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Blattläuse bekämpfen: So wirst du sie effektiv und nachhaltig los

Die wohl bekanntesten Läuse sind auch gleichzeitig die unproblematischsten. Sie treten zwar meist in großen Gruppen auf, sind aber sehr gut zu sehen und können einfach entfernt werden. Die kleinen Tierchen sind meistens grün oder schwarz und haben einen Rüssel, mit dem sie den Pflanzensaft aus Blättern und Stängeln saugen. Wir zeigen dir, wie du Blattläuse bekämpfen kannst.

Wahrscheinlich haben wir alle schon mal Bekanntschaft mit Blattläusen (Aphidoidea) gemacht. Kein Wunder: Die Krabbler kommen sowohl im Garten als auch drinnen an Zimmerpflanzen vor und verschmähen so gut wie nichts, was wächst. Die verschiedenen Arten haben sich dabei auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. So gibt es alleine in Deutschland über 700 Blattlausarten! Doch keine Sorge, nicht alle davon sind schädlich für unsere Pflanzen. Außerdem spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem, denn sie sind eine Nahrungsquelle für viele andere Insekten und Vögel.

Natürlich können sie auch Schaden anrichten, vor allem, wenn sie massenhaft auftreten. Die gute Nachricht: Blattläuse lassen sich einfach und pflanzenschonend entfernen. Wenn du Blattläuse bekämpfen willst, hast du die Wahl zwischen vielen verschiedenen effektiven Hausmitteln und kannst auf chemische Bekämpfungsmittel verzichten.

Schwarze Blattläuse sitzen am Stängel einer Weinpflanze.
Ist der Befall noch gering, lassen sich die Blattläuse schnell vertreiben.

Blattläuse: Aussehen und Lebensweise

Blattläuse sind sehr klein und gerne in großen Gruppen unterwegs. Ihr Aussehen kann variieren: Es gibt grüne, schwarze und braune Blattläuse sowie geflügelte und flugunfähige Tiere.

Grüne Blattläuse sind gut getarnt und fallen oft erst auf, wenn man ganz genau hinschaut. Sie sitzen dicht gedrängt an Stielen, Stängeln oder Trieben, sodass diese Stellen dicker aussehen. Aber auch auf Blattunterseiten siedeln sie sich gerne in großer Zahl an. Dunkle Blattläuse fallen schneller auf.

Sie haben alle einen Rüssel, mit dem sie den Pflanzensaft aus den Blättern und Trieben saugen.

Im Frühjahr beginnt das Blattlaus-Jahr. Je nach Temperatur im Winter haben Eier, Larven oder auch ausgewachsene Weibchen überlebt. Aus den Eiern schlüpfen zu Frühlingsbeginn nur Weibchen, aber das ist kein Problem für die Fortpflanzung. Die Blattlaus-Weibchen können einfach ohne geschlechtliche Fortpflanzung Läusebabys produzieren - sie klonen sich dabei selbst. Das ist praktisch, denn eine Partnersuche würde sehr viel Zeit kosten und Blattläuse sind eine beliebte Nahrungsquelle für allerlei andere Insekten. Da heißt es: Möglichst schnell eine große Blattlauskolonie aufbauen.

Blattläuse sind ziemlich clever: Wird es an einem Ort zu voll oder werden die Läuse von Fraßfeinden gestresst, wird die nächste Generation einfach mit Flügeln ausgestattet, um neue Pflanzen besiedeln zu können.

Im Herbst siedeln solche geflügelten Exemplare auf andere Wirtspflanzen über. Dort werden dann auch männliche Blattläuse gezeugt. Ihre einzige Aufgabe ist es, sich vor dem Winter zu paaren, damit die Weibchen Eier legen können, die den Winter auf den Pflanzen oder in der Erde überdauern. So wird die genetische Vielfalt sichergestellt.

Eine Hand dreht das Blatt einer Paprikapflanze um, auf der Blattunterseite sitzen Blattläuse.
Blattläuse sitzen gerne auf den schattigen Blattunterseiten.

So erkennst du einen Befall mit Blattläusen: Schadbild

Schäden an den Pflanzen treten leider meist erst auf, wenn der Befall bereits vorangeschritten ist. Sitzen die Läuse auf den Blattunterseiten, rollen sich die Blätter irgendwann ein, da sie austrocknen. Vor allem bei ganz jungen, frischen Blättern fallen diese Verformungen ins Auge, denn die Blätter sehen regelrecht gekräuselt aus.

Ein anderes Schadbild, dass bei einem Befall mit Blattläusen auftreten kann, sind helle Flecken oder Verfärbungen auf den Blättern.

An manchen Pflanzen halten sich die Schäden durch Blattläuse in Grenzen. So wird zum Beispiel oft Salat befallen. Die Blätter sind jedoch zart und empfindlich, sodass eine Bekämpfung schwierig ist. Beim Salat wird ja die gesamte Pflanze gegessen, daher wollen wir sie auch nicht mit einem Bekämpfungsmittel einsprühen. Wenn der Salat schon größer ist, macht es daher Sinn, ihn einfach zu ernten und die Blätter gründlich zu waschen, anstatt bereits im Beet die vielen kleinen Blattläuse bekämpfen zu wollen.

Keine Sorge, falls sich doch mal eine Blattlaus am Salatblatt verstecken konnte: Blattläuse sind nicht giftig und völlig ungefährlich für uns Menschen.

 

Honigtau: Die Spur der Schädlinge

Oft verraten auch die Hinterlassenschaften der Blattläuse, dass ein Befall vorliegt. Die Tierchen verwerten nämlich den Pflanzensaft und scheiden den darin enthaltenen unverdauten Zucker wieder aus. Es bilden sich dadurch klebrige Schichten auf den Blättern: Honigtau. Hast du also den Eindruck, jemand hätte deine Pflanze mit Honig beträufelt, dann kannst du davon ausgehen, dass sich Blattläuse oder auch Schild- oder Wollläuse auf ihr eingenistet haben.

Der Honigtau an sich ist nicht schädlich für die Pflanze. Allerdings kann die Schicht die Blätter “verstopfen”, sodass die Zellatmung erschwert wird. Die Pflanze kann dann nicht mehr so gut Wasser verdunsten und Photosynthese betreiben. Der zuckrige Honigtau ist außerdem ein idealer Nährboden für Pilze, zum Beispiel den schwarzen Rußtaupilz. Darüber hinaus lockt er Ameisen an. Die fahren total auf das süße Zeug ab und verteidigen daher sogar die Blattläuse gegen natürliche Fraßfeinde wie den Marienkäfer.

Auf Pflanzen mit stabilen Blättern solltest du also versuchen, den Honigtau vorsichtig abzuwischen. Meist geht das mit lauwarmem Wasser sehr gut. Ist der Klebefilm hartnäckiger, kannst du etwas Kern- oder Schmierseife im Wasser auflösen.

Welche Pflanzen werden von Blattläusen befallen?

Blattläuse an Zimmerpflanzen

Die Eier von Blattläusen können auch in der Erde überleben und ziehen manchmal unbemerkt bei dir ein, wenn du dir eine neue Zimmerpflanze anschaffst. Das ist zwar erstmal nervig, aber kein Grund zur Sorge. Wenn du schnell reagierst, breiten sich die Blattläuse nicht weiter aus.

Besonders gerne tummeln sich Blattläuse an Zimmerpflanzen wie dem Gummibaum und anderen Ficus-Arten, Orchideen, Korbmaranten (Calathea) oder Dieffenbachien.

Fürs Blattläuse bekämpfen an Zimmerpflanzen gelten die gleichen Tipps wie für Gartenpflanzen. Du findest sie weiter unten in diesem Artikel.

 

Blattläuse im Garten

Leider können so gut wie alle Pflanzen von Blattläusen befallen werden, da es so viele unterschiedliche, spezialisierte Arten gibt. So besiedeln gleich mehrere Arten gerne Apfel- und andere Obstbäume, die Gurkenblattlaus ist auf Gurken und Kürbissen zu finden, die Bohnenblattlaus liebt Hülsenfrüchtler… Es gibt Blattläuse, die auf Johannisbeeren spezialisiert sind, andere auf Pflaumen und Zwetschgen, wieder andere auf bestimmte Blumen. Ein echter Blattlaus-Klassiker im Ziergarten sind Rosen. Oft sitzen die Läuse haufenweise unterhalb der Blütenknospen.

Die Blattläuse schnell loszuwerden ist vor allem im Obstgarten wichtig, damit die Blüten und Fruchtansätze nicht beschädigt werden. Ansonsten kann es passieren, dass die Ernte ausfällt.

Ein regelrechter Blattlausmagnet ist übrigens die Kapuzinerkresse. Vor allem schwarze Blattläuse versammeln sich unter den großen Blättern. Kapuzinerkresse wird daher gerne ins Gemüsebeet gepflanzt, da es die Läuse von den übrigen Gemüsepflanzen ablenkt.

Blattläuse bekämpfen: Wasser marsch

Bei Blattläusen ist es sehr effektiv, sie einfach von den Pflanzen abzuspülen. Sie sitzen nicht allzu fest an den Blättern und lassen sich bei Stress auch gerne einfach fallen. Je nach Jahreszeit und befallener Pflanze hast du unterschiedliche Möglichkeiten.

Kleinere Topfpflanzen lassen sich auch drinnen unter der Dusche oder in einem größeren Waschbecken abspülen. Du kannst den Topf mit der Erde vorher eng in eine Plastiktüte wickeln, um nicht alles vollzubröseln.

Vielen Sprühflaschen haben so viel Druck, dass du damit auch problemlos Blattläuse von deinen Pflanzen entfernen kannst.

Hast du einen Gartenschlauch zur Verfügung, geht das Abbrausen von größeren Obststräuchern oder Bäumen besonders gut. Achte auf ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen, denn das Wasser spritzt in alle Richtungen, wenn es auf die Blätter auftrifft - und nimmt die Blattläuse mit.

Unter einem jungen Blatt eines Obstbaumes sitzen unzählige grüne Blattläuse.
Bei freistehenden Obstbäumen kommt am besten der Gartenschlauch zum Einsatz.

Blattläuse bekämpfen: Hausmittel

Hausmittel bei der Bekämpfung von Schädlingen einzusetzen, ist immer eine gute Idee. Sie sind pflanzenschonend, günstig und schnell hergestellt. Außerdem hat man viele Zutaten meist schon im Haus.

Lege dir bei flüssigen Mitteln zum Sprühen alte Zeitungen oder ähnliches unter die Pflanze. Die Flüssigkeit tropft von den Blättern und hinterlässt je nach Zutaten eventuell Flecken auf Fußböden oder Teppichen.

 

Hausmittel auf Pflanzenbasis

Aus vielen Pflanzen lassen sich Auszüge herstellen, die dabei helfen, Blattläuse zu bekämpfen. Meistens werden die Pflanzen dazu gekocht oder ziehen für einige Zeit in kaltem Wasser. Mit dem Sud werden die von Blattläusen befallenen Pflanzen gründlich eingesprüht.

Die Mengenangaben sind dabei nicht in Stein gemeißelt. Deinen Pflanzen passiert nichts, wenn du die Gramm- oder Literangaben nicht haargenau befolgst. Sie sind eher Werte zur Orientierung.

 

Mit Wildpflanzen Blattläuse bekämpfen

Ein gutes Hausmittel gegen Blattläuse kannst du zum Beispiel aus Brennnesseln, Ackerschachtelhalm oder Rainfarn herstellen. Diese Pflanzen wachsen oft wild auf Brachflächen oder am Wegesrand.

  • Verwende auf einen Liter kaltes Wasser eine Handvoll frische Brennnesselblätter oder getrocknete Brennnesseln. Lasse die Mischung 1 - 2 Tage ziehen und sprühe die Pflanze damit ein. Du kannst übrig gebliebenen Sud auch noch verdünnt zum Gießen verwenden.
  • 100 - 150 g kleingeschnittenes Ackerschachtelhalm pro Liter Wasser verwenden. Die Pflanzen werden etwa 30 Minuten gekocht. Lasse den Sud abkühlen, bevor du ihn verwendest. Alternativ kannst du den Ansatz auch für einen Tag in kaltem Wasser ziehen lassen. Verdünne ihn anschließend im Verhältnis von 1:5 mit Wasser.
    • Zum Beispiel: 20 - 30 g Ackerschachtelhalm auf 200 ml Wasser verwenden; später mit einem Liter Wasser verdünnen.
  • Auch Rainfarn kann erst in Wasser köcheln: Verwende etwa 50 - 100 g der gelben Blüten für einen Liter Wasser. Alternativ zieht Rainfarn für etwa einen Tag in kaltem Wasser. Verdünne den Sud anschließend im Verhältnis von 1:10 mit Wasser.
    • Zum Beispiel: 10 - 20 g Blüten auf 200 ml Wasser verwenden; später mit zwei Litern Wasser verdünnen.

 

Blattläuse bekämpfen mit Oregano

So einen Sud kannst du auch aus Oregano herstellen. Er enthält viele Stoffe, die bei der Bekämpfung von Blattläusen helfen. Allerdings geht das etwas ins Geld, da du für einen Ansatz recht viel getrockneten Oregano benötigst. Eine gute Alternative dazu ist, eine Oreganopflanze im Garten zu haben. Diesen kannst du regelmäßig zurückschneiden und trocknen. Auch aus frischem Oregano lässt sich der Sud herstellen. Gieße 10 g getrockneten oder 100 g frischen Oregano in einer großen Tasse mit kochendem Wasser auf. Nach einer halben Stunde gießt du den “Tee” durch ein Sieb und lässt ihn abkühlen. Verdünne ihn anschließend im Verhältnis 1:3 mit Wasser (zum Beispiel 200 ml Oregano-Sud plus 600 ml Wasser).

Hast du zu viel Spritzbrühe hergestellt, kannst du sie auch noch weiter verdünnen und damit einfach deine Pflanzen gießen. Sie wirken stärkend und beugen einem Schädlingsbefall vor.

Nicht nur lecker auf Pizza, sondern auch effektiv gegen Blattläuse: Oregano.

 

Blattläuse bekämpfen: Hausmittel auf Seifenbasis

Für die Bekämpfung von Blattläusen kann auch Seife zum Einsatz kommen. Allerdings keine duftenden Seifenstücke oder bunt gefärbtes Duschgel, sondern Kern- oder Schmierseife. Die gibt es in jedem Drogeriemarkt. Verwende 50 g Seife pro Liter Wasser. Das Wasser muss warm sein, damit sich die Seife löst. Bei fester Kernseife funktioniert es gut, sie fein zu raspeln, damit sie sich schneller auflöst.

Ist die Mischung abgekühlt, geht es den Blattläusen an den Kragen: Sprühe die gesamte Pflanze gründlich damit ein und wiederhole die Anwendung nach einigen Tagen.

Falls es sich bei deiner Pflanze um eine Zimmerpflanze mit sehr feinem Laub handelt, kannst du die Mischung auch erstmal an einer kleinen Stelle ausprobieren. Pflanzen mit etwas dickeren Blättern schadet die Seife aber in der Regel nicht.

 

Blattläuse bekämpfen: Hausmittel auf Ölbasis

Mischungen zum Sprühen, die Öl enthalten, wirken gut gegen Blattläuse. Die Krabbler ersticken unter der Ölschicht oder werden bewegungsunfähig. Manche Öle enthalten auch Inhaltsstoffe, die giftig für die Blattläuse sind - aber völlig ungefährlich für uns.

Das Öl wird dabei mit Wasser vermischt. Da sich Öl und Wasser von alleine nicht miteinander verbinden, brauchst du einen Emulgator. Dafür kannst du pro Liter Wasser 1 - 2 Spritzer Spülmittel verwenden. Allerdings sollte es sich dabei um ein ökologisches Produkt ohne Farb- oder Duftstoffe handeln.

Die Anwendung sollte immer erst gegen Abend oder im Schatten erfolgen, damit die Blätter keinen Schaden nehmen. Sind die Blätter einige Zeit nach der Behandlung immer noch sehr ölig, kannst du sie mit einem Küchenpapier o.ä. abwischen.

 

Neemöl gegen Blattläuse

Neem- oder Niemöl ist ein Öl, das aus den Früchten des Niembaumes gewonnen wird. Dieser wächst vor allem in Indien. Das Öl an sich stinkt leider ziemlich, ist aber äußerst effektiv gegen viele Schädlinge, da es ihre Larven an der Weiterentwicklung hindert.

In Wasser aufgelöstes Neemöl ist besonders gut geeignet, um Blattläuse zu bekämpfen. Bei Neemöl wird oft der pflanzliche Emulgator Rimulgan empfohlen, es können aber genauso gut auch andere Emulgatoren zum Einsatz kommen.

Es gibt auch fertige Mischungen mit Neemöl zu kaufen, allerdings ist es deutlich günstiger, sie selber anzumischen. Du brauchst pro Liter Wasser nur ganz wenig Neemöl, ein Teelöffel (knapp 5 ml) reicht schon aus.

 

Rapsöl gegen Blattläuse

Auch mit Rapsöl lassen sich Blattläuse bekämpfen. Zudem schädigt das Öl ihre Eier und Larven.

Die Angaben für eine gute Rapsöl-Mischung variieren. Sie reichen von 10% Rapsöl und 90% Wasser bis zu 30% Öl und 70% Wasser. Je jünger und empfindlicher deine Pflanze ist, desto weniger Öl sollte deine Mischung enthalten. Manche Zimmerpflanzen haben sehr dünne Blätter und auch Salat ist sehr empfindlich. Robustere Pflanzen wie die meisten Gemüsepflanzen oder auch Obststräucher und -bäume vertragen auch mehr Öl. Wir empfehlen aber, erstmal weniger Öl zu nehmen und die Mischung bei Bedarf anzupassen.

Achtung, nicht alle Pflanzen mögen Rapsöl: Teste die Mischung am besten erstmal an einer kleinen Stelle.

 

Andere Hausmittel gegen Blattläuse

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Hausmittel, um Blattläuse zu bekämpfen. Je nachdem, was du zu Hause hast, kannst du verschiedene Tipps ausprobieren. So soll schwarzer Tee gegen Blattläuse helfen: Brühe dazu zwei Beutel Tee pro Liter Wasser auf und lasse ihn schön lange ziehen. Wenn der Tee kalt ist, kannst du deine Pflanzen damit einsprühen.

Außerdem wirkt Knoblauch abschreckend auf Blattläuse. Wir empfehlen nicht, einfach nur Knoblauchzehen in die Erde zu stecken, da sich die Läuse einfach so schnell vermehren und die Öle im Knoblauch auf diese Weise nicht schnell genug freigesetzt werden. Stattdessen kannst du etwa 10 g gehackten Knoblauch (oder auch Zwiebeln) pro Liter Wasser kochen, ein paar Stunden ziehen lassen und das Ganze abseihen. Verwende die Mischung unverdünnt und sprühe deine Pflanzen öfter damit ein. Diese Anwendung ist wegen des Geruchs jedoch vor allem draußen zu empfehlen.

 

Blattläuse mit Milch bekämpfen?

Milch ist als Hausmittel beliebt, da Blattläuse die enthaltene Milchsäure nicht vertragen. Wir empfehlen dir aber, es erstmal mit anderen Mitteln zu versuchen. Milch wird ab einer gewissen Temperatur schnell schlecht und fängt an, unangenehm zu riechen. Das ist draußen eventuell kein Problem, doch der Geruch zieht unter Umständen Fliegen an, was auch nicht so angenehm ist.

 

Eine Person sprüht mit einer Sprühflasche Blattläuse ein, die die Blätter einer Pflanze befallen haben.
Deine Mischung füllst du am besten in eine Sprühflasche. So kannst du sie immer wieder gut durchschütteln.

Blattläuse mit Nützlingen bekämpfen

Im Sommer ist es eine gute Idee, deinen Garten oder Balkon attraktiv für Nützlinge wie den Marienkäfer zu gestalten. Sowohl die erwachsenen Käfer als auch ihre Larven fressen liebend gerne Blattläuse. Und damit sind sie nicht allein: Auch Florfliegen und vor allem deren Larven verspeisen Blattläuse. Florfliegenlarven werden daher auch als Blattlauslöwen bezeichnet.

Ohrenkneifer (Ohrwürmer), Schwebfliegen, Raubwanzen, Spinnen oder Gartenvögel - sie alle fressen Blattläuse. Du kannst diesen Tieren einen geeigneten Unterschlupf und weitere Leckereien anbieten, damit sie sich bei dir wohlfühlen und bei der Schädlingsbekämpfung helfen.

Insektenhotels zum Beispiel gibt es in vielen verschiedenen Größen und es macht Spaß, sie selber zu bauen. Schon ein Tontopf oder eine alte Dose ergibt mit Stroh ausgestopft ein beliebtes Versteck für Ohrenkneifer und Florfliegen.

In Obstbäumen können Nistkästen angebracht werden. Vor allem die kleinen Meisen ernähren sich gerne von Blattläusen.

Eventuell hast du schon mal etwas davon gehört, Nützlingslarven zu kaufen. Wir empfehlen den Kauf von Larven allerdings eher nicht, da sie sich meist nur unter sehr guten Bedingungen entwickeln können. Sie haben hohe Ansprüche an die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Nur mit Glück passen die Verhältnisse bei dir zu Hause - ansonsten schlüpfen die Larven nicht oder gehen schnell wieder ein.

Ein Marienkäfer krabbelt auf einem Blatt einer Puffbohne entlang. Die Pflanze ist stark von schwarzen Blattläusen befallen.
Ein Marienkäfer auf Futtersuche: Er hat die Schwarze Bohnenblattlaus im Visier.

Blattläusen vorbeugen: Die richtige Bepflanzung

Nicht nur die tierischen Nützlinge können helfen, wenn man Blattläuse bekämpfen muss, sondern auch viele Pflanzen. Eine Mischkultur von Gemüse, Obst, Kräutern und Blumen ist eine tolle Sache.

Die meisten Kräuter enthalten ätherische Öle. Das macht sie für uns so aromatisch. Blattläuse hingegen schreckt der Duft eher ab. Pflanze daher zum Beispiel Oregano, Rosmarin oder Thymian ins Gemüsebeet. Auf dem Balkon oder der Terrasse kannst du die Kräuter in Töpfen dicht neben Gemüse- oder Obstpflanzen stellen.

Auch Lavendel und Salbei wirken abschreckend auf Blattläuse, daher werden sie oft für eine Unterpflanzung von Rosen verwendet.

Auch der dekorative Schopflavendel duftet herrlich - und verscheucht Blattläuse.

 

Einige typische Mischkulturpartner im Garten sind:

  • Bohnen neben Bohnenkraut: Das Bohnenkraut wirkt gegen die Schwarze Bohnenblattlaus und verfeinert darüber hinaus viele Bohnengerichte.
  • Salate und Kohl neben Kerbel: Die Gewürzpflanze hält nicht nur Blattläuse fern, sondern auch den Kohlweißling, dessen Raupen großen Schaden anrichten können.
  • Knoblauch neben Erdbeeren: Der zwiebelige Geruch schützt die süßen Beeren vor Läusen, außerdem soll Knoblauch auch einem Pilzbefall vorbeugen.
Lauchzwiebeln wachsen zusammen mit Erdbeerpflanzen in einem Beet.
Alle Zwiebelgewächse sind gute Nachbarn für Erdbeeren, hier sind es Lauchzwiebeln.

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