vorsicht genossen werden, um eine Überdüngung zu vermeiden. Meistens handelt es sich dabei um mineralische Dünger, es sind jedoch auch organische Varianten erhältlich.

Der große Nachteil von mineralischen Düngern ist, dass die Mineralstoffe (vor allem Stickstoff in Form von Nitrat) schnell im Boden versickern und die Grundwasserqualität beeinträchtigen. Langfristig sorgen solche Düngemittel für eine Versauerung des Bodens und schaden der Umwelt. Es ist also nachhaltiger, wenn du dich für organische Düngemittel entscheidest! Wenn du jedoch keinen Komposthaufen hast, kannst du auch zu unserem vollwertigen, rein pflanzlichen Bloomify-Dünger in Bio-Qualität greifen!

Die Menge macht's

Weniger ist mehr - auch beim Düngen solltest du diesen Grundsatz im Hinterkopf behalten. Denn viel Dünger hilft hier leider überhaupt nicht viel, sondern kann für deine Schützlinge den sicheren Tod bedeuten, wenn du es übertreibst. Hast du einen eigenen Garten, kann eine Bodenprobe im Vorfeld Sinn machen; je nach Bodenbeschaffenheit können der pH-Wert und der gesamte Nährstoffgehalt nämlich stark schwanken. Folgenden Grundsatz kannst du dir jedoch merken: Sandige und lehmige Böden enthalten generell weniger Nährstoffe als humusreiche Böden und müssen häufiger gedüngt werden.

Im Handel sind Teststreifen erhältlich, mit denen man ganz einfach den pH-Wert des Bodens bestimmen kann. Alternativ kannst du alle ein bis drei Jahre eine Bodenprobe deines Gartens zur Analyse ins Labor zu schicken – damit sparst du häufig nicht nur Geld, sondern auch Düngemittel ein, und tust der Umwelt etwas Gutes. Weitere Artikel zum Thema Boden werden wir bald veröffentlichen, hier findest du den ersten Übersichtsartikel.

Bei Düngung im Freiland gilt: Verwendest du fertigen Dünger, so solltest du dich an der angegebenen Düngermenge auf dem Produkt orientieren. Wenn du Kompost verwendest, so lautet die Faustregel: 3 Liter Kompost auf 1 Quadratmeter Gartenboden. Du kannst die entsprechende Menge einfach mit Hilfe einer Harke in den Boden einarbeiten. Wichtig: Wenn du zusätzlich mulchen möchtest, solltest du zuerst den Dünger ausbringen und danach mulchen!  

Im Kübel auf Balkon oder Terrasse ist die Menge an Erde die der Pflanze zur Verfügung steht deutlich begrenzter. Dadurch sind die Nährstoffe bald aufgebraucht und du musst auf jeden Fall Dünger verabreichen. Die Häufigkeit und Menge richtet sich danach, ob du dich für organischen Langzeitdünger (z.B. Kompost) oder mineralischen Dünger entscheidest. Grundsätzlich solltest du Kompost, bzw. organischen Langzeitdünger generell, beim Eintopfen in die Erde mischen (auch bei handelsüblicher Pflanzerde aus dem Baumarkt!). Wenn du Kompost verwendest, sollte die Menge maximal 30 Prozent betragen. Pflanzerde aus dem Handel ist zwar bereits mit Nährstoffen angereichert, doch organische Dünger haben ja, wie bereits erwähnt, eine Langzeitwirkung und brauchen dementsprechend länger, um die Nährstoffe an den Boden abzugeben. Eine weitere Düngergabe kann dann zwischen Juni und August erfolgen. Wenn du auf mineralischen Dünger aus dem Handel zurückgreifen musst, solltest du das erste Mal 4 Wochen nach der Pflanzung düngen und danach in Abhängigkeit von den zu düngenden Pflanzen alle 1 bis 2 Wochen.

Die passende Düngermenge hängt also auch von der Pflanze, welche du düngen möchtest, ab. Wir unterscheiden zwischen schwach-, mittel- und starkzehrenden Pflanzen. Schwachzehrer haben einen niedrigen Nährstoffbedarf und kommen mit nährstoffarmen Böden zurecht. Dazu zählen Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen), die meisten Kräuter und Radieschen. Zu den Mittelzehrern gehören unter anderem viele Salatsorten und Möhren. Starkzehrende Pflanzen, wie z.B. Paprika, Tomaten, Zucchini, Kohlsorten oder Gurken, haben einen hohen Nährstoffbedarf und brauchen entsprechend mehr Nährstoffe.

Wichtig: Pflanzen, welche einen sauren Boden brauchen, sollten nicht mit Kompost gedüngt werden! Dazu gehören beispielsweise Erdbeeren, Lavendel, Heidelbeeren und Zitrusbäume!

Starkzehrer wie Kürbisse haben einen besonders hohen Nährstoffbedarf.

Der richtige Zeitpunkt

Die erste Düngergabe sollte im Freiland im März erfolgen, am besten, bevor die ersten Pflanzen austreiben. Denn: Sobald die Wachstumsphase deiner Pflanzen beginnt, brauchen diese natürlich auch Nährstoffe, um sich gut entwickeln zu können. Anschließend wird bis August gedüngt - später sollten keine Düngergaben mehr erfolgen, damit sich winterharte Gewächse auf die Kälte vorbereiten können. Zu langes Düngen bis in den Herbst hinein hat nämlich zur Folge, dass die Frostresistenz nachlässt!

Generell solltest du am besten morgens und bei trockenem Wetter düngen, damit möglicher Regen die ausgebrachten Nährstoffe nicht sofort wieder wegspült. Außerdem können deine Pflanzen die Nährstoffe so im Laufe des Tages zusammen mit dem Gießwasser über die Wurzeln aufnehmen. Im Freiland ist die meiste Arbeit mit dem Düngen im Frühling schon getan. Im Gemüsebeet solltest du deinen Starkzehrern (siehe oben) jedoch zum Sommeranfang noch eine Portion Dünger geben, damit du dich über eine ertragreiche Ernte freuen kannst!

Kompost funktioniert mit ein paar Ausnahmen (siehe oben) sehr gut als Universaldünger und sollte im Frühling einfach ins Substrat eingearbeitet werden. Langzeitdünger, also auch unser Bloomify-Volldünger, kann schon im späten Herbst gegeben werden. Dadurch hat der Boden genügend Zeit, die Nährstoffe aufzunehmen und zu speichern.

Aktualisiert am

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Kommentare

Eva    

Sehr schöner und informativer Artikel! Habe viel dazugelernt und werde die Tipps auf jeden Fall umsetzen :)

Erika Reder    

Danke für diese übersichtliche Zusammenfassung! Als Neuling in diesem Gebiet hat man so die wichtigsten Richtlinien auf einem Blick parat.

Anna Ott    

Ein sehr lehrreicher Artikel!
Ich werde bestimmt immer wieder hier vorbeischauen: Genau für mich!
Sehr verständlich und und super gut geschrieben.

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