Fit für den Winter: neues Leben für alte Erde

Wenn die Nächte allmählich kühler werden und die ersten Pflanzen sich der Kälte beugen, wird es Zeit, Balkon, Terrasse und Beete winterfest zu machen. Immer mehr Standorte im Garten sind nun leer und nicht in allen Pflanzkübeln befinden sich mehrjährige Zeitgenossen. In diesem kleinen, aber feinen Artikel haben wir ein paar Ideen für dich parat, was mit der alten Erde alles möglich ist und wie du deinen Gartenboden richtig aufbereitest.

Verbrauchte Erde - reif für den Müll?

In alter Erde nisten sich Schädlinge und Krankheiten ein, die dann im darauffolgenden Jahr die neuen Pflanzen befallen. Falsch! Diesen Satz bekommt man immer wieder zu lesen und auch zu hören, doch an dieser Stelle müssen wir dringend mit Klischees und Vorurteilen gegenüber der alten Erde aufräumen. Wenn sie - egal ob im Kübel oder im Garten - zum Saisonende “gesund” ist, wäre es die reinste Verschwendung, sie einfach wegzuschmeißen, denn man kann damit so einige tolle Sachen anstellen. Selbst Erde, die schon sehr alt und völlig ausgelaugt ist, lässt sich noch weiter verwenden.

Alte Erde eignet sich auch perfekt als Anzuchterde, da sie nährstoffarm ist.

Verstecktes Multitalent

Alte Pflanzerde

Räumen wir nun unseren Balkon (oder die Terrasse, den Garten oder alles) auf, so haben wir neben der Erde in den Kübeln und Beeten manchmal auch noch welche übrig, die im Sack liegt und noch gar nicht verwendet wurde. Wenn sie halbwegs gut vor Wind und Wetter geschützt war, brauchst du dir keine Gedanken zu machen und kannst sie im nächsten Jahr einfach weiter benutzen. Am besten legst du sie abgedeckt an einem geschützten Ort, wie z.B. in einem Schuppen, unter eine Sitzbank oder einem anderen geeigneten Platz ab.

War sie der Witterung ausgesetzt und ist deshalb schon ziemlich ausgelaugt, kannst du sie zur Not kompostieren (auch eine Wurmkiste oder ein Bokashi kommen dafür in Frage). Und wenn du weder kompostieren kannst, noch einen Garten hast, kannst du sie ruhigen Gewissens auf einem Grünstreifen oder dem Beet im Vorgarten als Mulchschicht verteilen. Die Gräser und Pflanzen dort werden es dir herzlich danken. Verfügst du über einen Garten oder sogar ein Gewächshaus, kannst du die alte Erde natürlich auch hier großzügig zum Mulchen benutzen oder die leeren Beete im Gewächshaus damit auflockern. Auch Winterquartiere für unsere kleinen Gartenbewohner, zum Beispiel Igel, können damit für zusätzliche Tarnung aufgemotzt und isoliert werden.

 

Alte Kübelerde

Bei der Erde aus den Kübeln verhält es sich ziemlich ähnlich. Ist sie schon sehr alt und versandet (also extrem feinkrümelig und trocken - um diesen Zustand zu erreichen, braucht sie allerdings ein paar Jahre), kannst du sie kompostieren oder zum Mulchen verwenden. Bei Pflanzen, die kälteempfindlich sind (wir haben gehört, die Feige wäre zum Beispiel so eine Kandidatin), kannst du daraus ein Häufchen rund um den Stamm machen und so damit für Kälteschutz sorgen. Ansonsten ist es am einfachsten, wenn du die Erde aus den Kübeln in einem großen Gefäß sammelst und den Winter über geschützt und abgedeckt lagerst. Handelt es sich um frostfeste Kunststoffkübel, kann die Erde aber auch in diesen abgedeckt überwintern. Alte Pflanzen- und Wurzelreste musst du übrigens nicht unbedingt entfernen, schaue einfach wie grob sie sind und entscheide nach Belieben.

Im Frühling solltest du dann kontrollieren, ob sich ein paar Wintergäste eingeschlichen haben. Sieht alles gut aus, kannst du die Erde erneut benutzen. Allerdings solltest du sie mit ein wenig Kompost oder neuer Erde auffrischen; dazu einfach zwei Teile alter Erde mit einem Teil neuer Erde oder Kompost vermischen - fertig! Auch Humus aus Wurmkiste oder Bokashi ist eine tolle Möglichkeit. Willst du Gemüsepflanzen anbauen, empfiehlt sich dann außerdem noch eine kleine Portion Hornspäne oder anderer organischer Langzeitdünger, damit die Stickstoffversorgung gesichert ist.

Durch das Mischen mit Komposterde kann man alte Kübelerde wieder mit Nährstoffen versorgen.

Die Erde im Gartenbeet

Auch im Garten lichten sich nun die Beete. Hier muss gar nicht mal so viel getan werden; entferne bei Bedarf einfach die alten, sehr groben Pflanzenreste und lockere die Erde einmal gründlich auf. Bei sehr schweren, dichten und verwilderten Böden ist es gut, wenn du sie etwa 20 bis 30 cm tief gut mit einem Spaten umgräbst, um eine gute Belüftung zu gewährleisten. Je nach Bodenbeschaffenheit kannst du ein wenig organischen Langzeitdünger (unser Bloomify-Dünger würde einen tollen Job machen) oder Kompost in die obere Schicht einarbeiten. Dies ist auch sinnvoll, wenn vorher Starkzehrer angebaut wurden. Alle chemischen Düngemittel sollten tabu sein!

Willst du deinem Boden und den unermüdlichen Mikroorganismen etwas Luxus gönnen, so kannst du diesen noch mit einer dünnen Schicht Laub oder Stroh abdecken. Rindenmulch ist allerdings speziell dafür nicht so gut geeignet, da es dem Boden Stickstoff entziehen kann. Dieses Vorgehen hat gleich mehrere Vorteile: es wird einerseits eine zu starke Austrocknung, andererseits ein zu starkes Auswaschen der Nährstoffe vermieden und zusätzlich das Bodenleben schön aktiv gehalten. Bonus: Diese Schicht bietet vielen kleinen Tierchen und Insekten auch noch ein gutes Winterhotel!

Zugewachsene Beete am besten umgraben und gut mulchen.

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